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	<title>Der Wahlberliner</title>
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	<description>Das Netzmagazin von Alexander Platz</description>
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		<title>Hinkebein &#8211; Tatort 831 / Vorschau ARD 11.03.2012, 20:15 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 13:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Prahl]]></category>
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		<description><![CDATA[Titelfoto (c) WDR/ARD Es muss viel Spaß gemacht haben Von den Dreharbeiten des neuen Münster-Tatortes gibt es im Netz eine stattliche Anzahl von Bildern, die suggeriert: Alle Teammitglieder hatten viel Spaß dabei. Auch das Publikum hat ja in der Regel an den Münster-Folgen viel Spaß. Wir haben als Titelfoto aber eines gewählt, das offenbar ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5247&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Titelfoto (c) WDR/ARD</p>
<h3>Es muss viel Spaß gemacht haben</h3>
<p>Von den Dreharbeiten des neuen Münster-Tatortes gibt es im Netz eine stattliche Anzahl von Bildern, die suggeriert: Alle Teammitglieder hatten viel Spaß dabei. Auch das <a class="zem_slink" title="NK CM Celje" href="http://www.nk-celje.si/" rel="homepage">Publikum</a> hat ja in der <a class="zem_slink" title="Eduard August von Regel" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Eduard_August_von_Regel" rel="wikipedia">Regel</a> an den Münster-Folgen viel Spaß. Wir haben als Titelfoto aber eines gewählt, das offenbar ein Still aus dem Film darstellt und das uns verblüfft hat.</p>
<p>Da steht Frank Thiel (Axel Prahl), offenbar am <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>, in einem Dreireiher. Wenigstens fehlt die Krawatte, aber in diesem grauen Anzug, mit zurückgekämmten <a class="zem_slink" title="Haaren" href="http://maps.google.com/maps?ll=51.6,5.23333333333&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=51.6,5.23333333333%20%28Haaren%29&amp;t=h" rel="geolocation">Haaren</a> und ernstem <a class="zem_slink" title="Blick" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blick" rel="wikipedia">Blick</a> hat der Mann mit einem Mal eine andere Aura. Daraus könnte noch etwas werden, ihn auf diese Weise älter und seriöser wirken zu lassen &#8211; schon, um ihn gegenüber seinem Partner Karl-Friedrich <a class="zem_slink" title="Boerne, Texas" href="http://maps.google.com/maps?ll=29.794445,-98.731483&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=29.794445,-98.731483%20%28Boerne%2C%20Texas%29&amp;t=h" rel="geolocation">Boerne</a> (Jan Josef Liefers) besser in Position zu bringen. Wir gehen aber davon aus, dass die Bekleidung in der bewussten Szene einen besonderen Grund hat und ansonsten alles beim alten bleibt, mit der Rollenverteilung: Für eine etwas aufgesetzte Art von Kultiviertheit ist der Rechtsmediziner zuständig, fürs sehr Bodenständige der Hauptkommissar.</p>
<p>Der <a class="zem_slink" title="Titel" href="http://maps.google.com/maps?ll=45.2,20.3&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=45.2,20.3%20%28Titel%29&amp;t=h" rel="geolocation">Titel</a> des 21. Falles von Thiel und Boerne wird gestellt von einem hinkenden Zuhälter und trotz der Tatsache, dass eine Polizistin ums Leben kommt, gehen die Mundwinkel gleich wieder in die Breite &#8211; wir erwarten skurrile Figuren, dieses Mal nicht aus Boernes Milieu der Akademiker und Unternehmer, sondern aus der Halbwelt. Ein Tatort aus Münster muss witzig sein. In besonders guten Folgen hat man es zwar verstanden, Humor und ernste Themen in eine sehr interessante <a class="zem_slink" title="Synthese" href="http://www.springer.com/11229" rel="homepage">Synthese</a> zu bringen, aber meist dominiert der &#8230; soll man schreiben, Klamauk?</p>
<p>Die Drehbücher bzw. Fälle der Münsteraner sind in der Regel nicht am oberen Rand der Möglichkeiten angesiedelt, das Kriminalistische betreffend, weil Agieren der beiden Hauptdarsteller miteinander und mit ihren Teammitgliedern so viel Spielzeit in Anspruch nimmt. Da aber dieses Team als Komödiantentruppe erstklassig funktioniert, stört man sich nur dann an den Schwächen der Fälle, wenn eben das Komödiantische nicht so richtig funktioniert &#8211; selbstverständlich gibt es Schwankungen zwischen den Folgen.</p>
<p><a title="Herrenabend – Tatort 799 / TatortAnthologie 13" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/05/01/herrenabend-tatort-799-tatortanthologie-13/">&#8220;Herrenabend&#8221;</a> war die erste Erstausstrahlung eines Münster-Tatortes, die wir für den Wahlberliner rezensiert haben und eine, die uns ins Nachdenken über die Weiterentwicklung des berühmten Ermittlerduos brachte. <a title="Zwischen den Ohren – Tatort 810 / TatortAnthologie 94" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/09/19/zwischen-den-ohren-tatort-810-tatortanthologie-94/">&#8220;Zwischen den Ohren&#8221;</a> gefiel uns besser und wir freuen uns auf die Nummer 21. Ob die Fälle gut sind oder weniger, die beiden Premieren-Sonntagabende mit Thiel und Boerne zählen für uns zu den wichtigen Fernsehereignissen des Jahres. Wir werden am 11. März dabei sein und für unsere Leser berichten.</p>
<h3>Handlung, Besetzung, Stab</h3>
<p>Kommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne ermitteln im Fall einer ehemaligen <a class="zem_slink" title="Kriminalpolizei" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.5072222222,13.3825&amp;spn=0.01,0.01&amp;q=52.5072222222,13.3825%20%28Kriminalpolizei%29&amp;t=h" rel="geolocation">Kripo</a>-Beamtin, die auf offener Straße tot aufgefunden wurde – nur mit einem Slip bekleidet. Am Leichnam der Frau hat Boerne keine Spuren von Gewalt feststellen können.</p>
<p>Kommissar Frank Thiel von der Mordkommission übernimmt trotzdem: Denn warum ist Katja Braun fast nackt auf die Straße gelaufen und stirbt dann an Herzversagen? Bei der Kripo ist das Opfer keine Unbekannte. Früher war Katja Braun Polizistin. Jetzt weist ihr Tod Parallelen zu einem Fall auf, in dem sie selbst einmal ermittelt hatte. Eine Prostituierte war damals erdrosselt worden. Als dringend tatverdächtig galt deren Zuhälter Heinz Kock, wegen seiner Gehbehinderung in der Szene auch als Heinz Hinkebein bekannt. Kurz vor seiner Festnahme war er untergetaucht. Hat er sich nun an der ehemaligen Kommissarin gerächt? Oder ist Katja Brauns Tod doch mehr ihrem Alkoholproblem zuzuschreiben? Dadurch war auch das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann Jörg Braun und zu ihrer Tochter Marie offensichtlich sehr angespannt.</p>
<p>Derweil versucht sich eine Delegation russischer Polizeibeamten unter Aufsicht des Polizei-Pressesprechers Michael Hausner mit den hiesigen Ermittlungspraktiken vertraut zu machen.</p>
<h2>Besetzung und Stab</h2>
<table>
<caption>Besetzung</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Frank Thiel</td>
<td>Axel Prahl</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Prof. Karl-Friedrich Boerne</td>
<td>Jan-Josef Liefers</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Nadeshda Krusenstern</td>
<td>Friederike Kempter</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Silke Haller &#8220;<a class="zem_slink" title="Alberich" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alberich" rel="wikipedia">Alberich</a>&#8220;</td>
<td>Christine Urspruch</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Staatsanwältin Klemm</td>
<td>Mechthild Großmann</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Herbert Thiel</td>
<td>Claus D. Clausnitzer</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Andrej</td>
<td>Alexander Milo</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Michael Hausner</td>
<td>Arndt Schwering-Sohnrey</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Marie</td>
<td>Michelle Barthel</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Braun</td>
<td>Ole Puppe</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Katja Braun</td>
<td>Tanja Schleiff</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Heinz Kock</td>
<td>Wolfram Koch</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Mutter Kock</td>
<td>Ilse Strambowski</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Spusi Ernst</td>
<td>Ingo Tomi</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<caption>Stab</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Regie:</td>
<td>Manfred Stelzer</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Buch:</td>
<td>Stefan Cantz und Jan Hinter</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kamera:</td>
<td>Tomas Erhart</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/2012/hinkebein-100.html" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<p>dWB/AP/12-02-19</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/axel-prahl/'>Axel Prahl</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/frank-thiel/'>Frank Thiel</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/jan-josef-liefers/'>Jan Josef Liefers</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/karl-friedrich-boerne/'>Karl Friedrich Boerne</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/ole-puppe/'>Ole Puppe</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/polizistenmord/'>Polizistenmord</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/polizistin/'>Polizistin</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatorfolge-831/'>Tatorfolge 831</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-hinkebein/'>Tatort Hinkebein</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-munster/'>Tatort Münster</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/zuhalter/'>Zuhälter</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5247/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5247&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Geraubte Küsse (Baisers volés, F 1968) &#8211; FilmAnthologie 53</title>
		<link>http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/18/geraubte-kusse-baisers-voles-f-1968-filmanthologie-53/</link>
		<comments>http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/18/geraubte-kusse-baisers-voles-f-1968-filmanthologie-53/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 11:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Filmwelt]]></category>
		<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Antoine]]></category>
		<category><![CDATA[Antoine Doinel]]></category>
		<category><![CDATA[Baisers volés]]></category>
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		<category><![CDATA[Novelle Vague]]></category>
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		<description><![CDATA[Kennen Sie Charles Trenet? Jeder Cineast kennt François Truffaut, die meisten selbstverständlich auch seine Figur Antoine Doinel, gespielt von Jean-Pierre Léaud, die er über mehrere Film hinweg entwickelt hat &#8211; Baisers volés ist der dritte in dieser Serie, die mit dem berühmten &#8220;Sie küssten und sie schlugen ihn&#8221; (1959) begann. Das alles weiß man, aber [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5232&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Kennen Sie <a class="zem_slink" title="Charles Trenet" href="http://www.last.fm/music/Charles%2BTrenet" rel="lastfm">Charles Trenet</a>?</h3>
<p>Jeder Cineast kennt <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000076/">François Truffaut</a>, die meisten selbstverständlich auch seine Figur <a class="zem_slink" title="Antoine Doinel" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Antoine_Doinel" rel="wikipedia">Antoine Doinel</a>, gespielt von <a class="zem_slink" title="Jean-Pierre Léaud" href="http://www.rottentomatoes.com/celebrity/jeanpierre_leaud" rel="rottentomatoes">Jean-Pierre Léaud</a>, die er über mehrere Film hinweg entwickelt hat &#8211; <a class="zem_slink" title="Baisers Volés (Stolen Kisses)" href="http://www.rottentomatoes.com/m/stolen_kisses" rel="rottentomatoes">Baisers volés</a> ist der dritte in dieser Serie, die mit dem berühmten &#8220;Sie küssten und sie schlugen ihn&#8221; (1959) begann.</p>
<p>Das alles weiß man, aber der Chansonnier Charles Trenet ist in Deutschland nicht sehr gut rezipiert. Vielleicht, weil sein Chanson &#8220;<a class="zem_slink" title="Que reste-t-il de nos amours ?" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Que_reste-t-il_de_nos_amours_%3F" rel="wikipedia">Que reste-t-il de nos amours</a>&#8221; von 1942 die geraubten Küsse, die Truffaut zitiert, nicht im Titel trägt; man findet sie nur in einer Textzeile? Wir verraten aber, dass ein weitaus berühmteres Lied von ihm stammt: &#8220;La mèr&#8221; von 1946, das wir zur Musik der Befreiung zählen, wie auch einige hymnische Lieder aus dieser Zeit von Édith Piaf.</p>
<p>Der Text des Liedes erklärt im Grunde das Thema des Films und steht auch in gewissem Kontrast zur Figur Antoine Doinel. Es geht um Erinnerung einerseits und Wehmut, im Film aber auch um einen Wiederhall des Flüchtigen. Tatsächlich raubt Antoine Doinel seiner Freundin Christine Darbon (<a class="zem_slink" title="Claude Jade" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Claude_Jade" rel="wikipedia">Claude Jade</a>) einen Kuss, als die beiden in den Keller gehen, um Wein zu holen. Zwei Fremde, im Grunde genommen, und das bleiben sie füreinander bis zum Ende des Films.</p>
<p>Ziemlich fremd in einer Welt zu sein, in welcher er als Kind kaum Liebe erfahren hat (im ersten Film von 1959 endet der Junge Antoine in einem Erziehungsheim), das ist nun das Programm des beinahe Erwachsenen, der zwar immer über Wasser bleibt, aber immer nur  knapp. Er ist nicht sympathisch, er ist nicht charmant, zuweilen arrogant und dilettantisch zugleich &#8211; aber er hat doch etwas, das die Frauen offenbar anzieht und ihn als Figur für uns interessant macht. Das hat Truffaut meisterhaft verstanden, einen Charakter zu schaffen, der uns auf Distanz hält, aber unsere Aufmerksamkeit wach &#8211; obgleich in vielen Szenen des Films ein Angebot zur Nähe zu liegen scheint.</p>
<p>Doch diese Nähe, wie die Beziehungen und Jobs von Antoine, wirkt flüchtig. Man mag ihn gerne fassen und in sich aufnehmen, diesen seltsam linkischen und gleichzeitig verschlagenen Typ, aber er entzieht sich uns immer wieder, ebenso wie den Menschen, denen er im Film begegnet. Dass er schließlich seine Freundin Christine heiraten will, scheint kein Ausdruck tiefer Liebe, sondern hat etwas Beiläufiges, wenige Minuten zuvor hat er sie noch beleidigt und sie hat ihm Adieu gesagt, unsentimental. Man darf gespannt sein, ob aus dem daraus folgenden, mit Christine geteilten &#8220;Tisch und Bett&#8221; (der dritte Doinel-Film von 1970) etwas Dauerhaftes erwachsen kann.</p>
<h3>Handlung</h3>
<p>Der junge Antoine Doinel (<a title="Jean-Pierre Léaud" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pierre_L%C3%A9aud">Jean-Pierre Léaud</a>) will einer endgültigen Fixierung auf Freundin Christine Darbon (<a title="Claude Jade" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Jade">Claude Jade</a>) entfliehen. Er verlässt die Armee vor Ablauf seiner dreijährigen Dienstzeit, nachdem er wegen Disziplinproblemen viel Zeit im Arrest verbracht hat. Von Christines Eltern erfährt er, dass sie den Unterricht am Konservatorium wegen der Absetzung des Direktors (eine Parallele zur Affaire <a title="Henri Langlois" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Langlois">Henri Langlois</a>) boykottiert hat und zum Wintersport verreist ist.</p>
<p>Sein Schwiegervater in spe (<a title="Daniel Ceccaldi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ceccaldi">Daniel Ceccaldi</a>) verschafft Antoine sofort einen Job als Nachtportier in einem Hotel am Montmartre. Wenig später sucht ihn dort Christine auf und sie verabreden sich. Antoine verliert seinen Job recht schnell, als er sich von zwei Privatdetektiven überrumpeln lässt. Durch einen der beiden erhält er eine Stelle in der Detektei Blady. Arbeit und Privatleben vermischen sich, als Antoine mit Christine in ein Variéte geht, um einen Zauberkünstler zu beschatten, wo er sie sitzenlässt, um den Mann zu verfolgen.</p>
<p>Jedoch ist der Tagträumer Antoine für die Observation wenig geeignet und verliert seine Spur. Blady ist unzufrieden und überlegt, wie er Antoine besser einsetzen soll. Antoines Interesse an Christine (in der zweijährigen Beziehung kam es bisher noch zu keinen Intimitäten) lässt in der Folgezeit nach. Wenig später verliebt er sich als Undercover-Ermittler in die Frau (<a title="Delphine Seyrig" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Delphine_Seyrig">Delphine Seyrig</a>) eines Klienten (<a title="Michael Lonsdale" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lonsdale">Michael Lonsdale</a>) und verlässt Christine mit der Begründung, er habe sie nie bewundert. Christine, die ihrerseits unbemerkt von einem Unbekannten (<a title="Serge Rousseau" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Serge_Rousseau">Serge Rousseau</a>) verfolgt wird, ergreift schließlich die Initiative und gewinnt Antoine zurück.</p>
<p>Sie weiß, dass Antoine nun bei einem Fernseher-Reparaturdienst untergekommen ist, denn kurz zuvor war er bei seiner Arbeit ausgerechnet mit dem Wagen ihres Vaters kollidiert. An einem Wochende sind ihre Eltern verreist und Christine ist allein zu hause. Sie manipuliert das TV-Gerät, ruft den Notdienst an und prompt kommt Antoine zu der bekannten Adresse. Am nächsten Morgen bringt sie ihm den &#8211; legendär gewordenen &#8211; Zwiebacktrick bei. Sie schreiben sich gegenseitig Botschaften auf Zettel, bis Antoine ihr das Ende eines Flaschenöffners wie einen Verlobungsring über den Finger streift.</p>
<p>Als Antoine und Christine bei einem Spaziergang auf einer Parkbank sitzen, tritt der Unbekannte heran und gibt sich zu erkennen. Er erklärt Christine im Beisein Antoines, ihr verfallen zu sein und gibt ihr Bedenkzeit, sich aus ihren bisherigen Bindungen zu lösen, bevor er sich wieder zurückzieht. Christine nennt ihn verrückt, Antoine bestätigt und beide gehen weiter.</p>
<h3>Stab, Besetzung</h3>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><a title="Filmregisseur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmregisseur">Regie</a></td>
<td><a title="François Truffaut" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Truffaut">François Truffaut</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Drehbuch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drehbuch">Drehbuch</a></td>
<td>François Truffaut,<br />
<a title="Claude de Givray" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_de_Givray">Claude de Givray</a>,<br />
<a title="Bernard Revon (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bernard_Revon&amp;action=edit&amp;redlink=1">Bernard Revon</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmproduzent" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmproduzent">Produktion</a></td>
<td><a title="Marcel Berbert" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Berbert">Marcel Berbert</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmmusik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmmusik">Musik</a></td>
<td><a title="Antoine Duhamel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Duhamel">Antoine Duhamel</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Kameramann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kameramann">Kamera</a></td>
<td><a title="Denys Clerval (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Denys_Clerval&amp;action=edit&amp;redlink=1">Denys Clerval</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Cutter (Film)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cutter_%28Film%29">Schnitt</a></td>
<td><a title="Agnès Guillemot (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Agn%C3%A8s_Guillemot&amp;action=edit&amp;redlink=1">Agnès Guillemot</a></td>
</tr>
<tr>
<th colspan="2">Besetzung</th>
</tr>
<tr>
<td colspan="2">
<ul>
<li><a title="Jean-Pierre Léaud" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pierre_L%C3%A9aud">Jean-Pierre Léaud</a>: Antoine Doinel</li>
<li><a title="Claude Jade" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Jade">Claude Jade</a>: Christine Darbon</li>
<li><a title="Delphine Seyrig" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Delphine_Seyrig">Delphine Seyrig</a>: Fabienne Tabard</li>
<li><a title="Daniel Ceccaldi" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ceccaldi">Daniel Ceccaldi</a>: Monsieur Darbon</li>
<li><a title="Claire Duhamel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claire_Duhamel">Claire Duhamel</a>: Madame Darbon</li>
<li><a title="Michael Lonsdale" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lonsdale">Michael Lonsdale</a>: Georges Tabard</li>
<li><a title="Serge Rousseau" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Serge_Rousseau">Serge Rousseau</a>: der Unbekannte</li>
<li><a title="André Falcon" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Falcon">André Falcon</a>: Blady, Detekteichef</li>
<li><a title="Harry-Max (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Harry-Max&amp;action=edit&amp;redlink=1">Harry-Max</a>: Henri, Detektiv</li>
<li><a title="Catherine Lutz (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Catherine_Lutz&amp;action=edit&amp;redlink=1">Catherine Lutz</a>: Catherine, Detektivin</li>
<li><a title="Paul Pavel (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Paul_Pavel&amp;action=edit&amp;redlink=1">Paul Pavel</a>: Julien, Detektiv</li>
<li><a title="Jacques Delord (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jacques_Delord&amp;action=edit&amp;redlink=1">Jacques Delord</a>: Zauberkünstler</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geraubte_K%C3%BCsse" target="_blank">WIKIPEDIA</a>) Der Wahlberliner unterstützt die Wikipedia.</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>So leichthin, so ein tralala d&#8217;amour, oder?<br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Ce soir le vent qui frappe à ma porte<br />
Me parle des amours mortes<br />
Devant le feu qui s&#8217; éteint<br />
Ce soir c&#8217;est une chanson d&#8217; automne<br />
Dans la maison qui frissonne<br />
Et je pense aux jours lointains</p>
<p>{Refrain:}<br />
Que reste-t-il de nos amours<br />
Que reste-t-il de ces beaux jours<br />
Une photo, vieille photo<br />
De ma jeunesse<br />
Que reste-t-il des billets doux<br />
Des mois d&#8217; avril, des rendez-vous<br />
Un souvenir qui me poursuit<br />
Sans cesse</p>
<p>Bonheur fané, cheveux au vent<br />
<strong>Baisers volés,</strong> rêves mouvants<br />
Que reste-t-il de tout cela<br />
Dites-le-moi</p>
<p>Un petit village, un vieux clocher<br />
Un paysage si bien caché<br />
Et dans un nuage le cher visage<br />
De mon passé</p>
<p>Les mots les mots tendres qu&#8217;on murmure<br />
Les caresses les plus pures<br />
Les serments au fond des bois<br />
Les fleurs qu&#8217;on retrouve dans un livre<br />
Dont le parfum vous enivre<br />
Se sont envolés pourquoi?</p>
<p>{au Refrain}</p>
<p>(Wiedergabe des Liedtextes gemäß <a href="http://www.golyr.de/charles-trenet/songtext-que-reste-t-il-de-nos-amours-614621.html" target="_blank">Quelle</a>)</p>
<p>Die Worte der Vergangenheit, kombiniert mit einer Melodie, welche dieser im Grunde wehmütigen Retrospektive etwas Leichtes und Unverbindliches verleiht, machen das Chanson zur Grundmelodie von &#8220;Baisers volés&#8221;, was sich im Grunde von selbst versteht, sonst hätte Truffaut nicht gerade dieses Lied gewählt, um Antoine Doinel zu charakterisieren.</p>
<p>Man muss aber eine gewisse Übersetzung einbeziehen. Vieles, was im Lied beschrieben wird, hat Doinel  nicht gekannt, als er Kind war, hat er nicht erleben und in sich aufnehmen können, als er heranwuchs, in der Zeit, die zwischen den Filmen von 1959 und 1968 liegt. Aus einer Retrospektive wird eine nicht gelebte Alternative zu dem, was Doinels Dasein ausmacht &#8211; und die Gegenwart ist das melancholische Echo einer Suche nach Vergangenheit, die es nicht gibt. Dadurch wiederum wird die Gegenwart der Erdung beraubt, die sich aus schöner Erinnerung speist und ist so flüchtig, wie eine Vergangenheit vergangen wäre, wenn es sie in dieser im Lied beschriebenen Form gäbe.</p>
<p><strong>Beobachter des Lebens</strong></p>
<p><strong></strong>Nie zuvor und danach war das französische Kino so reich und vielfältig wie in den 1960er Jahren. Es gab die großen Stars und ihre Filme, die Delons und Deneuves, es gab Experimentierer wie Jean-Luc Godard, klassisch modernes und avantgardistisches vereinte sich zum recht umfassenden Begriff der Nouvelle Vague. François Truffaut hat mit vielen seiner Filme die Epoche mitgeprägt, mit der Doinel-Reihe aber noch etwas anderes getan. Er hat Anleihen beim poetischen Realismus der 30er Jahre genommen und dadurch Werke geschaffen, die eine ungeheuer heiter-melancholische Atmosphäre verströmen &#8211; wie &#8220;Baisers volés&#8221;, der vielleicht schönste Film der Reihe.</p>
<p>Truffaut taucht nicht vollständig ins Leben ein, er beobachtet und lässt uns das Leben betrachten. Seine Figuren reden, lesen, zitieren, wirken komisch und echt, besonders natürlich Antoine Doinel. Jeder von uns hat im Laufe seines Lebens mindestens einen Antoine und einen Doinel kennen gelernt, mancher von uns dürfte sich auch hin und wieder an sich selbst erinnert fühlen. Falls er kritische Distanz besitzt und sich doch verständnisvoll sich selbst gegenüber zeigt, so, wie es der Regisseur von &#8220;Baisers volés&#8221; vormacht, Antoine Doinel und die anderen seltsamen und seltsam realistischen, uns irgendwie sehr bekannt vorkommenden Menschen betreffend, die den Film bevölkern. Was wir sehen, ist nicht unser Leben, aber von jedem unserer Leben ein kleines Stück, es sind nicht wir, aber von uns allen der eine oder andere Zug, für uns alle fällt eine Szene ab, die uns Erinnerung schenkt. Das Alltägliche wird poetisiert, das Banale gewinnt Bedeutung durch das Konzept, das Truffaut in &#8220;Baisers volés&#8221; erarbeitet.</p>
<p><strong>Ein besonderes Jahr</strong></p>
<p>Natürlich ist der Film ein Kind seiner Zeit, aber welcher gute Film ist das nicht? 1968, das sagt uns doch etwas. Die Pariser Studentenunruhen, ihr Widerhall auch in Deutschland, die Auferstehung der Linken, die neuen, alten Träume. Selbstverständlich haben die Filmemacher in Frankreich diese neue Zeit augenommen, teilweise antizipiert &#8211; jeder auf seine Weise. Godard schuf mit &#8220;Weekend&#8221; beinahe prophetisch ein Werk von bösestem Sarkasmus (1967), Chabrol ließ die Masken der Bourgeoisie zerbröseln &#8211; Truffaut meldete sich 1966 mit Fahrenheit 451 auf umstrittene, aber kräftige Weise zu Wort &#8211; und dann?</p>
<p>Dann kam Antoine Doinel. Ausgerechnet 1968 gibt Truffaut einen ironischen Kommentar zu all dem, was vor sich geht. Die linksliberalen Großbürger wirken genauso unverbindlich in ihren Ansichten wie Doinel in seinen Lebensplänen. Doinel selbst hingegen, das wurde von Kritikern hinlänglich beschrieben, ist ganz apolitisch und referiert nur (über) sich selbst. Er nimmt keinen Bezug auf irgendetwas Größeres, Fernsehszenen der Studentenunruhen lassen ihn kalt. Er wirkt wie ein individualistischer Prototyp, dem allerdings das Erfolgsgen des typischen Individualisten fehlt &#8211; dieses amerikanischen Individualistentypus, der sich auf die Socken macht und sien Glück sucht und es deshalb findet, weil er an sich selbst (und an Gott) glaubt und stur seinen Weg geht. Ob Truffaut mit Doinels Verhalten ausdrücken wollte, dass er selbst nicht an den Erfolg der Studentenrevolte glaubte, da ja Doinel vielfach als sein Alter Ego angehen wird, wagen wir zu bezweifeln. Das würde auch dem folgenden Verhalten zuwiderlaufen:</p>
<p>1968 hatte Truffaut sich dafür augesprochen, zusammen mit Godard, das Filmfestival von Cannes zu streichen, nichts, so der Hintergrund dieser Haltung, konnte einfach weitergehen, als sei nichts geschehen; kein Business as usual, nach den Mai-Unruhen in Frankreich. Das war ein klares politisches Statement.</p>
<p><strong>Kein vordergründiges Angebot</strong></p>
<p>In &#8220;Baisers volés&#8221; gibt uns Truffaut Zweifel sowohl am Kollektivismus wie am Individualismus auf. Sein Antoine taugt nicht als Projektionsfläche, zumindest nicht als solche für Wünsche und Träume, und das rechnen wir Truffaut hoch an. Er manipuliert nicht unsere Sehnsüchte, allenfalls spricht er unsere Befürchtungen an, so leicht er auch inszeniert ist. Zum Beispiel diejenigen, wir könnnten so einfältig kapitalistisch erfolgreich sein wie sein zeitweiliger Chef, der Schuhgrossist Monsieur Tabard, so unverbindlich liberalgeistig wie die Familien Darbon und Tabard, so wenig geerdet wie Doinel selbst. Im Grunde bietet uns Truffaut keine Figur zur Identifikation an, nicht einmal Christine, Doinels hübsche Freundin.</p>
<p>Vielmehr setzt er darauf, dass wir das Ganze verstehen.  Der Film setzt auf eine humanistische Gesinnung, ohne an sie zu appellieren, auf die Vernunft, den Verstand, ohne dass die Figuren darin vernünftig wären oder besonders viel Verstand aufweisen würden.</p>
<p><strong>Zurück zum Beobachter, zur Leichtigkeit und ein Fragezeichen, die Romantik betreffend.</strong></p>
<p><strong></strong>Dass Antoine Doinel ausgerechnet in einem Detektivbüro landet, aus dem  heraus das Leben beobachtet wird, dass er selbst beobachtet wird und dabei wirklich komische Szenen entstehen, die für ihn wiederum ernste Folgen haben, die er nicht ernst nimmt, das ist wundervoll spielerisch, spiegelt den Charakter Doinels als einen Menschen, der nicht landet, sondern immer weiterzieht, wie ein Detektiv von Auftrag zu Auftrag, der sich nicht einlässt, sondern immer auf dem Absprung ist.</p>
<p>So unruhig die Zeiten waren, so optimisch und leicht waren sie auch, das transportiert &#8220;Baisers volés&#8221; sehr gut. Doinel ist jung und es ist ihm beinahe egal, ob er morgen mal wieder einen neuen Job suchen muss und von Plänen fürs Leben oder gar einem Lebensplan ist nichts zu bemerken. Auch die Heirat mit Christine ist nicht Ausdruck einer Hinwendung zur Planung, sondern ein gewissermaßen anarchischer Akt, denn wer sich mit dem Fremden bindet, gibt kund, dass ihm Bindung nicht wichtig ist und dass sich die Verhältnisse wieder ändern können. Alles bleibt in Bewegung.</p>
<p>Deswegen meinen wir auch, dass &#8220;Baisers volés&#8221; zwar ein poetischer, aber kein romantischer Film ist. Jede Gefühligkeit ist ihm fremd. Dieses beängstigende Ungetüm der Liebe, das Menschen anfällt und sie nicht mehr loslässt, ihnen jedwedes Leid zufügen kann, das taucht hier nicht auf. Selbstverständlich fühlt Christine sich zu Antoine hingezogen, man hat den Eindruck, mehr als umgekehrt, aber es wird nicht zu einer Katastrophe kommen, wenn daraus nichts Reales wird. Voilà, la vie continue!</p>
<p>Gerade die Abwesenheit tiefer romantischer Empfindungen gibt dem Film dieses Leichte, das so lebensfroh wirkt. Antoine Doinel, das merkt man deutlich, nimmt auch die Liebe leicht. Es kann also ein Vorteil sein, dass man tieferer Empfindungen nicht fähig ist, weil man selbst nie aus tiefstem Herzen geliebt wurde. Gleichwohl soll damit der Oberflächlichkeit nicht das Wort geredet werden &#8211; es ist unverkennbar, dass den Truffaut&#8217;schen Figuren in diesem Film etwas fehlt &#8211; die Empathie, und wer möche schon von sich sagen lassen, er sei indolent? Truffaut will die Art, wie seine Charaktere sich durchs Leben schlängeln, sicher nicht als Rezept verstanden wissen, nicht als Anleitung &#8211; obwohl in seinen Filmen nicht selten solche Charaktere auftauchen (auch der berühmte &#8220;Jules et Jim&#8221; hat z. B. in Cathérine eine weibliche Hauptfigur, die etwas Doinelhaft-Flatterhaftes aufweist).</p>
<p>Oftmals hat man die Frühstückszene in Christines Küche zwischen ihr und Antoine als romantisch ausgelegt. Als sie ihm beibringt, wie man Toast buttert, ohne dass er zerbricht und er sie etwas fragen will, es aber nicht verbalisieren kann und ihr aufschreibt &#8211; sie schreibt ihm sofort zurück. Für uns ist das eine Erkundungszene, sehr charmant, aber auch romantisch? Da probieren junge Leute Konventionen aus und auch den individualisierenden Ersatz von Konventionen. Sie mögen sich, das ist schon klar, aber eine romantische Sichtweise würde beinhalten, dass die beiden einzig füreinander sind, in diesem Moment, an diesem Morgen. Das kommt bei uns so nicht an. Die gewisse Sachlichkeit und damit die Leichtigkeit bleiben bestehen, das in hohem Maß Verbindliche, das eine romantische Liebesbeziehung kennzeichnet, drückt sich in dieser ebenso alltäglichen wie reizend alltagspoetischen Szene nicht aus.</p>
<p><strong>Fabienne Tabard, Christine Darbon &#8211; Antoine Doinel!</strong></p>
<p>&#8220;Baisers volés&#8221; gehört zu den Filmen, die Ewigkeitswert besitzen, weil in ihnen Szenen enthalten sind, die in die Geschichte eingingen. Hier ist es die Spiegelszene im Badezimmer, in der Doinel sich selbst anschaut und nach etwas sucht. Mehrmals ruft er die Namen der beiden Frauen aus, die augenblicklich für ihn wichtig sind, skandiert sie geradezu &#8211; und endet beim eigenen Namen, fasst sich ins Gesicht, als bemerke er dies erst sehr spät und damit endet die Szene.</p>
<p>Wir meinen, sie ist der Hauptbeleg gegen das romantische Prinzip in &#8220;Baisers volés&#8221;. Regisseur Truffaut verdeutlicht hier noch einmal, worum es geht. Die Frauen &#8211; Doinel kommt zu keinem Ergebnis, sondern landet bei der eigenen Person. Er sucht nach etwas außerhalb von ihm selbst, aber es gelingt ihm nicht &#8211; wo er doch sich selbst im Grunde nicht einmal gefunden hat, kann er sich unmöglich ganz und gar auf eine Frau einlassen. Die Heiratsabsicht am Ende steht dem nach unserer Auffassung nicht entgegen. Viele Menschen gehen miteinander die Ehe ein, ohne eine ganz tief empfundene Liebe füreinander zu hegen oder zu dieser fähig und für das große gemeinsame, möglicherweise lebenslange Abenteuer bereit zu sein. Das muss nicht prinzipiell heißen, dass eine eher auf oberflächlichen Gefühlen beruhende Ehe scheitern muss. Menschen können sich auch in einer solchen Beziehung entwickeln. Man wird in den folgenden Filmen sehen, ob dies für Antoine Doinel zutrifft, im Film von 1968 ist er jedenfalls noch nicht soweit, dass er tiefe Empfindungen für andere hegen kann.</p>
<p>Ein weiteres Indiz dafür ist die Reihenfolge der Frauennamen. Er nennt Fabienne Tabard, die Frau seines Chefs, zuerst. Er ist ganz auf den aktuellen Eindruck fixiert, und den machte zuletzt diese elegante Dame auf ihn. Nicht Christine, die er seit langem kennt, ist der Ausgangspunkt seiner Überlegungen und der Spiegelszene. Dann gibt es natürlich noch die Spiegelung selbst als Symbol. Von jeher, und Truffaut zitiert durchaus gerne, waren Spiegelszenen so angelegt, dass sie die Doppelbödigkeit, das andere Ich der Menschen zeigen sollten, die Zerrissenheit, die Ambivalenz. Hier, meinen wir, ist die Szene auch ein Ausdruck von Narzismus. Im Rufen der Frauennamen und der Überlegung, welche besser zu ihm passen könnte, liegt eine durchaus kindische Selbstreflektion, die nur auf die Namen rekurriert, nicht auf die Persönlichkeiten. Sie zu würdigen, würde eine stille Zwiesprache an einem weniger sachlichen Ort erfordern, keine thetralische Badezimmerszene.</p>
<p>Im Film gibt es durchaus Möglichkeiten, wie Doinel sich erden könnte. Zum Beispiel sind die Eltern von Christine ihm gegenüber sehr aufgeschlossen, auch wenn  er sich selbst gerade aus der Armee geworfen hat und nicht gerade wie jemand wirkt, der das Leben bei den Hörnern packen will. Sie könnten ein wenig von der Familie für ihn sein, die er als Kind nicht hatte. Sie werden zwar auch nicht als sehr tiefgängig gezeigt, aber das würde ja zu Doinels unverbindlicher Art passen, sich ganz sanft in diese von Sorgen weitgehend freie Welt fallen zu lassen. Tut er aber nicht und man spürt auch keine Dankbarkeit oder dergleichen, keine Wertschätzung dafür, dass er sozusagen nach oben heiraten kann, ohne dass man es ihm in irgendeiner Form schwer macht.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Das Leichte des Films ist eigentlich das Schwierige. Der wenig erdenschwere Figur des Antoine Doinel zu folgen und dabei nicht in die Falle der Inszenierung eines vordergründigen Anscheins von Romantik in Paris zu gehen. Man darf nicht zu sehr all dem erliegen, was sich im Lauf der Jahre festgesetzt hat und was von den Franzosen natürlich auch sehr befördert wird. Dazu gehört das Image von Paris als Stadt der Liebe. Es geht auch ganz anders, viele gute Filme beweisen das.</p>
<p>&#8220;Baisers volées&#8221; ist ein eigenartiger Fall, weil er nicht hart ist, nicht die Seiten des Lebens zeigt, die zum Beispiel in den Maigret-Filmen vorkommen und Typen, wie sie von Deville entwickelt wurden. Alles wirkt ein wenig unverbindlich, und so möchte Regisseur  François Truffaut seine Figuren wohl gelesen wissen.</p>
<p>Das macht nicht den Film unverbindlich, vielmehr ist er eine exzellente Studie über das Leben des allgemein und häufig anzutreffenden Typus, der viel mit sich selbst beschäftigt oder ein wenig oberflächlich veranlagt ist, und diese Studie ist in sehr hohem Maß charmant und humorvoll geraten. Truffaut will zwar nicht, dass wir uns mit seinen Figuren vorbehaltlos identifizieren, er schaut aber mit großem Verständnis auf sie und stellt sie nicht mit überlegener Geste bloß. Sie sind letztlich durchschnittlich, vielleicht sogar etwas unter dem Durchschnitt, wie Antoine Doinel. So aber sind sie menschlich und auf etwas verdichtete Weise realistisch. Der Blick des Regisseurs ist sehr präzise, sein Verdienst ist es, dass der Film dadurch nicht auf eine Weise stilisiert und komponiert wirkt, die dem Charakter seiner Figuren zuwiderliefe. Er gehört zu jenen, die unverwechselbar sind, auch innerhalb des Werkes dessen, der sie geschaffen hat.</p>
<p><strong>Unsere Bewertung für &#8220;Baisers volées&#8221; ist 8,7/10.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-18</p>
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		<title>Scherbenhaufen &#8211; Tatort 830 / Vorschau ARD 04.03.2012, 20:15 Uhr</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 21:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Titelfoto (c) SWR, Stephanie Schweigert Schon klassisch Dem Stuttgarter Team Lannert und Bootz verdankt unsere Rezensionschronologie, die mittlerweile 133 Folgen umfasst, einen von drei Tatorten, die wir bisher mit 9,0 bewerten konnten: Tödliche Tarnung. Nicht nur nach unserer Ansicht hatte das aktuelle Schwabenhauptstadt-Team einen furiosen Start. Zuletzt aber war, und mit dieser Meinung stehen wir [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5235&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Titelfoto (c) SWR, Stephanie Schweigert</p>
<h3>Schon klassisch</h3>
<p>Dem Stuttgarter Team Lannert und Bootz verdankt unsere Rezensionschronologie, die mittlerweile 133 Folgen umfasst, einen von drei Tatorten, die wir bisher mit 9,0 bewerten konnten: <a title="Tödliche Tarnung – Tatort 724 / TatortAnthologie 65" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/07/23/todliche-tarnung-tatort-724-tatortanthologie-65/">Tödliche Tarnung</a>.</p>
<p>Nicht nur nach unserer Ansicht hatte das aktuelle Schwabenhauptstadt-Team einen furiosen Start. Zuletzt aber war, und mit dieser Meinung stehen wir ebenfalls nicht allein, eine Verflachungstendenz zu erkennen. Dass nicht alle Folgen eines Teams gleich hoch anzusiedeln sind, ist normal. Aber diese Nivellierung ist auffällig. Dabei könnten die beiden Typen noch lange Dienst tun und es einmal bringen, was die Anzahl der Folgen und Dienstjahre angeht. Vor allem Sebastian Bootz, dargestellt von Felix Klare, ist noch so jung, dass Rekorde für ihn möglich sind. Das ist allerdings sehr weit vorausgedacht, angesichts der Tatsache, dass die Münchener Batic und Leitmayr so weit voraus sind (61 Folgen).  Das sind die meisten Fälle aller aktuellen Ermittler &#8211; und insgesamt.</p>
<p>Lannert (Richy Müller) und Bootz hingegen kommen bisher auf 9 Folgen und sind erst 2008 gestartet. Man muss sie hegen und pflegen und ihnen gute Drehbücher schreiben, damit sie zu Klassikern werden. Das Potenzial dazu haben sie, finden wir &#8211; vor allem, wenn man ihre Charaktere noch ein wenig schärft und weiterentwickelt.</p>
<p>Um am Klassikerstatus zu arbeiten, hat man für den 10. Bootz / Lannert ein klassisches Thema gewählt. Zoff in den besseren Kreisen. Eine Familientragödie? Möglicherweise. Jedenfalls sagt uns die Handlungsbeschreibung, dass man keine Experimente erwarten sollte, wenn man am 4. März, zur üblichen Zeit um 20 Uhr 15, den Fernseher einschaltet. Auch gut gefilmte konventionelle Themen können begeistern &#8211; es wird sehr auf die Figurenzeichnung ankommen, wagen wir zu prognostizieren. Und natürlich auf die Logik des Drehbuches. Und die Bildsprache. Undsoweiter. Das &#8220;Wie&#8221; wird bei diesem Thema eine entscheidende Rolle spielen.</p>
<p>Nach den beiden letzten Folgen von Lannert und Bootz (<a title="Grabenkämpfe – Tatort 798 / TatortAnthologie 9" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/04/25/1079/">&#8220;Grabenkämpfe&#8221;</a> und <a title="Das erste Opfer – Tatort 813 / TatortAnthologie 100" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/10/09/das-erste-opfer-tatort-813-tatortanthologie-100/">&#8220;Das erste Opfer&#8221;</a>), die nur 7 bzw. 6,5/10 <a class="zem_slink" title="Punkte" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Punkte" rel="wikipedia">Punkte</a> von uns erhielten, tut eine starke Umsetzung des uralten Familienkampfes um Generationen, Gefühle und Geld nun also not.</p>
<p>Dass dabei einer der Ermittler undercover eingeschleust wird, ist so eine Sache. Als wir das lasen, kam eine Frage auf, die sich uns immer stellt &#8211; ist das nicht zu riskant und zu wenig effizient? In der Wirklichkeit sind V-Leute wohl kaum reguläre Hauptkommissare, die eine Dienststelle leiten oder dort an zweiter Stelle stehen. Wir meinen, die Enttarnungsgefahr ist bei solchen beinahe stadtbekannten Gesichtern doch recht hoch und ihre Ermittlungsarbeit muss teamorientiert in dem Sinn bleiben, dass die beiden zusammen unterwegs sind &#8211; schon, um mögliche Gefahrensituationen gemeinsam besser bewältigen zu können. In solchen Fällen finden wir die Variante, dass ein weiterer Kollege für solche Zwecke ins <a class="zem_slink" title="Spiel" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Spiel" rel="wikipedia">Spiel</a> kommt, besser. Doch wer weiß, vielleicht bietet &#8220;Scherbenhaufen&#8221; diesbezüglich neue Aspekte, anhand derer wir unsere Ansicht überdenken müssen.</p>
<p>Wir werden in &#8220;Scherbenhaufen&#8221; einige aus früheren Tatorten bekannte Darsteller wiedersehen &#8211; in einem hoffentlich prägnanten <a class="zem_slink" title="The Fall" href="http://www.last.fm/music/The%2BFall" rel="lastfm">Fall</a>, wenn wir am 4. März vor dem Bildschirm sitzen werden, um anschließend unsere Eindrücke für die Leser des Wahlberliners wiederzugeben.</p>
<h3>Handlung, Besetzung, Stab</h3>
<p>Ein Mordanschlag ausgerechnet auf einem Friedhof: Unternehmer Otto Imberger entgeht dem Anschlag eines Unbekannten knapp, sein Chauffeur Marco Hummel aber wird von einer der Kugeln tödlich getroffen.</p>
<p>Thorsten Lannert stellt bei seinen Ermittlungen fest, dass ein innerfamiliärer Machtkampf um die künftige Ausrichtung der Imberger&#8217;schen Firma im Gange ist. Um den Patriarchen vor neuen Anschlägen schützen und gleichzeitig innerhalb der Familie ermitteln zu können, schleust Staatsanwältin Álvarez Hauptkommissar Bootz als Chauffeur und Bodyguard bei Otto Imberger ein.</p>
<p>Während er undercover das äußerst gespannte Verhältnis der beiden Söhne Gerald und Lukas Imberger durchleuchtet, untersucht Thorsten Lannert das Umfeld der Imberger&#8217;schen Firma. Verdächtig ist vor allem der ehemalige Produktionsleiter Rudolf Bischoff, der mit seiner Entlassung nicht fertig wird. Der Verdacht scheint sich zu bestätigen, als Bischoff Otto Imberger mit einem <a class="zem_slink" title="Gewehr" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gewehr" rel="wikipedia">Gewehr</a> bedroht &#8230;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Thorsten Lannert</td>
<td>Richy Müller</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Sebastian Bootz</td>
<td>Felix Klare</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Emilia Alvarez</td>
<td>Carolina Vera</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Nika Banovic</td>
<td>Miranda Leonhardt</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Daniel <a class="zem_slink" title="Vogt" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vogt" rel="wikipedia">Vogt</a></td>
<td>Jürgen Hartmann</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Julia Bootz</td>
<td>Maja Schöne</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Otto Imberger</td>
<td>Otto Mellies</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Lukas Imberger</td>
<td>Ole Puppe</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Gerald Imberger</td>
<td>Felix Eitner</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ilse Imberger</td>
<td>Susanne Scholl</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Pia Möller</td>
<td>Ulrike C. Tscharre</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Rudolf Bischoff</td>
<td>Bernd Tauber</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Silvia Hummel</td>
<td>Henrike von Kuick</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Lars Reichardt</td>
<td>Christoph Letkowski</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<caption>Stab</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Regie:</td>
<td>Johannes Grieser</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Buch:</td>
<td>Eva und Volker A. Zahn</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kamera:</td>
<td>Jürgen Carle</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/2012/scherbenhaufen-100.html" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<p>dWB/AP/12-02-17</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/03-filmwelt/'>03. Filmwelt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/aspekte/'>Aspekte</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/blick/'>Blick</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/david-bauer/'>David Bauer</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/felix-klare/'>Felix Klare</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/frage/'>Frage</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/punkte/'>Punkte</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/richy-muller/'>Richy Müller</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/sebastian-bootz/'>Sebastian Bootz</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/spiel/'>Spiel</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/stelle/'>Stelle</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-stuttgart/'>Tatort Stuttgart</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/torsten-lannert/'>Torsten Lannert</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/twitter/'>Twitter</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5235/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5235&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ordnung im Lot &#8211; Tatort 828 / TatortAnthologie 133</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 20:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Auch]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaften]]></category>
		<category><![CDATA[DIE ZEIT]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Grund]]></category>
		<category><![CDATA[Inga Lürsen]]></category>
		<category><![CDATA[Menge]]></category>
		<category><![CDATA[Mira Partecke]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Mommsen]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Erkrankung]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Postel]]></category>
		<category><![CDATA[Schizophrenie]]></category>
		<category><![CDATA[Schulden]]></category>
		<category><![CDATA[Tankstellenbesitzer]]></category>
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		<category><![CDATA[Tatort Bremen]]></category>
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		<description><![CDATA[ES 12.02.2012, Titelfoto (c) BR, Jörg Landsberg Da ist auch das Fachpublikum gefragt Wenn wir einen Sonntags-Tatorterstling erst einen Tag später rezensieren &#8211; dann haben wir entweder am Sonntagabend gar keine Zeit gehabt, was selten vorkommt, weil wir uns die Zeit eigentlich immer rausschneiden, um sofort eine Meinung abzugeben. Oder aber wir lassen einen Tag [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5225&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ES 12.02.2012, Titelfoto (c) BR, Jörg Landsberg</p>
<h3>Da ist auch das Fachpublikum gefragt</h3>
<p>Wenn wir einen Sonntags-Tatorterstling erst einen Tag später rezensieren &#8211; dann haben wir entweder am Sonntagabend gar keine Zeit gehabt, was selten vorkommt, weil wir uns <a class="zem_slink" title="Die Zeit" href="http://www.zeit.de" rel="homepage">die Zeit</a> eigentlich immer rausschneiden, um sofort eine Meinung abzugeben. Oder aber wir lassen einen Tag verstreichen, weil wir uns schwer tun mit so einem Film.</p>
<p>Bei &#8220;Ordnung im Lot&#8221; war&#8217;s letzterer Grund, warum die Rezension erst heute kommt. Dazu muss man auch mal stehen, dass eine sachgerechte Bewertung nicht immer ad hoc möglich ist. Das Dumme ist nur &#8211; wir sind noch nicht viel weitergekommen seit gestern. Vielleicht, weil wir tagsüber zu viel zu tun hatten, um weiter über den neuen Lürsen nachzudenken. Wir haben aber auch noch ein anderes Problem. Wir sind keine Psychotherapeuten und können demgemäß kaum beurteilen, ob die schizophrene Zeugin Sylvia Lange (Mira Partecke) als psychisch Kranke gut inszeniert ist.</p>
<p>Uns hat die Figur fasziniert und wir trösten uns damit, dass es sicher viele Spielarten von Schizophrenie gibt &#8211; und natürlich auch Entwicklungsphasen. Das, was Sylvia Lange als Figur hier zeigt, dürfte schon eine ziemlich fortgeschrittene Phase sein. Wir machen es jetzt so: Wir gehen davon aus, dass in dieser ganz wichtigen Angelegenheit, eine mental abweichende Persönlichkeit glaubwürdig rüberzubringen, genug Fachkompetenz eingesammelt und bei der Verfassung des Drehbuchs und zur Unterstützung der Regie herangezogen wurde.</p>
<p>Unter dieser Prämisse tut man sich mit dem Rest leichter. Großartig gefilmt, keine Frage und selbst für heutige Verhältnisse, also in Zeiten, in denen qualitativ hochwertige Bildsprache manchmal den guten Inhalt esetzen muss. War aber der Inhalt von &#8220;Ordnung im Lot&#8221; gut? Nicht als Krimi, soviel steht felsenfest. Die <a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a> war sehr überschaubar und hätte es nicht diese verwirrende, flirrende Zeugin Sylvia Lange gegeben, hätte man sie als unterirdisch unterentwickelt bezeichnen müssen.</p>
<p>Da es diese Zeugin aber gab und die Ermittlungsarbeit von Lürsen und Stedefreund sich weitgehend darauf beschränkt, dieser Zeugin erstmal keinen Glauben zu schenken, kommt man über die 90 Minuten hinweg und darf Mira Partecke bei ihrem schauspielerischen Grenzgang zusehen. Allein der <a class="zem_slink" title="Mut" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mut" rel="wikipedia">Mut</a>, diese Figur zu sein und sie ganz auszuspielen, ist so viel wert, dass es nicht zu einer ganz niedrigen Einschätzung des Films kommen kann. Das Übriges beleuchten wir in der Rezension.</p>
<h3>Handlung, Besetzung, Stab</h3>
<p>Ein Tankstellenbesitzer liegt erschossen in seinem Verkaufsraum. Hauptkommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund wissen schnell, dass es sich hier um keinen Raubmord handelt, denn in der Kasse befindet sich ein hoher Geldbetrag. Zudem hat der Täter dem <a class="zem_slink" title="Toten" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Toten" rel="wikipedia">Toten</a> post mortem die <a class="zem_slink" title="Augen" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Augen" rel="wikipedia">Augen</a> geschlossen.</p>
<p>Zum Erstaunen der Kommissare wirkt die Familie des Opfers sehr gefasst. Hat sie etwas mit dem Mord zu tun? Auch der 16-jährige Max, der das Opfer gefunden hat, verstrickt sich zunehmend in Widersprüche. Und warum hat seine Mutter bloß solche Panik? Die Kommissare geraten bei ihren Ermittlungen tiefer in Familiengeheimnisse als ihnen lieb ist.</p>
<h2>Besetzung und Stab</h2>
<table>
<caption>Besetzung</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Hauptkommissarin Inga Lürsen</td>
<td>Sabine Postel</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kommissar Stedefreund</td>
<td>Oliver Mommsen</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kriminalassisten Karlsen</td>
<td>Winfried Hammelmann</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Max Lange</td>
<td>Vincent Göhre</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Sylvia Lange</td>
<td>Mira Partecke</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ole Lange</td>
<td>Wolfram Koch</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ruben Tomic</td>
<td>Fabian Busch</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Elke Tomic</td>
<td>Irene Rindje</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ermittler Gerd</td>
<td>Christian Beermann</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Psychologe</td>
<td>Robert Schupp</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Rade Loncar</td>
<td>Luca Maric</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Nachrichtensprecher</td>
<td>Michail Paweletz</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Jure Tomic</td>
<td>Mirsad Dzombic</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ärztin</td>
<td>Franziska Schubert</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Lieferwagen-Fahrer</td>
<td><a class="zem_slink" title="Christian Bergmann" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christian_Bergmann" rel="wikipedia">Christian Bergmann</a></td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Polizist Walter</td>
<td>Jörg Witte</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<caption>Stab</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Regie:</td>
<td>Claudia Prietzel und Peter Henning</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Buch:</td>
<td>Claudia Prietzel und Peter Henning</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kamera:</td>
<td>Bella Halben</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Musik:</td>
<td>Andreas Weiser</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>Die Sehnsucht der Krimiliebhaber</strong></p>
<p><strong></strong>Man muss es zugeben, diese Sehnsucht wird von &#8220;Ordnung im Lot&#8221; nicht erfüllt. Für den Liebhaber des klassischen <a class="zem_slink" title="Films based on Edgar Wallace works" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_Edgar_Wallace_works" rel="wikipedia">Krimis</a> waren das vermutlich vertane 90 Minuten, gestern abend. Klar, dass das Selbstmordmotiv des Tankstellenbesitzers Jure Tomic (Mirsad Dzombic) sehr wenig beleuchtet wird, sonst wäre alles zu früh offensichtlich gewesen. Ja, die Geldsorgen. Da kann man sich schonmal selbst umbringen lassen und auf diese Weise die Familie retten. Schwamm drüber.</p>
<p>&#8220;Ordnung im Lot&#8221; macht deutlich, warum Polizeiruf-Folgen mittlerweile in der Krimigemeinde ein so hohes Ansehen genießen. Sie sind alltagsnäher, derb, nicht so gewaltig überambitioniert wie mancher <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>. Der Tatort hingegen hat es ganz klar zugewiesen bekommen, in immer neue Sphären vorzustoßen und immer neue Experimente ans <a class="zem_slink" title="NK CM Celje" href="http://www.nk-celje.si/" rel="homepage">Publikum</a> zu bringen. Wir rechnen auch &#8220;Ordnung im Lot&#8221;, wie zuletzt <a title="Verschleppt – Tatort 825 / TatortAnthologie 125" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/01/22/verschleppt-tatort-825-tatortanthologie-125/">&#8220;Verschleppt&#8221;</a> und <a title="Das Dorf – Tatort 819 / TatortAnthologie 111" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/12/04/das-dorf-tatort-819-tatortanthologie-111/">&#8220;Das Dorf&#8221;</a> zu den Experimentaltatorten. Man merkt gleich, es gibt eine Menge von dieser Kategorie, in jüngerer Zeit.</p>
<p>Aber war es nicht immer so, dass es immer wieder Neues in diesem Format gab? Ist der heutige Klassiker &#8220;Reifeprüfung&#8221; in den 70ern nicht polarisierend gewesen? Für manche Beurteilung braucht man mehr Abstand als einen Tag. Damit können wir im Moment nicht dienen, sondern müssen mit den noch immer recht unmittelbaren Eindrücken von gestern klarkommen.</p>
<p>Wenn es stimmt, dass der Krimi ein konservatives Genre ist, dann ist es nur logisch, dass progressive Tatorte wie &#8220;Ordnung im Lot&#8221; ihre Stärken nicht gerade auf der kriminalistischen Seite haben. Über die Berechtigung dieser Ausrichtung in einem Krimiformat zu streiten, ist müßig. Wir haben es schon einmal bei einer anderen Rezension geschrieben: Der Tatort hat ein viel größeres Publikum als die Fernsehspiele und ist das Vehikel, mit dem die Sender ihre Botschaften am besten unter die Massen bringen können. Ob die Massen davon immer begeistert sind, ist eine andere Frage, aber zuschauen werden sie am Sonntag darauf wieder &#8211; schon, um sich schlau darüber zu machen, ob es besser oder schlechter wird, ob man sich wieder aufregen darf oder auch mal laut in die Hände klatschen.</p>
<p>Die Sehnsucht der Krimiliebhaber nach dem Klatschen ist verständlich, wir schätzen die experimentell und außergewöhnlich angelegten Tatorte aber auch.</p>
<p><strong>Ein Parforceritt und dann doch ein Abwurf</strong></p>
<p><strong></strong>Wir haben&#8217;s nicht so mit Inga Lürsen, diese Meinung haben wir uns redlich erarbeitet, sind ganz vorurteilsfrei an sie herangegangen, als wir mit der TatortAnthologie begannen, wie an alle anderen Ermittler(innen). In &#8220;Ordnung im Lot&#8221; wirkt sie zwar rau und polternd wie immer, aber wenigstens bleibt die Politik mal draußen. Dass Lürsen zwischenzeitlich etwas derb über die psychisch kranke Frau Lange spricht, dann aber auf ebenso mitreißende wie unglaubwürdige Art aus deren Gekritzel die Lösung des Falles ermittelt, das hat nun einmal so im Drehbuch gestanden. Dafür kann Frau Lürsen nichts und auch nicht Sabine Postel, welche der Figur ihre Prägnanz verleiht (prägnant ist sie und das ist ja auch schon ein Wort und hat einen Wert für sich).</p>
<p>Trotzdem geht der Daumen ermittlungsseitig nach unten. Die beiden Kommissare bringen einfach zu wenig in den Fall ein. Das hätte man anders bringen können, trotz der Dominanz des Psychodramas um Sylvia Lange. So sind die beiden Polizisten darauf angewiesen, dass es ewig dauert, bis mal ein Videorekorder aufgetrieben wird. Wir hätten da aushelfen können, wegen der langen Kassettenlaufzeit zeichenen wir manchmal immer noch mit VHS auf. Lürsen und Stedefreund stochern zwischen Ameisen herum und sind mit Frau Lange und ihrer Familie beschäftigt, von der man im Grunde früh weiß, dass keines ihrer Mitglieder für den Tod von Jure Tomic verantwortlich ist &#8211; und die Forschung nach Alternativen und Verdächtigen bleibt auf  der Strecke. Das ist eben der mangelhafte Krimipart. Wenn man sich dafür entscheidet, experimentelle Tatorte grundsätzlich okay zu finden, darf man sich eben doch fragen, was wäre noch drin gewesen an Kriminalistik, ohne das Experiment zu beschädigen. Wir meinen: einiges.</p>
<p>Man versucht das alles wett zu machen, indem Inga Lürsen schlagartig erleuchtet wird und mit Hilfe der griechischen Mythologie der verqueren Logik der um den Hergang der Tat wissenden Frau Lange und damit dem Ablauf derselben auf die Schliche kommt, wie sie die psychologische Fachkenntnis mit einem Mal selbst besitzt, als  sei sie vom hinzugezogenen Polizeipsychologen übergesprungen, und sich außerdem noch als auf eine Weise altgriechisch gebildet erweist, die man ihr gar nicht zugetraut hätte. Diese Sequenz ist leider so absurd, dass man sich nicht damit herausreden kann, es sei alles satirisch gemeint. Dafür kommt Frau Lürsen immer viel zu ernst und emotional zu distanzlos daher &#8211; und mit ihr die Bremer Tatorte. Dieses Dingens mit dem Achilles und dem Griff in die Kiste der griechischen Mythologie war richtig ernst gemeint (falls nicht, war&#8217;s ein absoluter Insider-Gag).</p>
<p>Am Schluss erweist sich diese Art von Lösung als trojanisches Pferd für den Fall und auch für seine Bewertung und dieses Pferd wirft die Glaubwürdigkeit zusammen mit Inga Lürsen in den Staub. Schade, es hätte ein Hochpunkter werden können, wenn man nur die schauspielerische Leistung von Mira Partecke als Sylvia Lange zugrunde legt.</p>
<p>Nach einem Abwurf kann man liegen bleiben oder sich wieder aufrappeln, das Pferd einfangen und weiterreiten, falls die Gräten noch ganz sind. Der Tatort insgesamt kommt noch einigermaßen durchs Ziel, auch wenn die Knochen schmerzen, aus denen das dramaturgische Gerüst eines Kriminalfilms zusammengebaut sein sollte. Wirklich schlecht ist &#8220;Ordnung im Lot&#8221; nicht. Die Handlung muss gedrückt und gequetscht werden, damit sie sich der Figur Sylvia Lange unterordnen lässt, aber diese Unterordnung ist das Opfer, das man bringen musste, weil man den großen Wurf, die Synthese, nicht konnte.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Man fühlt zuweilen den Mangel, wenn Tatorte zu dezidiert persönlich und auf ungewöhnliche Figuren konzentriert werden. Es geht dabei um die Präzision, die sich durch Minimierung ausdrückt. Mancher Drehbuchautor sollte mal ein Seminar in &#8220;fiction writing&#8221; machen. Das würde nicht nur viele Füllwörter vermeiden, sondern auch die Redundanzen, die inhaltlich manchen Tatort zäher machen, als er bei gehöriger Straffung und schlanker Dialogführung wäre. Dieses leicht Aufgeblasene spürt man zuweilen auch in &#8220;Ordnung im Lot&#8221;. So eindringlich die Figur der Sylvia Lange wirkt, so wenig hätte es geschadet, ihre Dialoge um 20 Prozent aufs Wichtige zu kürzen und dafür Lürsen und Stedefreund mehr arbeiten zu lassen. Nicht die Idee ist schlecht, nicht die Schauspielleistungen sind es, aber die Proportionen des Films sind unausgewogen.</p>
<p>Und, ja, das ist ein technischer Mangel, wenn sich ein Krimi in seinen Ideen verliert, anstatt sie konsequent voranzutreiben und auf maximale Wirkung durch gezielten, mithin sparsamen Einsatz der Mittel zu trimmen. Das hat auch nichts damit  zu tun, wie experimentell oder fortschrittlich ein Krimi ist. Der wirklich progressive Film war manchmal viel artifizieller als jeder bisherige Tatort. Aber er war gnadenlos durchkomponiert. Das fehlt zum Beispiel bei &#8220;Ordnung im Lot&#8221;, damit aus einem überwiegenden Psychodrama ein grandioser Psychothriller hätte werden können.</p>
<p>S<strong>o gibt es nur eine knapp durchschnittliche Bewertung von 7,0/10, die Pluspunkte vorwiegend für die mutige und alles, was das Drehbuch hergibt soweit wie möglich ins Lot bringende Darstellung von Mira Partecke.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-13</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/auch/'>Auch</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/botschaften/'>Botschaften</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/die-zeit/'>DIE ZEIT</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/glauben/'>Glauben</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/grund/'>Grund</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/inga-lursen/'>Inga Lürsen</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/menge/'>Menge</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/mira-partecke/'>Mira Partecke</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/oliver-mommsen/'>Oliver Mommsen</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/psychische-erkrankung/'>psychische Erkrankung</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/sabine-postel/'>Sabine Postel</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/schizophrenie/'>Schizophrenie</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/schulden/'>Schulden</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tankstellenbesitzer/'>Tankstellenbesitzer</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort/'>Tatort</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-bremen/'>Tatort Bremen</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/versicherungsbetrug/'>Versicherungsbetrug</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5225/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5225/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5225&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tango für Borowski &#8211; Tatort 761 / TatortAnthologie 132</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 21:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[NDR 11.02.2012, ES 04.04.2010 / Titelfoto (c) NDR, Pasi Räsämäki Liebe und Tod in finnischen Wäldern Mit Hannu Salonen hat ein echter Finne bei Klaus Borowskis Go North die Regie geführt. Demgemäß kann nicht viel schiefgehen, sollte man meinen. Tut es auch nicht, was schöne Bilder von einsamen Weiten und schräge Charaktere angeht. Die Finnen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5216&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>NDR 11.02.2012, ES 04.04.2010 / Titelfoto (c) NDR, Pasi Räsämäki</p>
<h3>Liebe und Tod in finnischen Wäldern</h3>
<p>Mit Hannu Salonen hat ein echter Finne bei Klaus Borowskis Go North die Regie geführt. Demgemäß kann nicht viel schiefgehen, sollte man meinen. Tut es auch nicht, was schöne Bilder von einsamen Weiten und schräge Charaktere angeht. Die Finnen sind vermutlich die coolsten Typen in ganz Europa, angesichts ihrer geografischen Ansiedlung nicht verwunderlich. Die Isländer setzen vielleicht noch eins drauf, aber schon die Schweden wirken mit ihrem exemplarisch ausbalancierten Staatswesen und ihrer recht effizienten <a class="zem_slink" title="Polizei" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Polizei" rel="wikipedia">Polizei</a> wesentlich mitteleuropäischer als Finnen, wie sie hier einen Tango für Borowski spielen.</p>
<p>Man staunt über Menschen, die eher aus Werken der finnischen Kaurismäki-Brüder entsprungen sind als aus Nordkrimis à la Mankell oder Nesser. Demgemäß dürfen Polizisten auch dümmer sein, als die Polizei erlaubt. Davon lässt sich sogar der Nordischste unter den deutschen <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>-Ermittlern anstecken und somit kommt die <a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a> in Fahrt. Trotzdem wirkt Borowski gegenüber den örtlichen Co-Ermittlern noch &#8220;superior&#8221;. Alle wichtigen Ermittlungsschritte und -erkenntnisse gehen von ihm aus, und selbst die sind nicht immer logisch oder fein gesponnen. Kostprobe: Der Serienmörder, der schon so viele Paare auf dem Gewissen hat, der kann die Anni nicht umgebracht haben, weil, der andere Teil des Paares, der junge Deutsche Ralph, der lebt ja noch. Diese Art von rabulistischem Einstieg in Täterpsychologie kann auch parodistisch gemeint sein.</p>
<p>So genau weiß man das beim Regisseur Salonen nicht, von dem wir neulich <a title="Verschleppt – Tatort 825 / TatortAnthologie 125" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/01/22/verschleppt-tatort-825-tatortanthologie-125/">&#8220;Verschleppt&#8221;</a> sahen, wo er sich ganz ins Südwestdeutsche gewagt hat und sicherheitshalber einen Film gemacht, der Vorbilder zitiert, aber nichts mit dem Land zu tun hat, in dem er spielt. Aber auch dort &#8211; man bemerke die Ähnlichkeiten &#8211; wirken die Figuren schräg und oft nicht sehr helle. Und auch dort trifft das besonders auf die Ermittler zu, die zwar kräftig, aber auch am Rande des Irrsinns agieren.</p>
<p>Zu den verrückten Einfällen von &#8220;Tango für Borowski&#8221; gehört es unter anderem, ganz weit im Norden, wo die Sonne monatelang nicht untergeht, die Liebe zwischen dem Kommissar und seiner Psychologin Frieda Jung zu beerdigen. Ein weiteres Opfer eines insgesamt verlustreichen <a class="zem_slink" title="Films based on Edgar Wallace works" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_Edgar_Wallace_works" rel="wikipedia">Krimis</a>. Aber welch ein hübsches Gedicht zum Abschied hat sie ihm geschrieben, nachdem Nähe nun doch nicht möglich war.</p>
<h3>Handlung, Besetzung, Stab</h3>
<p>I.Klaus Borowski soll den deutschen Jugendlichen Ralph Böttcher in Finnland zu einem laufenden Verfahren befragen &#8211; eine willkommene Abwechslung im <a class="zem_slink" title="Alltag" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alltag" rel="wikipedia">Alltag</a> des Ermittlers. Böttcher, ein 17-jähriger ehemaliger Junkie, lebt im Rahmen einer Resozialisierungsmaßnahme in einem finnischen Camp und soll ein Mädchen aus dem Nachbardorf, Anni, vergewaltigt und ermordet haben. Er bestreitet die Tat, sitzt aber zur Untersuchung in einem finnischen Gefängnis.</p>
<p>Als Borowski und sein finnischer Kollege Mikko den Jungen zusammen nach Helsinki überführen wollen, unterläuft ihnen ein folgenschwerer Fehler: Ralph Böttcher schlägt Borowski nieder, überlistet Mikko und flüchtet in dessen Auto und vor allem mit dessen Dienstwaffe. Mikko, seine Kollegin Tuulia und deren Chef Rane nehmen die Verfolgung auf und untersuchen auch den Fall der toten Anni erneut. Borowski unterstützt sie dabei gemeinsam mit seiner deutschen Kollegin, der Polizeipsychologin Frieda Jung. Sie ist nachgereist, um ihrem Kollegen zu helfen.</p>
<p>Doch die Ermittlungen drehen sich im Kreis &#8211; und Borowski weiß irgendwann nicht mehr, was er glauben soll. Schlaflosigkeit, verwirrende Gefühle für Frieda Jung und dieser seltsame finnische Tango bringen den Kieler Kommissar an seine Grenzen.</p>
<p>Personen:</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>Klaus Borowski</td>
<td>Axel Milberg</td>
</tr>
<tr>
<td>Frieda Jung</td>
<td>Maren Eggert</td>
</tr>
<tr>
<td>Mikko Väisanen</td>
<td>Janne Hyytiäinen</td>
</tr>
<tr>
<td>Vallu</td>
<td>Antti Reini</td>
</tr>
<tr>
<td>Ralph Böttcher</td>
<td>Florian Bartholomäi</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>und andere</p>
<p>Musik: Michael Klaukien und Andreas Lonardoni<br />
Kamera: Andreas Doub<br />
Buch: Clemens Murath<br />
Regie: Hannu Salonen</p>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=7EAF42F2FC060FD49BE71F55A9DD5E51" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>In Teile teilen</strong></p>
<p><strong></strong>Wenn man ihn einheitlich betrachten will, kommt man dem Tatort 761 nicht bei. Man kann ihn aber zerlegen. Da ist zum Beispiel das Roadmovie à la Kaurismäkis. Das ist recht gelungen, wenn man bedenkt, dass es hier nicht darum geht, in erster Linie eine Reise zu erzählen, sondern einen Täter zu ermitteln. Schließlich ist der 14. Borowski und erste Tatort in Finnland ein lupenreiner &#8220;Whodunnit.&#8221;</p>
<p>Dass der Film seinen Auftrag als Ratespiel nicht so ernst nimmt, scheint aber typisch für Salonen und diejenigen zu sein, die seine Drehbücher schreiben. Die Mordserie, die wenigen Verdächtigen und wie am Ende der Fall aufgelöst wird, das ist genauso rau wie das Nordland, eckig ohne Feinschliff. Warum auch nicht. Wenn man diesen Tatort von all den skurrilen Einfällen und Typen getrennt als Fall ansieht, gibt er nicht sehr viel her. Sollte er vermutlich auch nicht.</p>
<p>Die Regie verlässt sich sehr auf die Macht von Nadelgehölz-Ablichtungen, auf Männer, wie wir sie aus amerikanischen Roadmovies kennen, in denen irgendein abgeschieden hausender Irrer harmlose Zeitgenossen zu verfolgen beginnt, die zufällig durchs unheimlich weite Land fahren &#8211; und auf einen Axel Milberg, der den knurrigen Norddeutsch-Kommissar in Finnland sehr authentisch wirken lässt.</p>
<p>Dadurch kommt das Ganze nicht so satirisch im Sinne des Aufeinanderprallens verschiedener Welten, als wenn man zum Beispiel einen Schwung Rheinländer ins karge Tangoland verfrachtet hätte &#8211; in dem die wenigen Straßen besser befahrbar wirken als diejenigen ähnlicher Kategorie in Brandenburg und bestimmt steht dort auch  nicht hinter jedem dritten Baum ein hinterhältiges und sicherheitstechnisch sinnfreies Blitzgerät. Für sowas sind die Finnen einfach zu cool. Aber ob die Polizei da oben wirklich diese alten <a class="zem_slink" title="Saab 99" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Saab_99" rel="wikipedia">Saab 99</a>-Modelle einsetzt, die vor mindestens 25 Jahren gebaut wurden? Zuzutrauen ist es diesen Landeiern, von denen fast jedes das Potenzial zum Prollprototyp oder / und zum Serienmörder hat, was ohnehin beinahe das Gleiche ist. Vielleicht sind es mehrheitlich auch <a class="zem_slink" title="Saab 900" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Saab_900" rel="wikipedia">Saab 900</a>-Modelle, die wären dann höchstens 15 Jahre alt.</p>
<p><strong>Adieu Frieda, welcome Taiga</strong></p>
<p><strong></strong>Ob es so gedacht war? Dass der einsame Wolf, der Borowski ja im Grunde immer war und bleiben wird, in der Waldeinsamkeit seine zarte Liebe verliert, das finden wir durchaus passend. Ein letztes Rendezvous, getarnt als Ermittlungshilfe, die sachlich gar nicht notwendig scheint, ein Fenster, das sich nicht verhängen lassen will, Zärtlichkeit im sanften und doch alles zeigenden Licht der Mitternachtssonne. Der Tango für Borowski hat seine schönen und intensiven Momente, keine Frage. Er ist genau dort stark, wo man es bei einem Tatort nicht erwartet.</p>
<p>In Wirklichkeit war es so, dass die Schauspielerin Maren Eggert, die Frieda Jung verkörpert, wegen eines hochrangingen Theaterengagements keine Zeit mehr für ihre Psychologinnen-Rolle in den Kiel-Tatorten hatte. Die Macher hatten also nicht vor, sie und Borowski zu trennen. Schön wär&#8217;s geworden, da sind wir sicher, die beiden zu sehen, wie sie Nähe wollen und wagen und doch nicht heiraten, denn dann &#8211; dann wäre mal wieder eine Geschichte zu Ende erzählt, um einen zuletzt viel strapazierten Satz zu gebrauchen. Der Abgang mit einem Gedicht wirkt gar nicht unschlüssig, und dass so etwas passiert, nur, weil Borowski einen Tango mit einer anderen tanzt und das schon an die Substanz dieser fragilen Beziehung zwischen Polizist und Psychologin geht, das können wir uns vorstellen. Es war nicht so schwierig, Frieda aus den Borowski-Tatorten herauszuschreiben und ein  Hauch von Melancholie und Abschied eignet doch den unendlichen Weiten Finnlands recht gut.</p>
<p>Mit der neuen Assistentin Sarah Brandt wird es keine Fortsetzung geben. Die ist nämlich so jung, dass dies politisch nicht korrekt wäre. Der politischen Korrektheit kann sich die unaufgeregte und in den letzten Folgen richtig urige Kieler Tatortvariante wohl in punkto Darstellung nordischer Völker, jedoch gewiss nicht bezüglich des Altersunterschieds zwischen Sexualpartnern entziehen.</p>
<p>Dort gehen Menschen verloren, die in Wirklichkeit ermordet werden. Am Ende scheitert auch Borowskis Mission, nämlich den jungen Deutschen Ralph auszuermitteln und herauszufinden, ob dieser wirklich ein finnisches Mädchen auf dem Gewissen hat. Zwar kommt die Wahrheit ans Licht, aber aufgrund eines von mehreren Fehlern, die Borowski in diesem etwas halluzigenen Tatort begeht, findet Ralph den frühen Tod.</p>
<p>In der Taiga, da verlieren Polizisten Verdächtige, die fahren einfach mit dem Saab davon. In der Folge verlieren sich die Polizisten gegenseitig aus den Augen und der Verdächtige verliert sein Leben. Gut, dass Borowski kein  Handy mithatte, bestimmt ist diese Taiga ein einziges, großes Funkloch, Nokia als Symbol des anderen, des technischen &#8211; aber taigafernen &#8211; Finnentums zum Trotz.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Die Kiel-Tatorte mit Klaus Borowski, die wir bisher für den Wahlberliner rezensiert haben, weisen alle etwas Besonderes auf. Starke Typen, manchmal kombiniert mit viel Stimmung unterschiedlicher Art. Am besten wirkt sie auf den Zuschauer, wenn sie mit Borowskis Typ harmoniert, wie in dem wunderschön melancholisch-zarten <a title="Borowski und die Sterne – Tatort 749 / TatortAnthologie 79" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/08/21/borowski-und-die-sterne-tatort-749-tatortanthologie-79/" target="_blank">&#8220;Borowski und die Sterne&#8221;</a>, in dem der Ermittler und seine Frieda sich ganz nah kommen und der uns zu Fans dieses Kommissars gemacht hat.</p>
<p>Das Gute an ihm ist, dass seine zurückhaltende, aber wirksame Art zu spielen viel Raum für Atmosphärisches lässt. Ob ein beinahe verlassenes Kieler Hotel oder die finnische Taiga, beides lässt sich raumfüllend mit Borowski verbinden und es ergibt sich ein eigenartiger Swing in Moll. Damit ist Kiel derzeit der einzige norddeutsche Tatort, der das Nordische, das Stille und Große wirklich lebt und nicht unter prätentiösen Ermittlerpersönlichkeiten begräbt, der es nicht zulässt, dass sich Egos so aufbauen, dass der Blick aufs Meer, auf die Sterne und die finnische Waldeinsamkeit komplett verstellt wird.</p>
<p>Deshalb können wir auch diesem plottechnisch eher schwachen Borowski-Krimi keine schlechte Note geben. Die Figuren inklusive derer des Kieler Kommissars und die beinahe epischen Bilder gleichen die handlungsseitigen Mängel in etwa aus, <strong>so dass wir im Ganzen auf 7,5/10 kommen und es nicht überbewerten wollen, dass wir nach ca. 65 Minuten mal zur Uhr rüberschauten, weil der Plot da gerade ziemlich im finnischen Nadelgehölz festhing.<br />
</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-11</p>
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		<title>Der traurige König &#8211; Tatort 829 / Vorschau ARD 26.02.2012, 20:15 Uhr</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 19:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bayerischer Rundfunk]]></category>
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		<description><![CDATA[Titelfoto (c) Bayerischer Rundfunk, Kerstin Stelter Gigantenkrimi? Die Münchener Hauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) werden am 26. Februar in ihrem 61. Tatortfall zu sehen sein. Reine Fakten sagen über die beiden Ermittler nicht alles aus, aber doch sehr viel. Niemals bisher hat ein Ermittlerpaar eine solche Anzahl von Folgen erreicht. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5209&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Titelfoto (c) <a class="zem_slink" title="Bayerischer Rundfunk" href="http://maps.google.com/maps?ll=48.1427777778,11.5536111111&amp;spn=0.01,0.01&amp;q=48.1427777778,11.5536111111%20%28Bayerischer%20Rundfunk%29&amp;t=h" rel="geolocation">Bayerischer Rundfunk</a>, Kerstin Stelter</p>
<h3>Gigantenkrimi?</h3>
<p>Die Münchener Hauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) werden am 26. Februar in ihrem 61. Tatortfall zu sehen sein.</p>
<p>Reine Fakten sagen über die beiden Ermittler nicht alles aus, aber doch sehr viel.</p>
<ul>
<li>Niemals bisher hat ein Ermittlerpaar eine solche Anzahl von Folgen erreicht.</li>
</ul>
<ul>
<li>Niemand außer Lena Odenthal hat es bisher auf eine so lange Dienstzeit gebracht (Odenthal leitet ihre Dienststelle seit 1989, die Münchener sind seit 1991 zusammen tätig).</li>
</ul>
<p>Die beiden sind also <em>das </em>Erfolgsduo des deutschen <a class="zem_slink" title="Films based on Edgar Wallace works" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_Edgar_Wallace_works" rel="wikipedia">Krimis</a> seit der <a class="zem_slink" title="German reunification" href="http://en.wikipedia.org/wiki/German_reunification" rel="wikipedia">Wiedervereinigung</a>. Was wir noch beachtlicher finden als die lange Dienstzeit, die schon eine Generation umspannt, ist etwas anderes &#8211; dass ihre Fälle von der führenden <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>-Community, den Nutzern des Tatort-Fundus besonders geschätzt werden.</p>
<p>Eine Rangliste von nicht weniger als 828 Fällen (und einigen zusätzlichen Folgen) zeigt es deutlich:</p>
<ul>
<li>Unter den Top Ten dieser Liste finden sich vier Fälle von Batic und Leitmayr, zwei davon führen die Liste sogar an.</li>
</ul>
<p>Den Spitzenreiter, der mit sicherem Punkte-Abstand die Liste anführt, haben wir für den Wahlberliner noch nicht rezensiert, wohl aber die Nr. 2 und die Nr. 4 der Münchener Top-Fälle:</p>
<p>- <a title="Der oide Depp – Tatort 696 / TatortAnthologie 63" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/07/20/der-oide-depp-tatort-696-tatortanthologie-63/">&#8220;Der oide Depp&#8221;</a> und</p>
<p>- <a title="Ein mörderisches Märchen – Tatort 464 / TatortAnthologie 2" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/04/11/ein-morderisches-marchen-tatort-2/">&#8220;Ein mörderisches Märchen</a>&#8220;.</p>
<p>In unserer Rangfolge liegen diese Tatorte sehr gut, aber gehören nicht zu der am höchsten bewerteten <a class="zem_slink" title="Otto Gruppe" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Otto_Gruppe" rel="wikipedia">Gruppe</a> (die gegenwärtigen Tops bekamen 9/10, vergeben für 3 von 133 rezensierten Folgen).</p>
<p>Erstaunlich ist, dass die Münchener sich so lange so gut halten. Kaum Abnutzungserscheinungen (der Alltime-Winner &#8220;Nie wieder frei sein&#8221; ist aus 2011).  Batic und Leitmayr können es also nach wie vor und sind vielleicht sogar im Lauf der Zeit besser geworden.</p>
<p>Die Erwartungen an &#8220;Der traurige König&#8221; sind also hoch. <a title="Ein ganz normaler Fall – Tatort 818 / TatortAnthologie 110" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/11/27/ein-ganz-normaler-fall-tatort-818-tatortanthologie-110/">&#8220;Ein ganz normaler Fall&#8221;</a>, die bisher neueste Folge aus der bayerischen Hauptstadt, konnte uns nicht komplett überzeugen. Und eine wichtige Frage nicht beantworten: Wird das hohe Niveau nach dem Tod der Produktionsleiterin Silvia Koller zu halten sein, die den Münchenern all die legendären Stoffe verpasst hat, die zur Tatortgeschichte gehören?</p>
<p>Wertig sind die Folgen aus Bayern immer, gediegener Fernseharbeit gehört dort zu den Grundtatbeständen. Jetzt kommt&#8217;s drauf an, wieder etwas zu bringen, das auch mitreißt. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die beiden starken Typen, die es auch dann reißen können, wenn das Material einmal nicht so grandios ist.</p>
<p>Wird die junge Kollegin, die im 828. Tatort zu den langjährigen Kollegen stößt, diese Folge überstehen und in der nächsten aus <a class="zem_slink" title="Munich" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Munich" rel="wikipedia">München</a> dabei sein? Wird hier sogar eine Nachfolgerin aufgebaut? Wie wird das Verhältnis der beiden Recken im Dienst der Gerechtigkeit sich entwickeln, nachdem es in &#8220;Der traurige König&#8221; auf eine Probe gestellt werden wird? Wie wird Franz Leitmayr aus der Sache mit dem Schusswaffengebrauch herauskommen, der offenbar unter Medikamenteneinfluss stattfand?</p>
<p>Wir werden am 26. Februar dabei sein, wenn Batic und Leitmayr ihren Fall Nr. 61 lösen und unseren Lesern über unsere Eindrücke berichten.</p>
<h3>Handlung:</h3>
<p>Was sind schon Zahnschmerzen, wenn man von seinem Vorgesetzten Brandner unvermutet eine junge Kollegin zur Seite gestellt bekommt – zu Ausbildungszwecken. Die Münchner Hauptkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic geben sich höflich und durchaus nicht uninteressiert. Die junge Kollegin gewinnt zunehmend Pluspunkte.</p>
<p>Auf einer Routine-Dienstfahrt kommen die drei in eine prekäre Situation. In einem brennenden PKW vor einem Bauernhof können sie die Umrisse einer Person erkennen, bevor der Wagen explodiert. Im Fenster des angrenzenden Bauernhofs sehen sie die Silhouette eines Mannes. Leitmayr will den Mann stellen. Es fallen Schüsse. Leitmayr trifft drei Mal. Siggi Aumeister bricht zusammen und fällt ins Koma. Sofort beginnen die internen Ermittlungen zu greifen. Franz Leitmayr muss seine Waffe zur Spurensicherung abgeben. Es kommt zur Durchsuchung seines Büros – routinemäßig nach Alkohol und <a class="zem_slink" title="Drogen" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Drogen" rel="wikipedia">Drogen</a>. Vorschriftsmäßig wird nach &#8220;Schusswaffenerlebnissen&#8221; dem Polizisten Leitmayr eine Beurlaubung angeboten. Er muss vor einer Untersuchungskommission aussagen.</p>
<p>Besonders nachhaltig agiert in diesem Zusammenhang Ermittler Maus. Wieso erkannte Leitmayr nicht, dass es sich bei der Waffe seines Gegenübers um ein &#8220;Replikat&#8221; gehandelt hat? Eine psychologische Beratung steht an: Therapeutin Sophie Wiesmann weigert sich dabei, dem Patienten Leitmayr Schlaftabletten zu verschreiben. Und ausgerechnet Batic hat der Untersuchungskommission gegenüber ausgesagt, dass Leitmayr am Tattag Schmerztabletten eingenommen hat. Wieso fällt Batic seinem langjährigen Kollegen Leitmayr in den Rücken?</p>
<p><strong><a name="inhalt"></a>Inhalt</strong></p>
<h1>Der traurige König</h1>
<p>Was sind schon Zahnschmerzen, wenn man von seinem Vorgesetzten Brandner unvermutet eine junge Kollegin zur Seite gestellt bekommt – zu Ausbildungszwecken. Die Münchner Hauptkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic geben sich höflich und durchaus nicht uninteressiert. Die junge Kollegin gewinnt zunehmend Pluspunkte.</p>
<p>Auf einer Routine-Dienstfahrt kommen die drei in eine prekäre Situation. In einem brennenden PKW vor einem Bauernhof können sie die Umrisse einer Person erkennen, bevor der Wagen explodiert. Im Fenster des angrenzenden Bauernhofs sehen sie die Silhouette eines Mannes. Leitmayr will den Mann stellen. Es fallen Schüsse. Leitmayr trifft drei Mal. Siggi Aumeister bricht zusammen und fällt ins Koma. Sofort beginnen die internen Ermittlungen zu greifen. Franz Leitmayr muss seine Waffe zur Spurensicherung abgeben. Es kommt zur Durchsuchung seines Büros – routinemäßig nach Alkohol und Drogen. Vorschriftsmäßig wird nach &#8220;Schusswaffenerlebnissen&#8221; dem Polizisten Leitmayr eine Beurlaubung angeboten. Er muss vor einer Untersuchungskommission aussagen.</p>
<p>Besonders nachhaltig agiert in diesem Zusammenhang Ermittler Maus. Wieso erkannte Leitmayr nicht, dass es sich bei der Waffe seines Gegenübers um ein &#8220;Replikat&#8221; gehandelt hat? Eine psychologische Beratung steht an: Therapeutin Sophie Wiesmann weigert sich dabei, dem Patienten Leitmayr Schlaftabletten zu verschreiben. Und ausgerechnet Batic hat der Untersuchungskommission gegenüber ausgesagt, dass Leitmayr am Tattag Schmerztabletten eingenommen hat. Wieso fällt Batic seinem langjährigen Kollegen Leitmayr in den Rücken?</p>
<p>Weitaus schlimmer aber ist es, den Eltern des schwer verletzten Siggi gegenüberzustehen. Schorsch und Elisabeth Aumeister betreiben in unmittelbarer Nachbarschaft von Leitmayr ein alteingesessenes Eisen- und Haushaltswarengeschäft. Mutter Elisabeth und Vater Schorsch kennen Franz Leitmayr als Kunden. Sie ahnen nicht, dass ausgerechnet er die Schüsse auf ihren geliebten Sohn abgegeben hat. Es gibt Automatenbilder, auf denen Siggi Aumeister fröhlich mit einer Frau posiert. Doch von der Familie will niemand Adriana Kaminski kennen. Der ältere Sohn Markus lebt nicht mehr im Elternhaus. Als stellvertretender Filialleiter eines Baumarkts führt er ein eigenständiges Leben. Doch die Fassade bröckelt. Es gab einen Überfall im Baumarkt, an dem mutmaßlich Bruder Siggi beteiligt war. Welches Geheimnis verbirgt die Familie?</p>
<p>Als Siggi im Krankenhaus stirbt, stehen die Zeichen für Hauptkommissar Leitmayr innerhalb seiner Dienststelle auf Sturm. Und nicht nur da. Mutter Elisabeth sieht sich hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Mann Schorsch, der sich ahnungslos verschuldet hat, und ihren zwei Söhnen. Und sie weiß genau: Wenn der Laden stirbt, stirbt auch Schorsch.</p>
<h2>Besetzung und Stab</h2>
<table>
<caption>Besetzung</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kriminalhauptkommissar Ivo Batic</td>
<td>Miroslav Nemec</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr</td>
<td>Udo Wachtveitl</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Julia</td>
<td>Sylta Fee Wegmann</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Brandner</td>
<td>Alexander Held</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Maus</td>
<td>Torsten Michelis</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Siggi Aumeister</td>
<td>Lasse Myhr</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Markus Aumeister</td>
<td>Stephan Zinner</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Elisabeth Aumeister</td>
<td>Elisabeth Orth</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Schorsch Aumeister</td>
<td>Wolfgang Hübsch</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Wolf</td>
<td>Thomas Darchinger</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Arzt</td>
<td>Harry Blank</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Nachbarin</td>
<td>Angelika Bender</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Waffenmeister</td>
<td>Harry Täschner</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Adriana</td>
<td>Lisa Hofer</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<caption>Stab</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Regie:</td>
<td>Thomas Stiller</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row"></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kamera:</td>
<td>Philipp Sichler</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Musik:</td>
<td>Fabian Römer</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung und Stab: <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/2012/der-traurige-koenig-100.html" target="_blank">Das Erste</a>)</p>
<p>dWB/AP/12-02-10</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/bayerischer-rundfunk/'>Bayerischer Rundfunk</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/bayern/'>Bayern</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/bild/'>Bild</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/drogen/'>Drogen</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/folge/'>Folge</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/frage/'>Frage</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/franz-leitmayr/'>Franz Leitmayr</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/german-reunification/'>German reunification</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/gruppe/'>Gruppe</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/ivo-batic/'>Ivo Batic</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/liste/'>Liste</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/niveau/'>Niveau</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-der-traurige-konig/'>Tatort Der traurige König</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-munchen/'>Tatort München</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5209/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5209/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5209&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Kein Entkommen &#8211; Tatort 827 / TatortAnthologie 131</title>
		<link>http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/05/kein-entkommen-tatort-827-tatortanthologie-131/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 23:20:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Filmwelt]]></category>
		<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Adele Neuhauser]]></category>
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		<category><![CDATA[Nein]]></category>
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		<category><![CDATA[Serben]]></category>
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		<category><![CDATA[Werk]]></category>

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		<description><![CDATA[ES 06.02.2012 / Titelfoto (c) ORF, Petro Domenigg Kein Entkommen, kein Ende, keine politische Korrektheit Morgen früh müssen wir ziemlich früh aus den Federn wegen Dienstreise. Aber der Kommentar zu diesem Tatort muss trotzdem heute noch geschrieben sein. Wir haben auch eine Schniefnase, aber das lag mehr am anschließenden Günter Jauch. War nicht schlecht, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5201&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ES 06.02.2012 / Titelfoto (c) <a class="zem_slink" title="ORF (broadcaster)" href="http://www.orf.at/" rel="homepage">ORF</a>, Petro Domenigg</p>
<h3>Kein Entkommen, kein Ende, keine politische Korrektheit</h3>
<p>Morgen früh müssen wir ziemlich früh aus den Federn wegen Dienstreise. Aber der Kommentar zu diesem <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a> muss trotzdem heute noch geschrieben sein. Wir haben auch eine Schniefnase, aber das lag mehr am anschließenden Günter Jauch. War nicht schlecht, die Sendung im <a class="zem_slink" title="Anschluss" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anschluss" rel="wikipedia">Anschluss</a> anzuschauen.</p>
<p>Hass macht Spaß, so das Motto des Tatorts &#8211; und welche zivilisatorische Mühe macht es, diesem über Generationen hinweg den Nährboden zu entziehen. Die serbischen Extremisten stehen im Grunde für alle Extremisten, so kann man es sich zurechtlegen, wenn man die mangelnde politische Korrektheit dieses Tatorts als hintergründigen Wiener Schmäh auslegen will. Aber dass die Österreicher mit den Serben nicht besonders können, ist wohl auch kein Geheimnis. Im Film ist davon die Rede, dass serbische Nationalisten ihr Land als den Stein ansehen, an dem Weltordnungen zerschellen. Es ist klar, was gemeint ist: Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers <a class="zem_slink" title="Franz Ferdinand (band)" href="http://www.franzferdinand.co.uk" rel="homepage">Franz Ferdinand</a> durch einen serbischen Nationalisten in Sarajewo. Man schrieb das Jahr 1914.</p>
<p>Dieses Attentat hat tatsächlich alle nationalistischen Gespenster des frühen 20. Jahrhunderts aus der Flasche gelassen und nicht nur das heute als irgendwie gemütlich-imperial verklärte Vielvölkerstaatswesen <a class="zem_slink" title="Austria-Hungary" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Austria-Hungary" rel="wikipedia">Österreich-Ungarn</a> zerstört, zu dem auch Serbien gehörte. Wenn man so will, verknüpfen sich alle weiteren Großverbrechen, die auf deutschem und österreichischem Boden und darüber hinaus in der  Folge entstanden sind, mit diesem ohrenbetäubenden politischen Knall und den daraus entstandenen Traumata.</p>
<p>Deswegen ist es nicht leicht, zum einen die Linie des Films zu bewerten und zum anderen noch seine Qualität als <a class="zem_slink" title="Films based on Edgar Wallace works" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_Edgar_Wallace_works" rel="wikipedia">Krimi</a>. Wir haben uns jedoch früh entschieden, den Daumen zu heben. Und wenn man das bei einem Werk wie diesem tut, dann wackelt man sich nicht vor bis auf zehn vor elf, sondern bleibt allenfalls kurz vor Mittag stehen, wegen einiger Kleinigkeiten wie zum Beispiel der etwas zu lustvoll ausgespielten Tendenz, es ganz schlimm mit dem Leichen sammeln und auch interpretationsfähig fremdenfeindlich zu treiben. Denn auch so kann man den Tatort &#8220;Kein Entkommen&#8221; lesen: Dass die Serben nur pars pro toto gestellt werden für alle wüsten Einwanderer, die sprachlich und auch sonst ihr eigenes Süppchen in ihren eigenen Lokalitäten mitten in <a class="zem_slink" title="Vienna" href="http://maps.google.com/maps?ll=48.2088888889,16.3725&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=48.2088888889,16.3725%20%28Vienna%29&amp;t=h" rel="geolocation">Wien</a> und anderen friedlichen mitteleuropäischen Städten kochen &#8211; was dann irgendwann die friedlichen Ureinwohner und im Grunde gutmütigen Polizisten zum Überkochen bringt.</p>
<p>Ob die vielen <a class="zem_slink" title="Toten" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Toten" rel="wikipedia">Toten</a> als Ausdruck einer eskalierenden Lage realistisch sind, ob dramaturgisch notwendig oder nicht, ob die Art, wie sie geradezu trocken per schallgedämmter Schusswaffen erzeugt werden, etwas ganz subtil Parodistisches hat, man kann auf jeden Fall sagen, dieser Tatort ist auf die etwas irre Art gut gespielt und er wäre es auch mit ein paar Leichen weniger gewesen. Der Schockeffekt ist zwar moderat, die Verwirrung ob der Gewaltexzesse trotzdem vorhanden. Und dann dieses Ende. Nein, kein Entkommen. So etwas haben wir bisher noch nicht in einem Tatort gesehen. Das ist mutig und ganz schön böse. So, wie wir uns die Wiener irgendwann mal gewünscht haben. Dieses coming out kann man nicht niederschreiben, auch wenn man angesichts der Tendenz des Films das Magengrummeln noch nicht ganz losgeworden ist.</p>
<h3>Handlung</h3>
<p>Als zwei Killer einen Studenten, der einen Putztrupp abholen soll, auf dem Parkdeck eines Einkaufszentrums erschießen, liegt Major Moritz Eisner schweißgebadet, grippekrank und griesgrämig zu Hause. So blafft er seine Tochter Claudia und seine neue Assistentin Bibi Fellner an: &#8220;Ich bin im Krankenstand. Ich brauche Ruhe und keine hysterischen Weiber um mein Bett.&#8221; Doch der Mordfall und Bibis gespielte <a class="zem_slink" title="Heideggerian terminology" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Heideggerian_terminology" rel="wikipedia">Gelassenheit</a>: &#8220;Na ja, jetzt muss ich halt allein dahin&#8221;, lassen ihn schlagartig gesunden.</p>
<p>Schnell finden beide Ermittler heraus, dass dieser Anschlag ein Versehen war und einem anderen Fahrer galt – Josef Müller, der in Wahrheit Mirko Gradic heißt. Umgehend versuchen die Auftragsmörder, ihren &#8220;Fehler&#8221; zu korrigieren. Doch Mirko kann fliehen und stellt sich mit seinen geheimen Aufzeichnungen der Polizei. Er schwebt in akuter Lebensgefahr, weil er im Balkankrieg von der paramilitärischen Einheit &#8220;Sveti Tigar&#8221; desertiert ist und eine große Bedrohung für eine Gruppe serbisch-nationaler Kriegsverbrecher darstellt, die offenbar in Wien untergetaucht ist. Denn er hat über sogenannte ethnische Säuberungen und Gräueltaten seiner Einheit genau Buch geführt und kennt die Namen sowie Gesichter der Verantwortlichen. Damit wird das Ganze plötzlich auch zu einem Fall für Interpol und den Internationalen Strafgerichtshof in <a class="zem_slink" title="The Hague" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.0833333333,4.31666666667&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=52.0833333333,4.31666666667%20%28The%20Hague%29&amp;t=h" rel="geolocation">Den Haag</a>.</p>
<p>Josef Müller alias Mirko sowie seine Frau Elisabeth und ihr Sohn Max werden sofort unter Polizeischutz gestellt, umquartiert und in einer Villa streng abgeschirmt. Doch die Verfolger sind ihnen offensichtlich dicht auf den Fersen geblieben – nachts dringen sie gewaltsam in das Haus ein, und es kommt zu einem Blutbad. Als Moritz Eisner und Bibi Fellner eintreffen, sieht es aus wie auf einem Kriegsschauplatz. Eisners Chef Ernst Rauter ist fassungslos: &#8220;13 Leichen in weniger als einer Stunde&#8221;.</p>
<p>Der Kopf der &#8220;Sveti Tigar&#8221; heißt Mladen Ivesevic, der in Deutschland Medizin studiert hat, von seinen Anhängern als &#8220;Der Heilige&#8221; verehrt wird und untergetaucht ist. Seine rechte Hand ist Radovan Jurkic, der &#8220;<a class="zem_slink" title="Dirk Schlächter" href="http://www.last.fm/music/Dirk%2BSchl%25C3%25A4chter" rel="lastfm">Schlächter</a>&#8220;. Nach einer wilden Schießerei im Keller eines Cafés, wobei Moritz Eisner einen der Auftragskiller tödlich trifft, entschließt er sich, dieser kriminellen Organisation, die vor nichts zurückschreckt, eine Falle zu stellen. Mit Mirkos Sohn Max, der an Grippe erkrankt im Krankenhaus liegt, als Lockvogel. Der riskante Plan geht auf – der völlig überraschte Radovan Jurkic wird als Arzt verkleidet im Krankenhaus überwältigt.</p>
<p>Als alle akute Gefahr gebannt und Mirko in Sicherheit zu sein scheint, greift plötzlich der &#8220;Heilige&#8221; selbst in das Geschehen ein und lässt seine teuflische <a class="zem_slink" title="Maskerade" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Maskerade" rel="wikipedia">Maskerade</a> fallen, hinter der er sich die ganze Zeit versteckt hat. Doch Moritz Eisner stellt sich diesem ebenso brutalen wie eiskalten Anführer in den Weg und zwingt ihn so zu einer Entscheidung. Niemand kann ihm bei diesem Poker auf Leben und Tod helfen.</p>
<h2>Besetzung und Stab</h2>
<table>
<caption>Besetzung</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Moritz Eisner</td>
<td>Harald Krassnitzer</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Bibi Fellner</td>
<td>Adele Neuhauser</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ernst Rauter</td>
<td>Hubert Kramar</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Karl Bindmayer</td>
<td>Johannes Silberschneider</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Tomalek</td>
<td>Stefan Puntigam</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Claudia Eisner</td>
<td>Tanja Raunig</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Franz Rinner</td>
<td>Alexander Strömer</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Andrea Schiemer</td>
<td>Therese Affolter</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Strasser</td>
<td>David Oberkogler</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Conni Seidl</td>
<td>Julia Kronenberg</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Mirko Gradic</td>
<td>Christoph Bach</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Elisabeth Müller</td>
<td>Monika Reyes</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Salic</td>
<td>Michael König</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Radovan Jurkic</td>
<td>Gennadi Vengerov</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Zeljko Jovanovic</td>
<td>Marco Pustisek</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ante Stelic</td>
<td>Giorgi Gvinadze</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Cornelius Langhammer</td>
<td>Serge Falck</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<caption>Stab</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Regie:</td>
<td>Fabian Eder</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Buch:</td>
<td>Lukas Sturm und Fabian Eder</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kamera:</td>
<td>Fabian Eder</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Musik:</td>
<td>Roman Karolou</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/2012/kein-entkommen-102.html" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>Wurscht, was Piefke-Gutmenschen denken</strong></p>
<p><strong></strong>Man hat das Gefühl, da hat sich über viele Jahre hinweg ein Hass angestaut. Nicht nur bei den Serben und anderen, die auf dem Balkan nach dem Tod der jugoslawischen Klammerfigur Josip Tito in einem mörderischen Krieg versackt sind. Sondern auch in Österreich, speziell in Wien, das immer schon eine Drehscheibe osteuropäisch-mitteleuropäischer Ereignisse war. Dass sich Menschen in Städten und Kulturen niederlassen, welche sie zutiefst verabscheuen und die Hass im Herzen tragen, das gibt es überall. Dass man sich so offen dagegen positioniert wie in diesem Tatort, dagegen selten.</p>
<p>Die Österreicher haben uns damit eine harte Nuss zum Knacken gegeben. Zum einen kann man natürlich sagen: Es ist doch wahr! Zum anderen ist es mit Sicherheit übertrieben. 13 Tote innerhalb einer Stunde, wie Eisner (Harald Krassnitzer) für diejenigen nochmal nachzählt, die den Überblick verloren haben. Die Spielzeit, in der diese Toten entstanden sind, war ja noch wesentlich geringer. Für einen Tatort ist das vermutlich der Rekord. Dennoch hat man nicht das Gefühl, es ist die grausamste aller bisherigen Folgen. Vermutlich, weil man primetimegerecht die einzelnen Todesfälle nicht zu blutig dargestellt hat, gewinnt das Gefühl die Oberhand, dass die Zahl nur ein Symbol ist. Es hätten auch zwei oder fünfzig Tote sein können, es geht um die Zustände.</p>
<p>Andererseits &#8211; die Mechanismen von Hass und Ausgrenzung, die führen ja letztlich dazu, dass auch Polizisten hassen und durch alle Gesinnungstäler wandern. Aktion, Reaktion, aber schön langsam aufgebaut. Die Dramaturgie dieses Tatortes ist eine der besten, die wir bisher gesehen haben. Der Wechsel von Gewalt und ruhigen, beinahe lyrischen Momenten, in denen zum Beispiel ein früherer Massenmörder seinem Kind symbolträchtige Geschichten vorliest oder in denen verschiedene Mittel gegen die grassierende Grippewelle durchprobiert werden, untermalt von Schumann-Musik, die immer mehr ansteigende Wut der Polizisten Eisner und Fellner (Adele Neuhauser), das ist jenseits aller Tendenzen Actionkino mit glaubwürdigem Verhalten der handelnden Charaktere.</p>
<p><strong>Der Schnupfen ist ein Kulturprodukt</strong></p>
<p><strong></strong>Dann die Brüche. Es ist hochinteressant, wie alle Menschen, die ein Herz haben, dem Schnupfen anheim fallen, im Verlauf dieses Krimis. Das gilt auch für den ausgestiegenen Familienvater, das gilt für die Polizei und deren Angehörige. Es gilt nicht für die serbischen Killer. Und natürlich nicht für den Heiligen, der sich unter der Maske eines Kinderarztes verbirgt. Wir ahnten es recht schnell, dass mit dem Mann etwas nicht stimmt. Der kleine Max erzählt in seinem Behandlungszimmer, dass man umgezogen ist und Polizisten dabei eine Rolle spielen. Dann werden seine Mutter und er von diesen Typen verfolgt. Wäre es nicht der Arzt gewesen, wäre die undichte Stelle ja bei der Polizei anzusiedeln, und selbst den Interpol-Vertretern hätten wir das nicht zugetraut. Oder? Einen Moment lang hatten wir den Interpolizisten mit serbischem Hintergrund auch im Verdacht.</p>
<p>Was wir ebenfalls klasse fanden &#8211; wie Eisner rücksichtslos auf den enttarnten Heiligen zugeht und tatsächlich das Leben des Kindes riskiert, das dieser in seiner Gewalt hat. Es wird in einem Krimi endlich einmal hinterfragt, ob so ein Scheinheiliger tatsächlich sein Leben opfert, indem er diesem Kind etwas zuleide tut. Es geht nicht um seine Moral, sondern um seine Chuzpe.  Und die ist gerade bei den Drahtziehern, die sich nicht selbst die Hände dreckig machen, nicht immer so gewaltig groß. Wir haben uns schön öfter gefragt, ob Geiselnahmen nicht doch sehr stumpfe Waffen sind, eine Art Restverstand, eine rationale Grundeinstellung bei den Geiselnehmern vorausgesetzt. Wer hingegen ausgetickt oder komplett ruchlos veranlagt ist, der könnte seine Geiseln auch töten, nachdem man alle seine Forderungen erfüllt hat. Eisner tut im Grunde das, was die deutsche Regierung im deutschen Herbst von 1977 getan hat: Er lässt sich von Terroristen nicht nötigen. So sehr das auch in dem Moment durch überschießendes Adrenalin bestimmt gewesen sein mag, anders als in jenen Jahren, in denen politisch abgewogen werden und nicht in Sekunden entschieden werden musste, so sehr war es richtig, die Spirale zu durchbrechen.</p>
<p>Das Ende ist gerade wegen des sehr hohen Einsatz aller Beteiligten derb. Wie diese beiden Vollstreckerfiguren durchs Krankenhaus marschieren und vermutlich den Verräter, der ein Buch über die serbischen Tiger schreiben will, doch noch zur Strecke bringen und vielleicht sogar sein Kind ermorden werden, das ist nicht nur gegen die Tradition, dass das Gute siegt. Es ist auch ein Kommentar zur Lage der Dinge &#8211; es wird nicht einfach enden. Der Kampf ist nicht dadurch gewonnen, dass man einer Schlange den Kopf abschlägt, solange das Herz kräftig schlägt und voller Hass ist, solange also diese Hydra neue Köpfe und neue Gewalt hervorbringen kann. Und wenn es nicht diese Schlange, diese Nationalistengruppe ist, dann eben eine andere. Insofern gibt es tatsächlich kein Entkommen und die Lage bleibt kritisch.</p>
<p>Mit unseren Ängsten, Aversionen und Sorgen um die Freiheit und Gemütlichkeit unseres Daseins, mit den daraus resultierenden Verdachtsmomenten undurchschaubaren, sich uns sprachlich entziehenden Fremden gegenüber wird in &#8220;Kein Entkommen&#8221; derart virtuos gespielt, dass man sich alles Mögliche ins Gedächtnis rufen kann und doch zu keinem schlüssigen Ergebnis kommt, zumindest nicht so schnell. Einerseits sind Mordserien wie die hier gezeigte nicht sehr realistisch. Andererseits gab es schon Anschläge mit mehr Toten und Terroristen jeder Couleur, die über Jahre vor sich hin morden können, mehr oder weniger unbehelligt. Wir haben das gerade gesehen. Im Film wird ja auch von terroristischen Zellen gesprochen und Zellen sind jeder extremistischen Ausrichtung zugänglich.</p>
<p><strong>Der Durchbruch nach längerer Zeit<br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Eines ist sicher &#8211; wer bisher kein Fan von Eisner und Fellner war, der muss die Leistung der Schauspieler Krassnitzer und Neuhauser hier vorbehaltlos würdigen. Sie schenken sich auch nichts. Seine Intensität und das innere Feuer stehen ihrer offen ausgelebten Emotionalität nicht nach. Die beiden Figuren haben in diesem Tatort eine Menge an Dialogfreiheiten, das kommt ihnen natürlich zugute. Sie dürfen Ohnmacht und Macht, Verzweiflung und Mut zeigen, da wird nichts raus- oder zurückgenommen. Aber sie können das auch darstellen, und es ist nicht selbstverständlich, dass man im vergleichsweise beschaulich wirkenden Österreich ein Drehbuch durchwinkt, das so provozierend in mehrfacher Hinsicht gestaltet ist und so viel großes Theater erlaubt. Bei Standard &amp; Poor&#8217;s hat Österreich gerade das AAA verloren, als Tatortstandort für uns eines gewonnen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Filmisch ist &#8220;Kein Entkommen&#8221; vielleicht der beste Tatort, der je in Österreich gedreht wurde und das erste Highlight des Tatortjahres 2012. So einfach ist das aber nicht, so rabiat zu sein, nicht für diejenigen, die es zu verantworten haben, nicht für den Zuschauer, auch nicht für die ARD, die mit im Boot sitzt und für gewöhnlich in Sorge isthat, es könne in politische Schieflage geraten. Die Oberen in Deutschland waren sicher froh, dass der Krimi nicht hierzulande entstanden ist, denn es hätte  im Anschluss wieder eine erhebliche Diskussion über die sachgerechte Darstellung ethnischer Gruppierungen gegeben. So kann man sich damit herausreden, dass andere Länder andere Sitten beim Umgang mit heiklen Themen haben. Und das ist ja dann auch wieder politisch korrekt, sich genau auf diesen Standpunkt zu stellen.</p>
<p>Das Problem ist aber leider, dass die Welt nicht so ist, wie wir sie gerne hätten. Wir ärgern uns manchmal, hassen aber niemanden. Dafür sind die Antriebsmomente nicht stark genug, dafür ist unsere Biografie nicht geeignet, unsere Welt nicht dämonisch genug. Außerdem rechnen wir uns zu, aus der deutschen Geschichte gelernt zu haben. Wer aber meint, dem Hass darf man sich nicht erwehren, der setzt durchaus die Freiheit aufs Spiel, die es erst zulässt, dass Menschen ihre Aggressionen so ausleben können, wie sie es in diesem Film tun. Aus dem Dilemma, wie mit dem ewigen Hass derer umzugehen ist, die nicht gelernt haben oder lernen konnten, Konflikte friedlich zu lösen, gibt es kein Entkommen und man muss sich in jedem einzelnen Fall dazu neu aufstellen.</p>
<p>Aus &#8220;Kein Entkommen&#8221; kann man sich quasi jede Lehre ableiten, das ist die Crux an diesem Ding. Und dieses Doppelbödige ist wieder typisch österreichisch &#8211; finden wir zumindest. Da gibt es keine Apostel, die den ethischen Weg weisen, wie man sie insbesondere in lutherisch-norddeutschen Tatorten häufig antrifft, sondern nur Menschen oder kaum noch als Menschen wahrnehmbare Mordmaschinen, die uns illustrieren, wie wenig die gesetzmäßige Ordnung der Dinge und die humanistischen Weltanschauungen feste Burgen sind, in die wir uns flüchten können, wenn der Sturm heraufzieht. Der offene Schluss unterstreicht dies für alle, die es noch nicht verstanden hatten.</p>
<p>Jeder kann also diesen Film deuten, wie er möchte. Wir nehmen ihn als Plädoyer, trotz der Unmöglichkeit, eine vollständig friedliche und tolerante Welt zu erreichen, für die Freiheit notfalls einzustehen und nicht wegzuschauen und aus  ideologischen Gründen Dinge nicht in uns aufnehmen zu dürfen, die sich nicht nur in Wien, sondern auch in Berlin ziemlich deutlich zeigen. Toleranz heißt nicht unbedingt, auch blauäugig zu sein und nicht, auch tolerant gegenüber der Intoleranz zu sein.</p>
<p>Wir hoffen, der Film soll kein Testfall sein, wie weit man bei der Darstellung von ethnischen Minderheiten gehen kann (einmal ist auch von Schuschen die Rede; eine abfällige österreichische Bezeichung für Türken -<em> zur Korrektur und unterschiedlichen Verwendung siehe die Kommentare zum Artikel, A. d. Verf.</em>) und aufgrund der doch etwas rabulistischen Art, wie hier die Serben gezeigt werden (nur der Vater eines erschossenen Extremisten wirkt wie ein nachdenklicher Mann und natürlich ist auch der Aussteiger eine differenzierte Figur) und wir uns auch ein wenig manipulationskritisch zeigen wollen, nicht ganz hoch und stellen den drei Neunern, die wir bisher vergeben haben, keinen vierten bei. <strong>So bleibt es derzeit bei 8,5/10 Punkten, eine Neubewertung mit einigem Abstand schließen wir nicht aus.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-06</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Michael Clayton (USA 2007) &#8211; FilmAnthologie 52</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 17:01:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Filmwelt]]></category>
		<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[George Clooney]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Clayton]]></category>
		<category><![CDATA[Tilda Swinton]]></category>
		<category><![CDATA[USA 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Ausputzer steht ihm gut. Wir schreiben heute eine Thesenrezension. Sie geht von der Annahme aus, dass George Clooney einer der Topschauspieler unserer Zeit ist &#8211; im Fach der &#8220;leading men&#8221;, die sich meist dadurch auszeichnen, dass sie Frauen, Männer und die Kritiker gleichermaßen für sich einnehmen können. Die Rolle des gestressten Anwaltes Michael Clayton, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5071&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Der Ausputzer steht ihm gut.</h3>
<p>Wir schreiben heute eine Thesenrezension. Sie geht von der Annahme aus, dass George Clooney einer der Topschauspieler unserer Zeit ist &#8211; im Fach der &#8220;leading men&#8221;, die sich meist dadurch auszeichnen, dass sie Frauen, Männer und die Kritiker gleichermaßen für sich einnehmen können.</p>
<p>Die Rolle des gestressten Anwaltes Michael Clayton, der für seine Firma die Kohlen aus dem Feuer holt und sich bei einem dieser Aufträge einen Anschlag auf sein Leben einfängt, füllt er geradezu mit Noblesse aus. Lediglich der Zustand seiner Rasur und seiner Haare verändert sich in Maßen, wenn die kritischen Situationen gezeigt werden, die ihn keine Ruhe und keinen Schlaf finden lassen. Auch der Businessanzug sitzt dann nicht mehr so perfekt, doch die Krawatte bleibt.</p>
<p>Ihm gegenüber steht die ebenfalls korrekt gestylte Karen Crowder (Tilda Swinton) als Justitiarin eines großen Wirtschaftsunternehmens, die im Wortsinn über Leichen geht, um sich durchzusetzen. Und zwar allein, ohne Hilfe ihres Chefs und Mentors. Sie ist eine Neurotikerin, die auf den ersten Blick überzeichnet wirkt, aber wer das Geschäftsleben ein wenig kennt, weiß, dieser Typ lauert überall dort, wo es Ruhm, Geld und Anerkennung zu ernten gibt. Man erkennt ihn nicht so schnell, weil man ihn, anders als die Juristin in &#8220;Michael Clayton&#8221;, nicht in den Situationen sieht, in denen er mit sich und seinem Ego allein ist und deutliche Krankheitszeichen offenbart.</p>
<p>Alles spielt sich in der Welt der Großkanzleien und Firmenfusionen ab, der großen Werbebotschaften und der bösen chemischen Verbrechen, die vertuscht werden sollen. Die Aufdeckung dieser Tatbestände kostet den ebenfalls nicht unbedingt in der Norm liegenden Anwalt Arthur Edens (Tom Wilkinson) das Leben. Er war Claytons Freund und als Clayton nachforscht, was mit dem Kollegen geschehen ist, gerät er zwangsläufig selbst in Gefahr.</p>
<p>Tony Gilroy, der Drehbuchautor, der sich mit der Bourne-Quattrologie einen Namen gemacht hat, führt hier erstmalig Regie und zeigt uns in klassischen, zurückhaltenden Bildern den Horror einer Geschäftswelt, die aus dem Ruder geraten ist und die gehetzten Menschen, die in dieser Welt rotieren, in der es von Vorteil ist, überhaupt kein Privatleben zu haben (wie Clayton und seinen Widerpart Crowder) und den ständigen Thrill großer Meetings und noch größerer Entscheidungen als Ersatz für jeden Wert und jeden Sinn herzunehmen. Leute, die Vabanque spielen, im Kleinen, wie Clayton, der in Chinatown seine Anwaltsgehälter verzockt oder im Großen, wie Crowder, die um Milliarden an Schadensersatz feilscht.</p>
<p>Der Film entstand noch vor der Bankenkrise von 2008. Heute wissen wir, alles Peanuts, was  hier dargestellt wird. Manager haben ganz andere Sachen drauf, als einen versierten Ausputzer wie Clayton mit ein paar Millionen bestechen zu wollen, wie Crowder es versucht, als Clayton das von ihr befohlene Attentat überlebt hat und in  den Besitz hoch brisanter, geheimer Protokolle aus Crowders Firma gelangt ist. Am Ende siegt die Gerechtigkeit, Clayton lässt Crowder hochgehen.</p>
<p>Wir sind eben in Hollywood, da muss nicht der Steuerzahler für alles blechen, was hyptertrophe Manager anrichten. Im Film wiederfährt den Opfern wenigstens späte Gerechtigkeit, das darf man annehmen &#8211; und die Paradeschurkin, großartig dargestellt von Tilda Swinton, sorgt dafür &#8211; dass dies wohl einer der wenigen Clooney-Filme ist, den Frauen tendenziell etwas weniger mögen als Männer. Diese Karrierepsychopathin als Protoyp einer Frau, die in einer Männerwelt mehr tun muss als jeder Mann, um dorthin zu kommen, wo die Männer immer schon waren, ist zu erschreckend. Er spiegelt aber mehr ein System als eine geschlechtsspezifische Verhaltensweise, das dürfen wir den Männern sagen.</p>
<p>Beruhigung sieht trotzdem anders aus. Nicht nur, weil die Filmfiguren in &#8220;Michael Clayton&#8221; zwar dämonischer, aber auch passionierter, wesentlich kompetenter, weitaus zielstrebiger und in hohem Maß dynamischer wirken als die maßgebenden Akteure in der Politik und Wirtschaft der Gegenwart. In nur vier Tagen, die im Film gezeigt werden, finden Krise und Lösung statt. Das ist ein Tag mehr, als der Condor zur Verfügung hatte.</p>
<h3>Handlung, Besetzung, Stab</h3>
<p>Michael Clayton betreut die besonders sensiblen Aktivitäten der in <a title="New York City" href="http://de.wikipedia.org/wiki/New_York_City">New York City</a> angesiedelten internationalen <a title="Anwaltskanzlei" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anwaltskanzlei">Anwaltskanzlei</a> <em>Kenner, Bach &amp; Ledeen</em>. Der knallharte Clayton ist dabei im Privatleben geschieden und hoch verschuldet. Früher war er der Spielsucht verfallen. Die Investition in das Restaurant einer seiner Brüder erwies sich zudem als Fehler, sodass Clayton Außenstände von 75.000 <a title="United States Dollar" href="http://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Dollar">Dollar</a> begleichen muss.</p>
<p>Karen Crowder ist eine erfolgreiche, aber übernervöse Juristin des Chemiegiganten <em>U/North</em>, der Agrarunternehmen versorgt. Sie beschäftigt sich mit einem Fall, bei dem das Unternehmen durch eine <a title="Sammelklage" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sammelklage">Sammelklage</a> auf drei Milliarden US-Dollar Schadenersatz und <a title="Schmerzensgeld" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schmerzensgeld">Schmerzensgeld</a> verklagt wird. Es geht um die <a title="Karzinogen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karzinogen">karzinogene</a> Wirkung eines <a title="Herbizid" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herbizid">Herbizids</a>, das U/North weltweit an Farmbetriebe verkauft hatte.</p>
<p>Das Unternehmen wird von <em>Kenner, Bach &amp; Ledeen</em> vertreten. Arthur Edens, einer von 600 Anwälten der Kanzlei, versucht nach einem Nervenzusammenbruch bewusst, die als hoch eingeschätzten Erfolgsaussichten des Falls zu mindern, indem er sich während einer Anhörung lauthals singend nackt auszieht. Der Inhaber der Kanzlei, Marty Bach, beauftragt Clayton mit der Schadensbegrenzung, da dieser mit Arthur Edens auch freundschaftlich verbunden ist. Der ältere Arthur gilt als genialer Staranwalt und arbeitet seit sechs Jahren allein an dem Fall. Arthur ist aber nun mustergültig übergeschnappt und fortan komplett unberechenbar. Es stellt sich heraus, dass Arthur äußerst <a title="Whistleblower" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Whistleblower">brisante Dokumente</a> der Firmenleitung in die Hände gefallen sind. Arthur kontaktiert die Geschädigte Anna, und ist wochenlang nicht mehr auffindbar. U/North erkennt das Risiko, das Arthur darstellt, ließ ihn schon lange abhören und lässt ihn nun professionell liquidieren und seinen Tod dabei wie einen Selbstmord aussehen. Clayton zweifelt am Selbstmord, besorgt sich von seinem anderen Bruder, einem Detective des New Yorker Police Departments, ein <a title="Dienstsiegel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstsiegel">Dienstsiegel</a> und bricht in die amtlich versiegelte Wohnung Arthurs ein, um Hinweise zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt wird Clayton bereits von den zwei Auftragsmördern überwacht, die auch für den Tod von Arthur Edens verantwortlich sind. Die Killer informieren Crowder über jeden von Claytons Schritten. Auch informieren diese die Polizei, damit verhindert werden kann, dass Clayton in Arthurs Wohnung schnüffelt. Bevor er verhaftet werden kann, findet er dennoch den Bestellschein zu einem Auftrag einer Druckerei. Nach seiner Haftentlassung wird ihm dort ein Dossier mit dem <a title="Memorandum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Memorandum">Memorandum</a> ausgehändigt, das eindeutig beweist, dass die Firmenleitung von U/North die Gefährlichkeit der Substanz vertuschen wollte. Arthurs Druckauftrag geht über viele tausend Exemplare, die Kisten stehen dort bereits zur Abholung bereit.</p>
<p>Während Clayton an einem <a title="Poker" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Poker">Pokerspiel</a> teilnimmt, bauen seine Beschatter eine <a title="Autobombe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Autobombe">Bombe</a> in sein Auto ein. Clayton entgeht dem Mordanschlag knapp. Mit Hilfe seines Bruders konfrontiert der totgeglaubte Clayton die U/North-Juristin Crowder bei einer Sitzung des <a title="Board of Directors" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Board_of_Directors">Board of Directors</a>, gibt Käuflichkeit vor und verlangt zum Schein 10 Millionen für sein Schweigen, und zwar sofort. Sie sagt ihm diese zu, und Clayton offenbart zu ihrer Überraschung, dass er das Gespräch aufgezeichnet hat und macht Crowder mit dem Ausspruch „Ich bin <a title="Shiva" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shiva">Shiva</a>, der Gott des Todes“ (ein Zitat Arthurs während seines Nervenzusammenbruchs) verständlich, dass er nicht zu kaufen ist. Karen Crowder bricht zitternd zusammen. Ein Großaufgebot der Polizei marschiert in dem Bürogebäude auf. Sowohl Crowder als auch ihr Chef werden verhaftet. Clayton übergibt das aufgezeichnete Gespräch und Arthurs Memo einem Polizisten und fährt in einem Taxi davon.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><a title="Filmregisseur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmregisseur">Regie</a></td>
<td><a title="Tony Gilroy" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Gilroy">Tony Gilroy</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Drehbuch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drehbuch">Drehbuch</a></td>
<td>Tony Gilroy</td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmproduzent" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmproduzent">Produktion</a></td>
<td><a title="George Clooney" href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Clooney">George Clooney</a>, <a title="Jennifer Fox (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jennifer_Fox&amp;action=edit&amp;redlink=1">Jennifer Fox</a>, <a title="Kerry Orent (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kerry_Orent&amp;action=edit&amp;redlink=1">Kerry Orent</a>, <a title="Sydney Pollack" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sydney_Pollack">Sydney Pollack</a>, <a title="Steve Samuels (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Steve_Samuels&amp;action=edit&amp;redlink=1">Steve Samuels</a>, <a title="Steven Soderbergh" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Soderbergh">Steven Soderbergh</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmmusik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmmusik">Musik</a></td>
<td><a title="James Newton Howard" href="http://de.wikipedia.org/wiki/James_Newton_Howard">James Newton Howard</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Kameramann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kameramann">Kamera</a></td>
<td><a title="Robert Elswit" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Elswit">Robert Elswit</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Cutter (Film)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cutter_%28Film%29">Schnitt</a></td>
<td><a title="John Gilroy (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=John_Gilroy&amp;action=edit&amp;redlink=1">John Gilroy</a></td>
</tr>
<tr>
<th colspan="2">Besetzung</th>
</tr>
<tr>
<td colspan="2">
<ul>
<li><a title="George Clooney" href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Clooney">George Clooney</a>: Michael Clayton</li>
<li><a title="Sean Cullen (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sean_Cullen&amp;action=edit&amp;redlink=1">Sean Cullen</a>: Gene Clayton</li>
<li><a title="Tom Wilkinson" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Wilkinson">Tom Wilkinson</a>: Arthur Edens</li>
<li><a title="Tilda Swinton" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tilda_Swinton">Tilda Swinton</a>: Karen Crowder</li>
<li><a title="Sydney Pollack" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sydney_Pollack">Sydney Pollack</a>: Marty Bach</li>
<li><a title="Michael O’Keefe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_O%E2%80%99Keefe">Michael O’Keefe</a>: Barry Grissom</li>
<li><a title="Ken Howard" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Howard">Ken Howard</a>: Don Jefferies</li>
<li><a title="Denis O’Hare (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Denis_O%E2%80%99Hare&amp;action=edit&amp;redlink=1">Denis O’Hare</a>: Mr. Greer</li>
<li><a title="Robert Prescott (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Robert_Prescott&amp;action=edit&amp;redlink=1">Robert Prescott</a>: Mr. Verne</li>
<li><a title="Austin Williams (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Austin_Williams&amp;action=edit&amp;redlink=1">Austin Williams</a>: Henry Clayton</li>
<li><a title="Merritt Wever" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Merritt_Wever">Merritt Wever</a>: Anna</li>
<li><a title="David Lansbury (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=David_Lansbury&amp;action=edit&amp;redlink=1">David Lansbury</a>: Timmy Clayton</li>
<li><a title="Bill Raymond (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bill_Raymond&amp;action=edit&amp;redlink=1">Bill Raymond</a>: Gabe Zabel</li>
<li><a title="David Zayas" href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Zayas">David Zayas</a>: Detective Dalberto</li>
<li><a title="Skipp Sudduth" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Skipp_Sudduth">Skipp Sudduth</a>: Jerry Dante</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Clayton" target="_blank">WIKIPEDIA</a> &#8211; Der Wahlberliner unterstützt die Wikipedia)</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>Im Rennen um die Oscars 2008</strong></p>
<p>&#8220;Michael Clayton&#8221; wurde vielfach als Vehikel für George Clooney bezeichnet, was er selbstverständlich ist. Wenn auch nicht komplett subjektiv inszeniert, zeigt er den smarten Ladies Man in der Titelrolle während mehr als 90 Prozent der Spielzeit.</p>
<p>Doch es war Tilda Swinton, die für ihre Darstellung der Caren Crowder den Oscar als beste Nebendarstellung erhielt, und sie hat ihn wahrlich verdient, auch wenn anzunehmen ist, dass bei der Vergabe die Würdigung ihres mittlerweile umfangreichen Gesamtwerkes eine Rolle spielte, das unbedingt durch die begehrteste Filmtrophäe der Welt gekrönt werden sollte.</p>
<p>Was sie aus ihrer Rolle einer hybriden Businesswoman macht, ist exorbitant und man kann nur hoffen, dass ihre Mimik im wirklichen Leben nicht so kontrolliert aus der Kontrolle gerät wie in &#8220;Michael Clayton&#8221;. Nein, das tut sie natürlich nicht, sie ist eben eine hervorragende Schauspielerin, die sich im Jahr 2009 auch als Jurypräsidentin der Berlinale um den Film als Kunst verdient gemacht hat. Die Momente mit ihr in &#8220;Michael Clayton&#8221; sind in jedem Sinn großes Kino.</p>
<p>George Clooney war für seine Figur des Ausputzers, des kleinen, aber wichtigen Rädchens im Getriebe einer New Yorker &#8220;Law Firm&#8221; ebenfalls für den Oscar nominiert &#8211; als bester Hauptdarsteller, konnte sich aber nicht gegen Daniel Day-Lewis durchsetzen, der mit &#8220;There Will Be Blood&#8221; ins Rennen ging. Der Film war in sechs weiteren Kategorien gelistet und stellt damit eine der großen oder zumindest wichtigen Produktionen des US-Kinojahres 2007/2008 dar.</p>
<p><strong>Ein klarer Film</strong></p>
<p><strong></strong>Zunächst fanden wir die eingeschlossene Handlung nervend, aber die Qualität der Drehbuchvariante, bei der die Handlung sozusagen kurz vor ihrem Ende beginnt, dann einige Tage zurückgeht und über die anfangs gezeigten Szenen hinaus entwickelt wird bis zum wirklichen Ende, funktioniert im Verlauf immer besser. Wir geben zu, dass wir gegenwärtig ein wenig von den in der Regel linear-chronologischen Verläufen der klassischen Filme beeinflusst sind, in deren Welt wir uns im Moment häufig bewegen und mussten uns in dieses Muster erst hineinfinden, das so selten oder zu elaboriert für heutige Sehgewohnheiten nicht ist.</p>
<p>Vor allem für Thriller empfiehlt sich diese Variante, die mit einem starken, in den ersten Minuten platzierten Aufhänger fürs Publikum arbeitet &#8211; hier ist es die Explosion von Michael Claytons Dienstwagen. Nach diesem Vorgang wird vier Tage zurückgespult und es wird die Entwicklung der Ereignisse gezeigt, die zu diesem gewaltsamen Tod eines S-Klasse-Mercedes führen.</p>
<p>Der Thrill liegt aber eher in der enormen psychischen Belastung, der sämtliche Figuren in diesem Film ausgesetzt sind als in einer hektischen Action &#8211; Action und Thrill sind generell zwei verschiedene Dinge. Anfangs fanden wir das eher rudimentäre Privatleben des Anwalts Clayton beinahe überflüssig, das darin besteht, dass er ab und zu seinen Sohn durch die Gegend fährt und nicht das mit ihm unternehmen kann, was vorgesehen ist, weil die dramatischen Dienstereignisse vorgehen. Dazu gibt es noch den Stress, dass Clayton dringend Geld für seinen Bruder auftreiben muss, aber trotz seines sicher nicht geringen Anwaltssalärs pleite ist, wegen der Spielsucht. Ohne den Finanzdruck würde aber das Ende nicht funktionieren, als sich Clayton sozusagen von seiner eigenen Firma kaufen lässt, um das eigentliche Ende zu planen &#8211; die Aufdeckung der Vorgänge in der Firma U North.</p>
<p>Das Verhältnis zu seinem kleinen Sohn hingegen, den er nur ab und zu sieht und dem er dann auch noch halb zuhört und den er mit oft sehr banalen Antworten abspeist, gedanklich immer woanders, ist ein Symbol für die Zerrüttung der familiären Verhältnisse unter den Bedingungen einer alles und noch mehr fordernden Berufswelt, das wurde uns im Verlauf klar. Nicht nur die Bankenkrise warf 2007 erste Schatten voraus, auch das mittlerweile sehr präsente Thema Überforderung mit Burnout. Nach dem Ende dieses Films würde jeder verstehen, dass der Anwalt Michael Clayton ein Sabbatical einlegt.</p>
<p>Wir haben es genossen, dass &#8220;Michael Clayton&#8221; ein Film ist, der sich auf seine Figuren verlässt; der sich also traut, auf billige Effekte zu verzichten und sich ganz in die grauklare Welt der gehobenen Dienstleistungen und Konzerne zu wagen. Die wenigen Familienszenen sind in wärmeren Tönen gehalten, dann gibt es noch den kühlgrauen Morgen, da retten drei Pferde den Anwalt, die ruhig auf einer Weide grasen, ohne Zaun zwischen dem Land und der Straße. Clayton steigt aus und geht hin zu diesen Symbolen der Kontemplation &#8211; und wird dadurch gerettet, weil er im richtigen Moment sein Auto verlassen hat. Sicher ist das von der Handlungslogik der schwächste Moment des Films, aber symbolisch funktioniert er gut. Das ewige Land und die echten Werte und Gefühle, die Einkehr, die Aufmerksamkeit für den Moment gegen eine rastlos sich um sich selbst drehende Geschäftswelt gestellt, die für Schäden an Material und Mensch sorgt, die humane und Rohstoffresourcen wie ein Moloch zu vernichten gewillt ist.</p>
<p>Die Ästhetik ist die gleiche, die wir z. B. aus modernen Krimis, etwa aus verschiedenen Tatortfolgen, kennen, in denen das Business aus ähnlichen Motiven heraus ähnlich unterkühlt gezeigt wird. Der Unterschied ist allerdings, dass die Menschen in &#8220;Michael Clayton&#8221; menschlicher wirken und nicht so stereotyp. Die Spielzeit ist ja auch eine halbe Stunde länger und lässt mehr Charakterzeichnung zu als das quälend konfektionierte 90-Minuten-Fernsehformat. Ein direkter Vergleich verbietet sich allerdings aus generellen Erwägungen. Deswegen wenden wir auch ein Bewertungsschemata für die einzige Fernsehserie an, die wir rezensieren &#8211; und ein anderes, wiederum einheitliches, für alle Kinofilme.</p>
<p><strong>Filmvorbilder</strong></p>
<p>Mehrere Kritiker haben darauf hingewiesen, dass &#8220;Michael Clayton&#8221; in der Tradition des politischen Films des &#8220;New Hollywood&#8221; der 70er Jahre steht, besonder häufig werden dabei Filme wie &#8220;Die Unbestechlichen&#8221; und &#8220;Die drei Tage des Condor&#8221; genannt, beide mit Robert Redford, der nicht nur einer von Clooneys Vorgängern als Leading Man seiner Zeit war, sondern auch Ikone eines liberaleren Amerikas, mithin ein lebendes Denkmal.</p>
<p>So, wie in den 70er Jahren nach den Morden an den Kennedys, an Martin Luther King, nach dem Vietnamkrieg das Land desillusioniert und entkleidet war von allem Glanz früherer Tage, als es korrupt und seine Politiker paranoid wirkten, war es der Film, der das thematisierte und damit eine neue, offene Auseinandersetzung wagte, die es zuvor so nicht gegeben hatte. Soweit war man aber im Bush-Jahr 2007 nicht wieder und beschränkte sich auf die Wirtschaft, die hier allerdings recht schonungslos in ihrer Brutalität dargestellt wird. In gewisser Weise ist &#8220;Michael Clayton&#8221; intimer, aber auch fokussierter als die großen Politthriller der 70er Jahre.</p>
<p>Anders als &#8220;Die Firma&#8221; im gleichnamigen Film wird Claytons Anwaltskanzlei als Arbeitgeber aber differenziert dargestellt, es gibt zwar Arschlöcher, was auch so gesagt wird, andererseits sogar eine Vaterfigur für Clayton, den Mitbegründer Marty Bach, der von Sidney Pollack gespielt wird. Pollack ist vor allem als Regisseur bekannt und in dieser Funktion für Filme wie &#8220;Out of Africa&#8221; und, sinnigerweise, den schon genannten &#8220;Die drei Tage des Condor&#8221; verantwortlich. Miithin ist er als Besetzung auch ein Symbol. Zwar ist die Kanzlei in die Abhörvorgänge bezüglich ihres Partners Arthur Edens involviert oder sie sind ihr bekannt &#8211; aber es scheint bis zum Schluss doch so, dass sie nicht über die Mordpläne von Ms. Crowder an diesem Sonderling und denen an Michael Clayton informiert ist.</p>
<p>Der Sonderling setzt sich übrigens nach Milwaukee ab, wo man Leute wie ihn viel leichter in Verwahrung nehmen kann als im immer noch vergleichsweise liberalen New York. Aber in dieser Sache steckt auch eine Volte. Auf dem Land geht alles noch seinen halbwegs geordneten Gang, während im Großstadtdschungel gefährliche Raubtiere wie Karen Crowder frei herumlaufen und gierig und um jeden Preis der Macht hinterherjagen. Niemandem, am wenigsten ihren Förderern, fällt auf, dass die Frau aus dem Ruder ist und jeden Maßstab für Grenzüberschreitungen verloren hat. Zu sehr ist man den Eigenschaften verpflichtet und huldigt ihnen, über die sie zweifellos in hohem Maß verfügt: effizient und skrupellos. Niemand fragt, ob das alles noch im guten Sinn normal ist. Selbst der Anwalt Michael Clayton bezeichnet sie lediglich als intelligent.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Getragen von einem George Clooney, der gereift und in manchen Szenen sogar gealtert wirkt und Tilda Swinton entwickelt sich &#8220;Michael Clayton&#8221; mehr zu einem Psychogramm von Menschen in einer großen Stadt, als zu einem nervenzerfetzenden Thriller &#8211; dennoch gibt es Suspense. Dazu noch einige Symbolik.</p>
<p>Wir haben uns gut unterhalten, auch wenn &#8220;Michael Clayton&#8221; kein Unterhaltungsfilm und schon gar kein Wohlfühlfilm ist, sondern einer, der auch diejenigen nachdenklich machen könnte, die es noch nicht gemerkt haben &#8211; dass wir in einem System leben, in dem alle unter Strom stehen. Nur diese ständige Hochspannung, an deren Transport alle Menschen in führenden Positionen mitzuwirken scheinen, die wiederum die einfacheren Mitarbeiter manipulieren, scheint dieses System noch funktionsfähig zu halten. Je höher aber die Spannung und je mehr Zwang zur absoluten Durchrationalisierung, desto komplexer und störungsanfälliger wird dies alles. Sowohl technisch als auch menschlich betrachtet. Die  Ausfallquote, das spürt man in &#8220;Michael Clayton&#8221;, steigt an.</p>
<p><strong>Unsere Wertung: 8,2/10</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-05</p>
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		<item>
		<title>Ordnung im Lot &#8211; Tatort 828 / Vorschau ARD 12.02.2012, 20:15 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 15:55:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[ARD (broadcaster)]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeheimnis]]></category>
		<category><![CDATA[Inga Lürsen]]></category>
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		<category><![CDATA[Tatort]]></category>
		<category><![CDATA[Tatort Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Tatort Ordnung im Lot]]></category>
		<category><![CDATA[Tatortfolge 828]]></category>
		<category><![CDATA[Television]]></category>

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		<description><![CDATA[Titelfoto (c) ARD, Jörg Landsberg Die Rezension gibt es jetzt hier! Alles im Lot? Ein Tankstellenbesitzer liegt erschossen in seinem Verkaufsraum. Hauptkommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund wissen schnell, dass es sich hier um keinen Raubmord handelt, denn in der Kasse befindet sich ein hoher Geldbetrag. Zudem hat der Täter dem Toten post mortem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5194&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Titelfoto (c) <a class="zem_slink" title="ARD (broadcaster)" href="http://www.ard.de/" rel="homepage">ARD</a>, Jörg Landsberg</p>
<p><a title="Ordnung im Lot – Tatort 828 / TatortAnthologie 133" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/13/ordnung-im-lot-tatort-828-tatortanthologie-133/">Die Rezension gibt es jetzt hier!</a></p>
<h3>Alles im Lot?</h3>
<p>Ein Tankstellenbesitzer liegt erschossen in seinem Verkaufsraum. Hauptkommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund wissen schnell, dass es sich hier um keinen Raubmord handelt, denn in der Kasse befindet sich ein hoher Geldbetrag.</p>
<p>Zudem hat der Täter dem <a class="zem_slink" title="Toten" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Toten" rel="wikipedia">Toten</a> post mortem die <a class="zem_slink" title="Augen" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Augen" rel="wikipedia">Augen</a> geschlossen. Zum Erstaunen der Kommissare wirkt die Familie des Opfers sehr gefasst. Hat sie etwas mit dem Mord zu tun? Auch der 16-jährige Max (Vincent Göhre), der das Opfer gefunden hat, verstrickt sich zunehmend in Widersprüche. Und warum hat seine Mutter (Mira Partecke) bloß solche Panik? Die Kommissare geraten bei ihren Ermittlungen tiefer in Familiengeheimnisse als ihnen lieb ist.</p>
<p>(<a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a>: <a href="http://programm.ard.de/Themenschwerpunkte/Film/Krimi/tatort--ordnung-im-lot/eid_281067439855930?list=themenschwerpunkt" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<h3>Bremens moralischste Institution</h3>
<p>Vier Tatorte mit Inga Lürsen als Hauptkommissarin, gespielt von Sabine Postel, und ihrem jüngeren Kollegen Stedefreund (Oliver Mommsen) haben wir bisher rezensiert und sind überschlägig zu freundlichen Bewertungen gekommen &#8211; bis auf eine Ausnahme, die allerdings zu den schwächsten Tatorten gehört, die wir bisher rezensiert haben. Vermutlich wären die Noten für die übrigen drei noch besser ausgefallen, wenn Kommissarin Lürsen nicht immer so auf 180 wäre und zudem ihre eigene Arbeit etwas weniger moralisch kommentieren würde. Das ist sozusagen der doppelte Dampfhammer, andere Kommissarinnen begnügen sich in der <a class="zem_slink" title="Eduard August von Regel" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Eduard_August_von_Regel" rel="wikipedia">Regel</a> mit einem. Andererseits ein Markenzeichen der weiblichen Tatortermittler, dass Selbstdistanz oder gar -ironie nicht ihr Ding ist. Unprätentiös kommt einzig Eva Saalfeld (<a class="zem_slink" title="Simone Thomalla" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Simone_Thomalla" rel="wikipedia">Simone Thomalla</a>) daher, und das wird ihr durchaus  nicht positiv angerechnet.</p>
<p>Selbstverständlich spielt bei der Rezeption von Figuren Subjektives eine Rolle. Inga Lürsen ist die Kommissarin, die uns als Person von allen aktiven und inaktiven, über die wir bisher geschrieben haben, am wenigsten zugänglich ist &#8211; vielleicht gerade deswegen, weil sie so sehr wie ein offenes Buch wirkt und wenig Spielraum für ihre Interpretation lässt, weil sie unbedingt alles festlegen und sich  selbst definieren möchte. Eine schauspielerische Schwäche ist das nicht, nur eine Auffassung von einer Rolle, die der Sender, aber auch die Darstellerin zu verantworten haben.</p>
<p>Schauspielerisch ist in <a class="zem_slink" title="Bremen" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bremen" rel="wikipedia">Bremen</a> alles im Lot und technisch-konstruktiv gibt es oftmals weniger auszusetzen als an mancher Produktion größerer Sender. Bei &#8220;Ordnung im Lot&#8221; scheint es sich um einen klassischen Fall zu handeln, der nicht nach den Sternen der großen Politik greift, wie der vor mehr als zehn Jahren der legendäre Fall namens <a title="Schatten – Tatort 506 / TatortAnthologie 49" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/06/23/schatten-tatort-506-tatortanthologie-49/" target="_blank">&#8220;Schatten&#8221;</a>. Aber um einen Mord, dessen Wurzeln in der Vergangenheit liegen könnten, geht es auch dieses Mal. Und es wird sicher auch wieder etwas gesellschaftlich Relevantes hinter der Tat verborgen sein, das Inga Lürsen für uns aufdecken wird.</p>
<p>Wir erwarten keinen Meilenstein-<a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>, aber hoffen auf etwas Solides und vielleicht ein wenig Unaufgeregetes und werden am Sonntag in einer Woche vor dem Fernseher sitzen und unsere Eindrücke für den Wahlberliner aufschreiben.</p>
<div>
<p><strong>Darsteller/Regie</strong></p>
<p>Hauptkommissarin Inga Lürsen:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Sabine+Postel">Sabine Postel</a></p>
<p><a class="zem_slink" title="Der Kommissar (TV series)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Der_Kommissar_%28TV_series%29" rel="wikipedia">Kommissar</a> Stedefreund:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Oliver+Mommsen">Oliver Mommsen</a></p>
<p>Kriminalassistent Karlsen:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Winfried+Hammelmann">Winfried Hammelmann</a></p>
<p>Max Lange:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Vincent+G%C3%B6hre">Vincent Göhre</a></p>
<p>Sylvia Lange:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Mira+Partecke">Mira Partecke</a></p>
<p>Ole Lange:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Wolfram+Koch">Wolfram Koch</a></p>
<p>Ruben Tomic:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Fabian+Busch">Fabian Busch</a></p>
<p>Elke Tomic:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Irene+Rindje">Irene Rindje</a></p>
<p>Ermittler Gerd:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Christian+Beermann">Christian Beermann</a></p>
<p>Psychologe:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Robert+Schupp">Robert Schupp</a></p>
<p>Rade Loncar:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Luca+Maric">Luca Maric</a></p>
<p>Nachrichtensprecher:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Michail+Paweletz">Michail Paweletz</a></p>
<p>Jure Tomic:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Mirsad+Dzombic">Mirsad Dzombic</a></p>
<p>Ärztin:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Franziska+Schubert">Franziska Schubert</a></p>
<p>Lieferwagen-Fahrer:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Christian+Bergmann">Christian Bergmann</a></p>
<p>Polizist Walter:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=J%C3%B6rg+Witte">Jörg Witte</a></p>
<p>Musik:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Andreas+Weiser">Andreas Weiser</a></p>
<p>Kamera:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Bella+Halben">Bella Halben</a></p>
<p>Drehbuch und Regie:</p>
<p><a href="http://programm.ard.de/Programm/Starguide?detailsuche=1&amp;mitwirkende=Claudia+Prietzel%2C+Peter+Henning">Claudia Prietzel, Peter Henning</a></p>
<p>(Darsteller, Stab:<a href="http://programm.ard.de/Themenschwerpunkte/Film/Krimi/tatort--ordnung-im-lot/eid_281067439855930?list=themenschwerpunkt" target="_blank"> DAS ERSTE</a>)</p>
<p>dWB/AP/12-02-05</p>
</div>
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		<title>Ein blonder Traum (D 1932) &#8211; FilmAnthologie 51</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 17:23:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Filmwelt]]></category>
		<category><![CDATA[2. Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[100 Jahre Babelsberg]]></category>
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		<description><![CDATA[Vorwort: 100 Jahre Babelsberg Derzeit feiern die späteren Ufa-Studios in Potsdam-Babelsberg ihr 100jähriges Jubiläum, anlässlich dessen viele großartige Filme wiederaufgeführt werden, meist von der F. W. Murnau-Stiftung auf höchstmöglichem Niveau restauriert. Einige dieser Werke, die Filmgeschichte geworden sind, werden wir für den Wahlberliner besprechen. Die von uns archivierte Fassung von &#8220;Ein blonder Traum&#8221; ist älter [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=4916&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Vorwort: 100 Jahre Babelsberg</h3>
<p>Derzeit feiern die späteren <a class="zem_slink" title="Universum Film AG" href="http://www.ufa.de/" rel="homepage">Ufa-Studios</a> in <a class="zem_slink" title="Potsdam-Babelsberg" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.4,13.1&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=52.4,13.1%20%28Potsdam-Babelsberg%29&amp;t=h" rel="geolocation">Potsdam-Babelsberg</a> ihr 100jähriges Jubiläum, anlässlich dessen viele großartige Filme wiederaufgeführt werden, meist von der <a class="zem_slink" title="F. W. Murnau" href="http://en.wikipedia.org/wiki/F._W._Murnau" rel="wikipedia">F. W. Murnau</a>-Stiftung auf höchstmöglichem Niveau restauriert. Einige dieser Werke, die Filmgeschichte geworden sind, werden wir für den Wahlberliner besprechen. Die von uns archivierte Fassung von &#8220;Ein blonder Traum&#8221; ist älter und technisch weniger brillant als einige der restaurierten Filme, die wir inzwischen gesehen haben. Aber der Film fällt in die große Zeit der Ufa, entstand in deren Babelsberger Studios und lässt sich demgemäß in die Retrospektive einordnen.</p>
<h3>Irgendwo, irgendwann</h3>
<p>gab es ein Deutschland vor der Nazi-Zeit und drei große Musicals, produziert von <a class="zem_slink" title="Erich Pommer" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Erich_Pommer" rel="wikipedia">Erich Pommer</a> für die Ufa, mit <a class="zem_slink" title="Lilian Harvey" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lilian_Harvey" rel="wikipedia">Lilian Harvey</a> und <a class="zem_slink" title="Willy Fritsch" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Willy_Fritsch" rel="wikipedia">Willy Fritsch</a> als Traumpaar des frühen deutschen Tonfilms: &#8220;Die Drei von der Tankstelle&#8221; (1930), &#8220;<a class="zem_slink" title="Der Kongreß tanzt" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Der_Kongre%C3%9F_tanzt" rel="wikipedia">Der Kongress tanzt</a>&#8221; (1931) &#8211; und als letztes Werk einer zu Ende gehenden Epoche &#8220;Ein blonder Traum&#8221; (1932).</p>
<p>Jeder dieser Filme hatte mehrere schöne Lieder und jeweils eines davon war ein großer Hit: &#8220;Ein Freund, ein guter Freund&#8221; aus &#8220;Die drei von der Tankstelle&#8221;; &#8220;Das gibt&#8217;s nur einmal&#8221; aus &#8220;Der Kongress tanzt&#8221;.</p>
<p>&#8220;Irgendwo auf der Welt&#8221; hatte seine Premiere in &#8220;Ein blonder Traum&#8221;.</p>
<p>Der Film ist heute nicht mehr so bekannt wie die beiden anderen, aber das Lied lebt fort und wurde zuletzt von Nena gecovert. Manchen Filmhistorikern gilt &#8220;Ein blonder Traum&#8221; mindestens als der zweitbeste der Musical-Trilogie des großartigen Teams Pommer / Fritsch / Harvey. Nicht zu vergessen, dass Billy Wilder (damals noch als Billie Wilder) am Drehbuch mitgeschrieben hat.</p>
<p>Eines ist &#8220;Ein blonder Traum&#8221; auf jeden Fall: Derjenige aus der Trilogie, der am besten in die heutige Zeit passt. 1932 war das Jahr, in dem die Weltwirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreichte, in Deutschland überschritt die Zahl der Arbeitslosen die Grenze von sechs Millionen. Die beiden Filmfiguren Willy I (Fritsch) und Willy II (Forst), die um Jou-Jou buhlen, haben zwar einfache Arbeit, aber sie hausen als Halb-Bohemiens auf der Wiese vor <a class="zem_slink" title="Berlin" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.5005555556,13.3988888889&amp;spn=0.01,0.01&amp;q=52.5005555556,13.3988888889%20%28Berlin%29&amp;t=h" rel="geolocation">Berlin</a> in ausrangierten Eisenbahnwaggons und zahlen gemäß dem Text eines der Filmsongs keine Miete mehr. Wer weiß, wo Erich Kästner sich diesen Prototyp eines alternativen Lebensstils für seinen Lehrer-Aussteiger namens &#8220;Nichtraucher&#8221; aus &#8220;<a class="zem_slink" title="Das fliegende Klassenzimmer" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Das_fliegende_Klassenzimmer" rel="wikipedia">Das fliegende Klassenzimmer</a>&#8221; abgeschaut hat.</p>
<p>Die süße, blonde Jou-Jou, die den beiden während ihrer Arbeit an den Fenstern des amerikanischen Konsulats begegnet, träumt von einer Hollywood-Karriere. Diese macht aber am Ende in gewisser Weise der etwas distinguiertere der beiden <a class="zem_slink" title="Willys" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Willys" rel="wikipedia">Willys</a>. Es war Willy Forst, der später in eleganten Komödien selbst Regie führte, die besser auf ihn zugeschnitten waren als die Rolle eines Glasreinigers &#8211; zeitgerechter Ausdruck im Film: Fensterputzer.</p>
<p>Der Film hat tausend Bezüge und viele herrliche Momente. Er ist einfach strukturiert, aber wirkungsvoll und mit großartiger Liebe zum Detail inszeniert und natürlich ist er auch ein Berlin-Film. Der Wannsee kommt vor, einmal sieht man im Hintergrund die Domkuppel und der Charme des Films ist typisch berlinerisch, nicht zuletzt durch die wilde, kleine Laubenkolonie, die von den beiden Willys und bald auch von Jou-Jou bevölkert wird und durch die Kioskbesitzerin namens &#8220;Illustrierte Ilse&#8221;, gespielt vom Berliner Original Trude Hesterberg.</p>
<h3>Handlung</h3>
<p>Berlin in der Hoch-Zeit der Depression zu Beginn der 30er Jahre. Die beiden Fensterputzer der Firma Blitz-Blank, Willy I und Willy II, radeln mit Leiter und Waschutensilien kreuz und quer durch die Großstadt von Auftrag zu Auftrag, von Haus zu Haus. Sie verstehen sich glänzend und geraten allenfalls dann aneinander, wenn sich beide für ein und dasselbe Mädchen interessieren. Eines Tages tritt die blonde Jou-Jou in ihr Leben. Sie sehen sie durch das Fenster des amerikanischen Generalkonsulates. Als Jou-Jou gerade von dem ruppigen Portier aus dem Haus geworfen werden soll, treten die beiden ihr ritterlich zur Seite.</p>
<p>Jou-Jou, die sich ihren Lebensunterhalt als Wurfgeschoss in einem Wanderzirkus verdient, träumt von einer Filmkarriere in Amerika. Ein gewisser Mr. Merryman, angeblich ein wichtiger Hollywood-Mogul, hat ihr einst eine Filmkarriere in Hollywood versprochen – gegen die Zahlung einer Gebühr von 25 Dollar. Die beiden Willys nehmen sich vor, dem Mädchen zu helfen. Sie nehmen sie erst einmal zu sich nach Hause, damit sie und ihre zottelige Promenadenmischung, genannt Buffalo, ein Dach über den Kopf erhalten. Beide Fensterputzer leben arm aber glücklich weit vor den Toren der Stadt mitten auf der Wiese – und zwar in zwei armseligen, aber wildromantischen Eisenbahnwaggons, die von einem kauzigen Typen, genannt &#8216;Vogelscheuche&#8217;, gehütet werden.</p>
<p>Jou-Jou bekommt als eigene Unterkunft einen ausrangierten D-Zug-Wagen zugeteilt. Doch bald ist unverkennbar, dass sowohl Willy I als auch Willy II ein Auge auf den blonden Traum geworfen haben. „Vogelscheuche“ warnt Jou-Jou, dass ihre Anwesenheit hier die Freundschaft der beiden Fensterputzer auf eine schwere Probe zu stellen droht. Als das Mädchen in der Zeitung liest, dass jener Mr. Merryman gerade in Berlin weilt, scheint ihr die Entscheidung leicht, und sie kehrt nach Berlin zurück. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuße, ihr &#8216;Merryman&#8217; war ein Schwindler! Jetzt aber steht ihr plötzlich der echte Mr. Merryman gegenüber. Und der engagiert Jou-Jou – und das auch nur, endlich um seine Ruhe vor ihr zu haben.</p>
<p>Da dieser verfluchte Rummel um Jou-Jou und ihren Traum vom Filmgeschäft beinah beider Willys Freundschaft zerstört hätte, tritt Willy II mutig vor den echten Mr. Merryman und hält diesem eine Standpauke, die sich gewaschen hat. Merryman ist begeistert. So einen Typen, der anderen die Leviten liest und dadurch lästige Besucher fernhält, kann er dringend gebrauchen. Willy II soll ab sofort als sein Angestellter jeden Tag diese Rede halten – und zwar in drei Sprachen! Dafür gibt er sogar Jou-Jou frei, die schließlich in die Arme von Willy I sinkt.</p>
<h3>Stab und Besetzung</h3>
<table>
<tbody>
<tr>
<th colspan="2"></th>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmregisseur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmregisseur">Regie</a></td>
<td><a title="Paul Martin (Regisseur)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Martin_%28Regisseur%29">Paul Martin</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Drehbuch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drehbuch">Drehbuch</a></td>
<td><a title="Walter Reisch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Reisch">Walter Reisch</a><br />
<a title="Billy Wilder" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Billy_Wilder">Billie Wilder</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmproduzent" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmproduzent">Produktion</a></td>
<td><a title="Erich Pommer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Pommer">Erich Pommer</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Filmmusik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filmmusik">Musik</a></td>
<td><a title="Werner Richard Heymann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Richard_Heymann">Werner Richard Heymann</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Kameramann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kameramann">Kamera</a></td>
<td><a title="Günther Rittau" href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Rittau">Günther Rittau</a><br />
<a title="Otto Baecker" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Baecker">Otto Baecker</a><br />
<a title="Konstantin Irmen-Tschet" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Irmen-Tschet">Konstantin Irmen-Tschet</a></td>
</tr>
<tr>
<td><a title="Cutter (Film)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cutter_%28Film%29">Schnitt</a></td>
<td><a title="Willy Zeyn junior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Zeyn_junior">Willy Zeyn junior</a></td>
</tr>
<tr>
<th colspan="2">Darsteller:</th>
</tr>
<tr>
<td colspan="2">
<ul>
<li><a title="Lilian Harvey" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lilian_Harvey">Lilian Harvey</a>: Jou-Jou</li>
<li><a title="Willy Fritsch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Fritsch">Willy Fritsch</a>: Willy I</li>
<li><a title="Willi Forst" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Forst">Willi Forst</a>: Willy II</li>
<li><a title="Paul Hörbiger" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_H%C3%B6rbiger">Paul Hörbiger</a>: Landstreicher „Vogelscheuche“</li>
<li><a title="Trude Hesterberg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trude_Hesterberg">Trude Hesterberg</a>: Zeitungsverkäuferin „Illustrierte Ilse“</li>
<li><a title="C. Hooper Trask (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=C._Hooper_Trask&amp;action=edit&amp;redlink=1">C. Hooper Trask</a>: US-Manager Mr. Merryman</li>
<li><a title="Hans Deppe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Deppe">Hans Deppe</a>: Merrymans Sekretär</li>
<li><a title="Wolfgang Heinz (Schauspieler)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Heinz_%28Schauspieler%29">Wolfgang Heinz</a>: Portier</li>
<li><a title="Barbara Pirk (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Barbara_Pirk&amp;action=edit&amp;redlink=1">Barbara Pirk</a></li>
<li><a title="Ina von Elben (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ina_von_Elben&amp;action=edit&amp;redlink=1">Ina von Elben</a></li>
<li><a title="Ernst Behmer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Behmer">Ernst Behmer</a></li>
<li><a title="Hugo Döblin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_D%C3%B6blin">Hugo Döblin</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Stab, Besetzung: WIKIPEDIA)</p>
<h3><strong>Rezension</strong></h3>
<p><strong></strong>&#8220;So, wie der Billy Wilder-Biograf Maurice Zolotow die Entstehungsgeschichte von &#8220;Ein blonder Traum&#8221; (&#8230;) recherchiert hat, sollte der Film ursprünglich anders, etwas verwegener ausgehen: &#8220;Lilian kann sich zwischen den beiden Aspiranten auf ihr Herz nicht entscheiden; angewidert verlassen die beien sie und gehen zusamen ihrer Wege, unbeweibt, während die Regentropfen beharrlich auf ihre Fahrräder fallen &#8211; ganz wie Newman und Redford. (&#8230;) Miss Harvey war außer sich: Wie konnten sie es nur wagen, diese beiden ignoranten Schreiberlinge! Diese Stümper! (Wilder und Walter Reisch, Anm. d. Verf.) Unvorstellbar: Ein Lilian-Harvey-Film, in der sie von <em>zwei </em>Männern verlassen wird! Dass <em>ein </em>Mann sie verlässt, war ja schon undenkbar. Und Erich Pommer, der genau wusste, auf welcher Seite seine Stulle gebuttert war, gab ihr recht. &#8220;Bringt das in Ordnung&#8221;, befahl er. Reisch erinnert sich, wie Wilder mit sich rang, einen Film zu schreiben, der dem Star gerecht würde und trotzdem originell blieb. Schließlich sagte er: &#8220;Ich hab&#8217;s, ich hab&#8217;s. Wir bringen einen kleinen Hund hinein. Ich kann mir keinen Hund vorstellen, dem es nicht ein Leichtes wäre, Lilian Harvey an die Wand zu spielen. (&#8230;)&#8221;</p>
<p>(Zitiert nach Christa Bandmann, Joe Hembus: Klassiker des deutschen Tonfilms 1930-1960).</p>
<p><strong>Blonde Träume</strong></p>
<p><strong></strong>Sehr pointiert, diese Sichtweise, um nicht zu sagen, ein wenig gehässig. Sicher war Lilian Harvey nicht die größte Filmschauspielerin aller Zeiten und auch nicht des deutschen Vorkriegs-Tonfilms, auch die Marke &#8220;Das süßeste Mädel der Welt&#8221;, unter der sie damals bei der Ufa firmierte, war eine Werbebotschaft. Aber das funktioniert in diesem wundervollen frühen Musical aufs Beste. Dass der Titel subversiv sein könnte, lässt am besten die englische Übersetzung erahnen: &#8220;A Blonde&#8217;s Dream&#8221;. Nicht etwa Lilian Harvey ist ein blonder Traum, obgleich sie naturblond ist. Vielmehr träumt sie einen blonden Traum &#8211; naiv fällt sie auf einen angeblichen Hollywood-Produzenten herein und ihre Tanzfähigkeiten reichen allenfalls aus, um ihr bei einem echten Produzenten einen Platz in der Chorus Line zu verschaffen. Allerdings hätte ein echter Produzent für eine Statistin wohl kaum eine Überfahrt in die Vereinigten Staaten bezahlt. Aber wir sind ja nicht im Realismus, nicht einmal im poetischen Realismus.</p>
<p><strong>Alltagspoesie in schwerer Zeit</strong></p>
<p><strong></strong>Wirklich nicht? Vieles in dem Film erinnert an andere Werke, die zur gleichen Zeit oder später gefilmt wurden und die dem poetischen Realismus zugerechnet werden &#8211; etwa an &#8220;L&#8217;Atalante&#8221; von 1934 oder &#8220;Unter den Brücken&#8221; von Helmut Käutner. Vor allem ist es die Konstellation der Hauptfiguren als ein Terzett, in dem eine Frau zwischen zwei Männern wählen muss. Die allerdings könnte auch von Lubitsch stammen und hat Ähnlichkeit mit &#8220;Design for Living&#8221;, das ein Jahr später in den USA mit Gary Cooper und Frederich March als künstlerischer angehauchte Willy I und Willy II entstand und mit der ebenfalls blonden Miriam Hopkins als weiblichem Teil der ménage à trois. Natürlich gibt es beim amerikanischen Film noch eine typisch amerikanische Erfolgsstory &#8211; dafür aber keine Entscheidung. Hier, im Vor-Hays-Hollywood, bleibt es wirklich bei der Serenade zu dritt. Der Lubitsch-Film beruht allerdings auf einem Stück von Noel Coward, das wiederum einen Tick älter ist als &#8220;Ein blonder Traum&#8221;. Aber man kann ja auch mal vergleichen, ohne die Frage zu stellen, ob Huhn oder Ei.</p>
<p>Der Film handelt zwar auch von Träumen, die sich nicht alle erfüllen, aber auch vom Stück Glück auf der Welt, das sich irgendwie, irgendwo, irgendwann einstellen wird:</p>
<p>Ich hab&#8217; so Sehnsucht,<br />
Ich träum&#8217; so oft;<br />
Einst wird das Glück mir nah sein.<br />
Ich hab&#8217; so Sehnsucht,<br />
Ich hab&#8217; gehofft,<br />
Einst wird die Stunde da sein.<br />
Tage und Nächte<br />
Wart&#8217; ich darauf:<br />
Ich geb&#8217; die Hoffnung niemals auf.</p>
<p>Irgendwo auf der Welt<br />
Gibt&#8217;s ein kleines bißchen Glück,<br />
Und ich träum&#8217; davon in jedem Augenblick.<br />
Irgendwo auf der Welt<br />
Gibt&#8217;s ein bißchen Seligkeit,<br />
Und ich träum&#8217; davon schon lange lange Zeit.</p>
<p>Wenn ich wüßt&#8217;, wo das ist, ging&#8217; ich in die Welt hinein,<br />
Denn ich möcht&#8217; einmal recht,<br />
So von Herzen glücklich sein.<br />
Irgendwo auf der Welt<br />
Fängt mein Weg zum Himmel an;<br />
Irgendwo, irgendwie, Irgendwann.</p>
<p>Irgendwo auf der Welt<br />
Fängt mein Weg zum Himmel an;<br />
Irgendwo, irgendwie, Irgendwann.</p>
<p>Das kleine Glück findet Jou-Jou an der Seite von Willy I. Während des Films denkt man tatsächlich: Werden sie&#8217;s wagen, mit einem offenen Ende? Und dann stellt sich dieses Gefühl von Beruhigung ein, nämlich, dass es ein klares Happy-End gibt. Fürs Publikum der Zeit, das im Nebel der verlorenen Sicherheiten nach Orientierung suchte, war das die bessere Lösung. Wohl auch deshalb wurde der deutsche Film, der gemäß damaligen Usancen auch in einer französisch- und in einer englischsprachigen Fassung gedreht wurde, ein großer Erfolg, was man von Lubitschs konsequenterem und frivolem Entwurf &#8220;Design for Living&#8221;nicht behaupten konnte. In allen drei Fassungen von &#8220;Ein blonder Traum&#8221; spielte im Übrigen Lilian Harvey die Hauptrolle &#8211; die englische konnte sie selbst sprechen, als gebürtige Londonerin. Diese beinahe universelle Einsetzbarkeit lässt darauf schließen, dass man bei der Ufa durchaus wusste, was man an ihr hatte.</p>
<p><strong>Hollywood</strong></p>
<p><strong></strong>Die USA spielten im deutschen Film schon damals eine große Rolle &#8211; selbst während der Nazizeit wurde Amerika selten negativ, sondern vielmehr als Verheißung oder wenigstens als eine Art Fixpunkt für maximalen Erfolg dargestellt. Erstaunlich, wie auf diese Weise die Filmemacher immer wieder subversive Untertöne einbrachten und der Propagandaminister und Oberaufseher über die Filmschaffenden, Joseph Goebbels, das durchgehen ließ. Schließlich war dieser Aspekt brisant.</p>
<p>In Scharen wanderten deutsche Filmschaffende nach Hollywood ab, selbst, wenn sie nicht als jüdisch galten, jüdische Lebenspartner hatten und ihnen keine andere Wahl als die Emigration blieb. Von diesem künstlerischen Aderlass hat sich der deutsche Film bis heute nicht vollständig erholt. Es waren weniger die ausgewanderten Schauspieler &#8211; auf Dauer konnte sich nur Marlene Dietrich in den USA den Status eines Stars aus der ersten Liga sichern &#8211; sondern die Drehbuchautoren, Regisseure, Komponisten und Produzenten deutschsprachiger Herkunft, die mit an der Legende von Hollywood bauten und spätestens ab den 40er Jahren den Stil des amerikanischen Films mitbestimmten.</p>
<p>Das gilt auch für Billy Wilder, den Österreicher, und Erich Pommer, den Sohn eines Hildesheimer Wäschehändlers. In Berlin kamen sie alle zusammen, in den 20er Jahren, als der deutsche Film weltführend war. Erich Pommers Name wird auf immer mit seiner Stellung als Produzent von &#8220;Metropolis&#8221; und &#8220;Der blaue Engel&#8221; sowie seiner Musical-Trilogie verbunden sein. Sein Ufa-Vertrag wurde unter dem Einfluss des NS-Regimes 1933 aufgelöst, er emigrierte nach Paris, später in die USA  und kehrte nach dem Krieg zurück nach Deutschland.</p>
<p>Billy Wilder verdiente sich die Sporen und erlernte das Drechbuchhandwerk in Berlin, schuf sich die Grundlagen für die Fähigkeiten, die ihn später zu einem der größten Komödienregisseure machen sollten. 1961 erwies er mit &#8220;Eins, zwei drei&#8221; Berlin noch einmal seine Reverenz, blieb aber dort, wo er Höhepunkte der Filmkomödie wie &#8220;Manche mögen&#8217;s heiß&#8221; geschaffen hatte.</p>
<p><strong>Es hätte so schön sein können</strong></p>
<p><strong></strong>Wie die Entwicklung des deutschen Films ausgesehen hätte, wenn die Linien konsequent weiterverfolgt worden wären, die in den 20ern und frühen 30ern bestanden, darüber lässt sich nur spekulieren. Technisch war Hollywood damals schon vorne: Der Ton von &#8220;Ein blonder Traum&#8221; ist dank des überlegenen Tobis-Klangfilmsystems schon recht gut und deutlicher als bei Hollywood-Musicals der Zeit, die mit dem Western Electric-Lichtton gefilmt wurden. Aber die Bildqualität ist wohl nicht nur in der von uns gesehenen, unrestauriert wirkenden (2001 archivierten) Fassung schlechter. Selbst für einen so alten Film fanden wir die unruhige Belichtung, das sprichwörtliche Flimmern, als störend. Mittlerweile gibt es vermutlich eine Restauration durch die F. W. Murnau-Stiftung, die sich um viele  deutsche Filme, deren Erhaltung und Aufbereitung, verdient gemacht hat.</p>
<p>Inhaltlich ist &#8220;Ein blonder Traum&#8221; einfach, hat aber viele wunderbare Elemente, die über den Revuefilm hinausgehen, der damals in den USA den Begriff Musical definierte. Es gab durchaus Ansätze zu Filmen, wie sie jenseits des Atlantik erst einige Jahre später entstanden. Die visuelle Dynamik, die Choreographie der Bewegungszenen, das ist der Einsatz von Menschen und Gegenständen, in diesem Fall von Leitern und Fahrrädern, wie sie kennzeichnend für die Arthur-Freed-Produktionen der MGM mit Fred Astaire und Gene Kelly wurde. Diese Lieder, die bei jeder Gelegenheit, auch im Freien gesungen wurden, das gesamte Setting, lassen den Film sehr frei atmen, geben ihm einen natürlichen Charme, den man nicht mit reinen Innenraum-Produktionen der Zeit aus Hollywood vergleichen kann.</p>
<p>Da laufen einige Linien zusammen. Ein wenig René Clair, was das Ambiente angeht, die Figur der &#8220;Vogelscheuche&#8221; (Paul Hörbiger) mit ihrer Version des Liedes vom einfachen Leben und den wichtigen Dingen ist im Grunde eine poetische, zeittypisch ausgeformte Variante des Existenzialisten, kennzeichnend eher für den französischen als den deutschen Film jener Zeit. Dazu ein wenig  Arbeiterkino à la &#8220;Menschen am Sonntag&#8221; oder &#8220;Kuhle Wampe&#8221;, ins Unpolitisch-Dekorative gewendet. Man war auf der Höhe der Zeit und wusste um das, was im eigenen Land und bei anderen wichtigen Filmnationen gedreht wurde &#8211; und natürlich auch, was Hollywood an Standards setzte. Die Lieder im Film sind zwar nicht, wie in den USA ab den 40er Jahren, in die Handlung integriert und treiben diese vorwärts, aber sie beziehen sich auf den Plot und waren keine Revuenummern.</p>
<p><strong>Verstehen heißt verzeihen</strong></p>
<p>Insofern haben die Kritiker Recht, die &#8220;Ein blonder Traum&#8221; als eine Weiterentwicklung der beiden ersten Pommer-Fritsch-Harvey-Musicals ansehen, hier steckt mehr Subtext, mehr Einflechtung vieler Einflüsse und Errungenschaften des frühen Tonfilms der Welt drin. &#8220;Ein blonder Traum&#8221; ist gleichermaßen berlinerisch wie kosmopolitisch. Dazu kommen Ideen, die einfach nur nett sind.</p>
<p>So etwa die Traumsequenz mit der Modelleisenbahn, die über künstliche Berge, durch ein Aquarium und einen Sandkasten holpert, Tricktechnik, welche die Grenzen ihrer Möglichkeiten gar nicht verbergen will, weil sie weiß, sie kann es nicht. Oder das zerrissene Varieté-Plakat, das erst durch die Beifügung des dritten Teils dokumentiert, dass Jou-Jou tatsächlich ein Spielball, ein lebendiges Wurfgeschoss für zwei Akrobaten in der gemeinsamen Nummer war. Der barsche Hotelportier, der in der Traumsequenz der blonden Möchtegern-Schauspielerin zu einem sadistischen Regisseur mutiert, ist eine Reminisenz an und Umkehrung von &#8220;Der letzte Mann&#8221;, dieser tragisch-epochalen Dienstbotenfigur, die Emil Jannings 1925 zu Leben erweckt hatte.</p>
<p>Die Figur der Kioskbesitzerin &#8220;Illustrierte Ilse&#8221; hingegen ist als Name ein typisches Berlinikum und wird von einem solchen verkörpert: Trude Hesterberg. Ihr Lied im Film als von den Willys verschmähte Frau ist &#8220;Verstehen heißt verzeihen&#8221;. Großmut mitten im heraufziehenden Sturm der Kleingeistigkeit, der Menschen nach oben tragen wird, die nichts vom Menschlichen verstehen und demgemäß auch nichts verzeihen können. Es macht traurig, wie mit diesen Filmfiguren, die &#8220;Ein blonder Traum&#8221; zeigt, eine Ära von nonchalanter Großherzigkeit, von stoischer Alltagspoesie in wirtschaftlich ernster Zeit abrupt zu Ende ging.</p>
<p>Heute ist es kaum zu glauben und nachzuvollziehen, dass eine Stadt, deren rauer, optimistischer Charme in diesem Film gut zur Geltung kommt, sich einem verschrobenen und unglaublich düsteren Charakter aus dem hintersten Winkel Österreichs ergeben konnte. War die Not wirklich so groß? Fühlten sich die Preußen ohne Führungsfigur doch irgendwie allein gelassen mit ihren kleinen und großen Sorgen und verzweifelten am Leben &#8211; anders als in diesem Film?  Berlin hat den Führer, seine eigene Vergangenheit. Es verbirgt seine Wunden nicht und in den vielen bunten Wohnungen und den Laubenkolonien haust eine beträchtliche Anzahl von Typen wie die beiden Willys, die in robuster und unpräteniöser Manier das Leben leben und die Gentrifizierung überstehen werden. Deshalb gibt es mittlerweile auch wieder hübsche, herzlich-raue Komödien, die hier spielen und die nur hier spielen können. Die blonden Träume sind jedoch ausgeträumt &#8211; und das ist gut so.</p>
<p><strong>Bewertung: 7,7/10.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-04<strong><br />
</strong></p>
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		<title>Martinsfeuer &#8211; Tatort 429 / TatortAnthologie 130</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:44:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Filmwelt]]></category>
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		<description><![CDATA[WDR 02.02.2012, ES 05.12.1999, Titelfoto (c) WDR Eine Aktrice im sozialen Brennpunkt und ein Diktiergerät als talking Head Wir haben die Rezension zu &#8220;Willkommen in Köln&#8221; vorgezogen, weil wir uns unschlüssig waren, ob wir uns dem &#8220;Martinsfeuer&#8221; annehmen sollen, das wir zwei Tage zuvor leuchten sahen. Man wird so leicht missverstanden. Das Positive vorweg: Die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5184&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WDR 02.02.2012, ES 05.12.1999, Titelfoto (c) WDR</p>
<h3>Eine Aktrice im sozialen Brennpunkt und ein Diktiergerät als talking Head</h3>
<p>Wir haben die Rezension zu &#8220;Willkommen in Köln&#8221; vorgezogen, weil wir uns unschlüssig waren, ob wir uns dem &#8220;Martinsfeuer&#8221; annehmen sollen, das wir zwei Tage zuvor leuchten sahen. Man wird so leicht missverstanden.</p>
<p>Das Positive vorweg: Die Kinderdarsteller sind für deutsche Verhältnisse gut bis ausgezeichnet. Man fand offenbar den richtigen Umgang mit den kleinen Mimen und sie sind sowohl als Einzelpersönlichkeiten wie als Gruppe ansprechend gezeichnet. Gerade deswegen aber kommt das wirklich dicke Ende sofort hinterher: Gegen die Auflösung dieses <a class="zem_slink" title="Falles" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Falles" rel="wikipedia">Falles</a> sträubt sich alles in uns, was wir meinen, in und an Kindern in einigen Jahrzehnten entdeckt zu haben.</p>
<p>Natürlich können Kinder in eine Scheinwelt abdriften und auch brutal sein, natürlich spielen die sozialen Verhältnisse eine Rolle &#8211; und dass ein Kind einmal ein Tötungsdelikt begeht, ist sicher nicht unmöglich. Aber die geradezu ritualisierten Mordszenarien, die ein etwa 10jähriges Mädchen entwirft und durchführt, wie sie in &#8220;Martinsfeuer&#8221; aufgemacht werden, sind des Guten oder Schlechten zu viel. Da hilft es auch nichts, dass sie die getöteten Mitkinder in eine bessere Welt transferiert wissen will.</p>
<p>Aber wer weiß, wenn man <a class="zem_slink" title="Katharina Thalbach" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Katharina_Thalbach" rel="wikipedia">Katharina Thalbach</a> zur Mutter hat? Mit ihr und Cosma <a class="zem_slink" title="Shiva" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Shiva" rel="wikipedia">Shiva</a> Hagen treffen Vertreterinnen von Künstlerdynastien als Mitglieder einer sozial negativ gestellten Kleinfamilie aufeinander, aber so wirkt es auch. Sehr bühnenmäßig, vor allem bei Katharina Thalbach. Da merkt man doch, dass das Thema soziale Verwahrlosung heute mit mehr <a class="zem_slink" title="Fingerspitzengefühl" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fingerspitzengef%C3%BChl" rel="wikipedia">Fingerspitzengefühl</a> angefasst wird, vor allem in Tatortstädten wie München oder Frankfurt &#8211; als 1997 beim Kölner <a class="zem_slink" title="Westdeutscher Rundfunk" href="http://www.wdr.de" rel="homepage">WDR</a>, wo zwar Vieles prollig wirkt, aber die tiefe Depression, die sich in solchen Verhältnissen über die Jahre einnistet und zu emotionaler Abgeschiedenheit führt, zu Gleichgültigkeit und zum Abdriften in Scheinwelten, die kann man allenfalls erahnen; keine der teilweise skurrilen Figuren in &#8220;Martinsfeuer&#8221; steht wirklich dafür.</p>
<p>Einerseits finden wir es richtig, dass in Tatorten nicht nur die oberen Gesellschaftsschichten gezeigt, manchmal auch karikiert werden, dass man sich also auch einer gar nicht so kleinen Gruppe von Menschen in Deutschland annimmt, die am Existenzminimum lebt und eine ganz eigene Parallelgesellschaft herausgebildet hat, die dem Durchschnittsbürger mindestens so fremd sein dürfte wie die so genannten Teilgesellschaften innerhalb von Migranten-Ethnien. Das Leben in den ollen Wohnsilos wird bereits vom unteren <a class="zem_slink" title="Mittelstand" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mittelstand" rel="wikipedia">Mittelstand</a> kaum noch wahrgenommen und ist in seiner Tristesse als ein Teil deutscher Realität folgerichtig nicht so sehr präsent, wie es eben real ist.</p>
<p>In den letzten Jahren hat sich einiges getan, auch was die spielfilmmäßige Rezeption und Aufbereitung verschiedener Aspekte der sozialen Frage betrifft, daher wollen wir es dem &#8220;Martinsfeuer&#8221; nicht allzu sehr anlasten, dass zu effektheischend mit dem Thema emotionale Verwahrlosung umgegangen wird. Heute würde man auch in Köln, wo man hin und wieder denkt, alles Elend hat nur mit einem karnevalistischen Unterton eine Berechtigung gezeigt zu werden, manches anders machen und vielleicht auch noch einmal darüber nachdenken, ob so ein versponnenes Mädchen wie die kleine Marion als Serientäterin eine auch nur halbwegs glaubwürdige Figur abgibt.</p>
<h3><a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a>, Besetzung, Stab</h3>
<p>Kommissar Freddy Schenk macht sich Sorgen: Kollege Max Ballauf scheint in letzter Zeit nicht bei der Sache zu sein. Was niemand weiß: Ballaufs Mutter ist gestorben.</p>
<p>Nur mühsam arbeitet sich der trauernde Sohn in den neuen Fall ein: Im Bunker eines ehemaligen Militärgeländes wurde ein vierjähriger Junge ermordet. Tod durch Ersticken lautet der Befund, sexueller Missbrauch ausgeschlossen. Die Untersuchungen ergeben weiter, dass das Opfer seinen Mörder gekannt haben muss. Und was bedeutet das geheimnisvolle Zeichen, das dem Jungen auf die Bauchdecke geritzt wurde?</p>
<p>Der kleine Mirko hat die Leiche im Bunker gesehen, doch er schweigt. Genauso wie die anderen Kinder, mit denen das Opfer zuletzt gespielt hatte. Also müssen die Kommissare Schenk und Ballauf ins Blaue ermitteln. <a class="zem_slink" title="Die Zeit" href="http://www.zeit.de" rel="homepage">Die Zeit</a> drängt: &#8220;Ich komme wieder im Licht&#8221;, hat der Mörder mit Blut an ein Fenster geschrieben. Wird er sich beim Martinszug ein neues Opfer holen?</p>
<p>Doch für Freddy Schenk ist der Fall vorher erledigt: Der junge Stricher Leon aus der Nachbarschaft muss der Mörder sein. Verschiedene Indizien und seine kriminelle Vergangenheit sprechen für ihn. Erleichtert wird für den Martinszug Entwarnung gegeben. Doch dann hat Leon plötzlich ein Alibi! Im Licht des Fackelzugs suchen die Kölner Kommissare fieberhaft.</p>
<p>Regie: Niki Stein<br />
Buch: Günter Schütter<br />
Kamera: Arthur Ahrweiler<br />
Szenenbild: Frank Polosek<strong><br />
</strong></p>
<table>
<caption> </caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kommissar Max Ballauf</td>
<td>Klaus J. Behrendt</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kommissar Freddy Schenk</td>
<td>Dietmar Bär</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Elsie Antes</td>
<td>Katharina Thalbach</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Nadja Pranskat</td>
<td>Cosma Shiva Hagen</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Vera Furthwängler</td>
<td>Natalia Wörner</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Leon</td>
<td>Thomas Arnold</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Lissy</td>
<td>Anna Loos</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Nadja Pranskat</td>
<td>Cosma Shiva Hagen</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/2012/martinsfeuer-100.html" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong><a class="zem_slink" title="Murderers Among Us" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Murderers_Among_Us" rel="wikipedia">Die Mörder sind unter uns</a></strong></p>
<p><strong></strong>Ein echter Knaller, dass sich am Ende ein kleines Mädchen namens Marion <a href="http://www.imdb.com/name/nm0422138/">(Jacqueline Jeske</a>) als Täterin entpuppt. Mörderin im strafrechtlichen Sinn ist sie nicht, aus Altersgründen. Da hat man sich jahrelang auf bestimmte Typen als Tätertypen und übliche Verdächtige eingeschossen, wie es Freddy Schenk hier tut, indem er den Stricher Leon (Thomas Arnold) in die Mangel nimmt, weil er in ihm gerne die ebenso billige wie gerechte Lösung des Falles sehen würde. Da kommen krude Einzelgänger wie der Tittenpostersammler infrage und dann dieses Mädchen.</p>
<p>Worauf soll man sich noch verlassen, welche Feindbilder pflegen? Ein fantasievolles Mädchen voller verdeckter Aggressionen taugt nicht als Projektionsfläche. Es taugt nach unserer Ansicht aber auch nicht als Täterin, da kann man noch so sehr am Zuschauer manipulieren, indem man eine Psychologin (Natalia Wörner) einsetzt. Auch sie erkannte ja, und das können wir ihr nicht verdenken, eher, wer es nicht sein konnte, zum Beispiel Leon &#8211; als diese Täterin. Nebenbei lernen wir, dass Max Ballauf eine von 1999 bis 2012 fortwirkende Schwäche für Psychologinnen hat. Auch wieder nicht so verwunderlich, angesichts seiner vielen Seelenfalten und der Tatsache, dass seine Mutter gerade verstorben ist, als das tote Kind aufgefunden wird, welches die Ermittlungen in Sachen &#8220;Martinsfeuer&#8221; auslöst.</p>
<p><strong>Inszenierung<br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Die ganz konzentrierte Linie, die straffe und dramaturgisch ausgefeilte Handlung, das haben wir schon bei vielen Köln-Tatorten feststellen können, ist offenbar nicht rheinländisch. Hier ist eine seltsame Fahrigkeit zu beobachten, die sich auch in der Bildregie offenbart. Hektisch, hin und wieder ziellos wirken Schnitte und Übergänge. Vielleicht soll dies das Herumstochern der Ermittler in einem Fall symbolisieren, in dem kein Mensch auf die wirkliche Täterin käme.</p>
<p>Die beiden Männer, die ein Verdächtigenduo bilden, Leon und dieser Tittenpostersammler, wirken zu verdächtig. Aber wer sonst soll es sein? Zwischenzeitlich, ohne Quatsch, hatten wir Katharina Thalbach im Verdacht, die immer dolle und ohne Verstand liebt, ohne dafür etwas zu bekommen. Sie hätte jemand sein können, der all die Kränkungen in einer zweiten, ganz anderen Persönlichkeit unterbringt und seine emotionale Verwahrlosung grausam spiegelt. Letztlich aber auch sehr weit hergeholt, diese Hypothese. Owohl das Mädchen Marion über den ganzen Film hinweg präsent ist, wären wir auf dieses Kind nicht gekommen, und wenn man alle anderen Figuren schrittweise abgezogen hätte, weil wir einfach nicht glauben wollten, dass man es sich traut, ein Kind als durchdacht mordendes und dabei auch noch mit Symbolik aller Art vorgehendes Wesen zu präsentieren.</p>
<p>Dass Kinder Tiere umbringen können, ist unstrittig. Doch da gibt es eine natürliche Grenze, die mit der Größe der Tiere und der Nähe ihres Verhaltens zu dem von uns Menschen einhergeht. Ein Frosch geht also noch, aber eine Katze oder ein Hund kaum. Quälen, ja. Aber nicht töten. Nicht einmal im Affekt, also auf weniger anspruchsvolle Art, als es hier gezeigt wird. Dass ein Kind aber hingeht, und mit Kaninchenblut bedeutungsschwangere Erwachsenensätze in ungelenker Schrift auf alten Glasscheiben anbringt und dies nicht einfach so, sondern wirklich innerhalb eines großen Planes von einer besseren Welt und einer darauf basierenden Mordserie, das ist vielleicht gut für einen Schocker à la Scream, aber nicht für einen Tatort, der Realitätsnähe suggeriert und die man gerade bei sozialen Theman als Mittelpunkt auch einfordern darf.</p>
<p>Alles wirkt in &#8220;Martinsfeuer&#8221; ein wenig dick aufgetragen. Den ganz frühen Freddy Schenk haben wir in &#8220;Willkommen in Köln&#8221; jüngst kennen lernen dürfen, von der rabiaten Art, die er dort zeigt, ist durchaus auch in &#8220;Martinsfeuer&#8221; noch etwas zu spüren. Außerdem geht es um den Tod von Kindern, und da rastet der Familienvater auch heute noch aus und wirft mit Klischees um sich wie Kinder mit Sandkastendreck. Der Dreck fällt aber ab, die Klischees hingegen kleben fest und schüren auf eine ziemlich perfide Art unsere Ängste und Aversionen. Die unglaubwürdige Auflösung beruhigt diese Ängste nicht gerade und fördert auch nicht das Nachdenken darüber, wie Delikte an Kindern am sinnvollsten geahndet werden sollten.</p>
<p>Schenk irrt sich zwar in der Person des Täters, aber widersprochen wird ihm bezüglich seiner verallgemeinernden Aussagen nicht. Vielleicht hat sich dieses Wechselspiel der Argumente zwischen Ballauf und Schenk, das mittlerweile so herrlich routiniert Krimi und Lehrfilm miteinander verbindet und keinerlei Sichtweise außer Acht lässt, erst in späteren Tatortfolgen entwickelt. Uns fehlen ja rezensorisch noch ganze Epochen aus dem umfangreichen, mittlerweile 52 Filme umfassenden Oeuvre der beiden Kölner Kriminalstrategen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>&#8220;Martinsfeuer&#8221; hat einigen Schauwert, ist prall gefüllt mit Charakteren, welche den Bildschirm zu füllen vermögen &#8211; die Reduktion älterer Autorenfilme und moderner Sozialdramen im Tatortkleid aufs Triste und Wesentliche ist diesem Film weitgehend fremd. Während andere Großschauspieler sich zuweilen dadurch auszeichnen, dass sie in Tatorten eher unterkühlte Vorstellungen geben, tut Katharina Thalbach genau das Gegenteil. Das wirkt, bezüglich ihrer Art zu spielen, authentisch, aber es verdeckt auch die Risse in der Gesellschaft, weil es so singulär wirkt. Weniger bekannte  Schauspieler halten wir für solche Rollen besser geeignet. Nicht aus krachendem Aufschrei, und das den ganzen Tag über, quillt das innere Elend hervor, sondern aus tödlicher, banaler Eintönigkeit und Abgestumpftheit.</p>
<p>Die hier handelnden Figuren weisen sehr viel Witz und Lebenswillen auf, ja, dieser Tatort hat auch  Humor, der in den Figuren und ihrem Agieren miteinander liegt. Da kommt die Auflösung zu sehr aus heiterem oder trübem Himmel, wirkt aufgesetzt und in der gezeigten Spielart des Milieus fehlplatziert. Die Dramatik des Martinsfeuers hingegen, die dem Film den Titel gibt, wirkt nicht ausgereizt, was gerade angesichts der sehr kräftigen Farben, in denen hier Menschliches gemalt wird, verwundert. Da wäre mehr drin gewesen.</p>
<p><strong>Gute Kinderschauspieler und viele witzige Ideen können letztlich die Bewertung nicht auf Durchschnitt heben: 6,5/10 für &#8220;Martinsfeuer&#8221;.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-02-04</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/03-filmwelt/'>03. Filmwelt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/cosma-shiva-hagen/'>Cosma Shiva Hagen</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/die-zeit/'>DIE ZEIT</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/dietmar-bar/'>Dietmar Bär</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/falle/'>Falle</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/freddy-schenk/'>Freddy Schenk</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/kaninchenblut/'>Kaninchenblut</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/katharina-thalbach/'>Katharina Thalbach</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/kindestotung/'>Kindestötung</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/klaus-j-behrendt/'>Klaus J. Behrendt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/leon/'>Leon</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/licht/'>Licht</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/martinsfeuer/'>Martinsfeuer</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/max-ballauf/'>Max Ballauf</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/ritualmord/'>Ritualmord</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tage/'>Tage</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-koln/'>Tatort Köln</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-martinsfeuer/'>Tatort Martinsfeuer</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/thema/'>Thema</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5184/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5184/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5184&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kein Entkommen &#8211; Tatort 827 / Vorschau ARD 05.02.2012, 20:15 Uhr</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 09:05:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ES 05.02.2012, Titelfoto (c) ORF / ARD Die Rezension gibt es jetzt hinter diesem Link! Was Politisches zum 27. Moritz Eisner, gespielt von Harald Krassnitzer, ist eine Tatort-Institution. In Deutschland wird das nicht sehr wahrgenommen, wenig diskutiert, seine Folgen sind auf Tatort-Fundus.de so bewertet, dass er ziemlich hinten rangiert. Nur die arme Eva Saalfeld und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5163&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ES 05.02.2012, Titelfoto (c) <a class="zem_slink" title="ORF (broadcaster)" href="http://www.orf.at/" rel="homepage">ORF</a> / <a class="zem_slink" title="ARD (broadcaster)" href="http://www.ard.de/" rel="homepage">ARD</a></p>
<p><a title="Kein Entkommen – Tatort 827 / TatortAnthologie 131" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/05/kein-entkommen-tatort-827-tatortanthologie-131/"><span style="color:#ff0000;">Die Rezension gibt es jetzt hinter diesem Link!</span></a></p>
<h3>Was Politisches zum 27.</h3>
<p>Moritz Eisner, gespielt von Harald Krassnitzer, ist eine <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>-Institution. In <a class="zem_slink" title="Germany" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.5166666667,13.3833333333&amp;spn=10.0,10.0&amp;q=52.5166666667,13.3833333333%20%28Germany%29&amp;t=h" rel="geolocation">Deutschland</a> wird das nicht sehr wahrgenommen, wenig diskutiert, seine Folgen sind auf <a href="http://www.tatort-fundus.de/web/ermittler/sender/orf/eisner.html" target="_blank">Tatort-Fundus.de</a> so bewertet, dass er ziemlich hinten rangiert. Nur die arme Eva Saalfeld und der Schweizer Neuversuch Reto Flückiger bewahren ihn vor dem Schwanzende. Und ein Gehirntumor namens Lili.</p>
<p>Dabei ist er profiliert und auf dem Bildschirm sehr präsent, schauspielerisch für uns oben in der Riege der Tatort-Ermittler angesiedelt, ungeachtet der Tatsache, dass immer mehr &#8220;Großschauspieler&#8221; sich für die Serie engagieren lassen. Er muss ja auch was richtig gemacht haben und der ORF mit ihm, sonst käme er nicht mit &#8220;Kein Entkommen&#8221; auf 27 Folgen. In <a class="zem_slink" title="Austria" href="http://maps.google.com/maps?ll=48.2,16.35&amp;spn=10.0,10.0&amp;q=48.2,16.35%20%28Austria%29&amp;t=h" rel="geolocation">Österreich</a> herrscht bekanntermaßen nicht die Hire-and-fire-Mentalität, aber wären die Quoten auf längere Sicht untragbar, müsste auch Krassnitzer gehen und Eisner würde abgelöst.</p>
<p>Wir haben bisher nur drei seiner Fälle rezensiert und können daher nicht umfassend beantworten, woran die vergleichsweise schwache Einwertung liegt. Allerdings lässt sich aus diesen drei Fällen eine Art Tendenz ablesen: Zweimal 6,5 und einmal 7 <a class="zem_slink" title="Punkte" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Punkte" rel="wikipedia">Punkte</a> sind deutlich weniger als der aktuelle Durchschnitt von 7,25 nach 127 Tatort-Rezensionen. Der Grund dafür ist, dass es uns bei den Eisner-Fällen nicht an schauspielerischer Überzeugungskraft des Ermittlers, sondern an Tiefe bei den Fällen gemangelt hat. Österreich ist schon sehr dekorativ, wovon man zum Beispiel in <a title="Die schlafende Schöne – Tatort 599 / TatortAnthologie 56" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/07/05/die-schlafende-schone-tatort-599-tatortanthologie-56/" target="_blank">&#8220;Die schlafende Schöne&#8221;</a> hinlänglich Gebrauch gemacht hat, ohne dass über die Ästhetik hinaus etwas Großartiges entstanden wäre. <a title="Lohn der Arbeit – Tatort 807 / TatortAnthologie 84" href="http://derwahlberliner.wordpress.com/2011/08/28/lohn-der-arbeit-tatort-807-tatortanthologie-84/" target="_blank">&#8220;Lohn der Arbeit&#8221;</a> war uns zu konventionell und zu wenig spannend; am besten fanden wir bisher &#8220;Ausgelöscht&#8221;, in dem er mit Bibi Fellner zusammenarbeitet.</p>
<p>Diese Teampaarung werden wir auch in &#8220;Kein Entkommen&#8221; sehen und das könnte ein Plus sein, dass der Eremit und Grantler diese lebenszugewandte Frau zur Seite bekommt. Asymmetrische Paare, deren Persönlichkeit stark in den Vordergrund gerückt wird, sind eines der Geheimnisse der jüngeren Tatort-Erfolgsgeschichte.</p>
<p>Allerdings sind die Tatortfans logischerweise mehrheitlich in Deutschland ansässig und der Dialekt und die etwas andere Mentalität bei gleicher Sprache erheben offenbar doch eine Akzeptanzschwelle. Schwedenkrimis und US-Polizeiserien sind von diesem Effekt nicht geplagt. Auch deshalb, weil sie ins Hochdeutsche synchronisiert werden, aber sicher nicht nur. Das Unähnliche im Ähnlichen wird es sein, was dort nicht auftritt und den Weg zu einer komplett vorurteilsfreien Würdigung versperrt. Im Gegenteil, gerade US-Serien werden oft viel zu unkritisch aufgenommen, weil sie so schön effektvoll und vordergründig sind.</p>
<p>Beides ist Österreich nicht, deswegen fänden wir&#8217;s gut, wenn die <a class="zem_slink" title="Films based on Edgar Wallace works" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_Edgar_Wallace_works" rel="wikipedia">Krimis</a> das mehr spiegeln würden. Ob die Fälle dann hierzulande freundlicher rezipiert werden, ist eine andere Frage, denn dann würden auch die kritischen Untertöne gegenüber Deutschland, die wir sehr wohl in den Eisner-Folgen bemerkt haben, noch stärker ausgeprägt sein &#8211; und auch der Schmäh, der in den von uns rezensierten Folgen nur sparsam eingesetzt wurde. Der Schmäh aber ist vor allem für norddeutsche, ostdeutsche, berlinerische Gemüter viel zu sehr fies um die Ecke. Egal, ob sie beim ORF nun mehr davon bringen oder ob sie&#8217;s nicht tun, es wird sich wohl nicht viel an der Ansicht ändern, dass die österreichischen Tatorte keine Highlights sind. Es liegt aber auch an einem objektiven Kriterium, das wir in &#8220;Lohn der Arbeit&#8221; beobachten konnten. Brisante Themen werden vergleichsweise moderat inszeniert. Die deutschen Spielarten des edlen und ARD-typischen Sozialdramas im Tatortformat und der Halbsatire in ebendiesem Format werden nicht gezeigt.</p>
<p>In &#8220;Kein Entkommen&#8221; geht es wieder um ein großes und politisches Thema, dem es zu wünschen wäre, dass es entsprechend konsequent umgesetzt wird. In einer Woche und 3 Stunden sind wir schlauer darüber, ob dies gelungen ist und werden unsere Eindrücke aufschreiben.</p>
<h3>Die Infos zur Sendung:</h3>
<p>Als zwei Killer einen Studenten, der einen Putztrupp abholen soll, auf dem Parkdeck eines Einkaufszentrums erschießen, liegt Chefinspektor Moritz Eisner schweißgebadet grippekrank und griesgrämig zu Hause. So blafft er seine Tochter Claudia und seine neue Assistentin Bibi Fellner an: &#8220;Ich bin im Krankenstand. Ich brauche Ruhe und keine hysterischen Weiber um mein Bett.&#8221; Doch der Mordfall und Bibis gespielte <a class="zem_slink" title="Heideggerian terminology" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Heideggerian_terminology" rel="wikipedia">Gelassenheit</a>: &#8220;Na ja, jetzt muss ich halt allein dahin&#8221;, lassen ihn schlagartig gesunden.</p>
<p>Schnell finden beide Ermittler heraus, dass dieser Anschlag ein Versehen war und einem anderen Fahrer galt – Josef Müller, der in Wahrheit Mirko Gradic heißt. Umgehend versuchen die Auftragsmörder, ihren &#8220;Fehler&#8221; zu korrigieren. Doch Mirko kann fliehen und stellt sich mit seinen geheimen Aufzeichnungen der Polizei. Er schwebt in akuter Lebensgefahr, weil er im Balkankrieg von der paramilitärischen Einheit &#8220;Sveti Tigar&#8221; desertiert ist und eine große Bedrohung für eine Gruppe serbisch-nationaler Kriegsverbrecher darstellt, die offenbar in Wien untergetaucht ist. Denn er hat über sogenannte ethnische Säuberungen und Gräueltaten seiner Einheit genau Buch geführt und kennt die Namen sowie Gesichter der Verantwortlichen. Damit wird das Ganze plötzlich auch zu einem Fall für Interpol und den Internationalen Strafgerichtshof in <a class="zem_slink" title="The Hague" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.0833333333,4.31666666667&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=52.0833333333,4.31666666667%20%28The%20Hague%29&amp;t=h" rel="geolocation">Den Haag</a>.</p>
<p>Josef Müller alias Mirko sowie seine Frau Elisabeth und ihr Sohn Max werden sofort unter Polizeischutz gestellt, umquartiert und in einer Villa streng abgeschirmt. Doch die Verfolger sind ihnen offensichtlich dicht auf den Fersen geblieben – nachts dringen sie gewaltsam in das Haus ein, und es kommt zu einem Blutbad. Als Moritz Eisner und Bibi Fellner eintreffen, sieht es aus wie auf einem Kriegsschauplatz. Eisners Chef Ernst Rauter ist fassungslos: &#8220;13 Leichen in weniger als einer Stunde&#8221;.</p>
<p>Der Kopf der &#8220;Sveti Tigar&#8221; heißt Mladen Ivesevic, der in Deutschland Medizin studiert hat, von seinen Anhängern als &#8220;Der Heilige&#8221; verehrt wird und untergetaucht ist. Seine rechte Hand ist Radovan Jurkic, der &#8220;<a class="zem_slink" title="Dirk Schlächter" href="http://www.last.fm/music/Dirk%2BSchl%25C3%25A4chter" rel="lastfm">Schlächter</a>&#8220;. Nach einer wilden Schießerei im Keller eines Cafés, wobei Moritz Eisner einen der Auftragskiller tödlich trifft, entschließt er sich, dieser kriminellen Organisation, die vor nichts zurückschreckt, eine Falle zu stellen. Mit Mirkos Sohn Max, der an Grippe erkrankt im Krankenhaus liegt, als Lockvogel. Der riskante Plan geht auf – der völlig überraschte Radovan Jurkic wird als Arzt verkleidet im Krankenhaus überwältigt.</p>
<p>Als alle akute Gefahr gebannt und Mirko in Sicherheit zu sein scheint, greift plötzlich der &#8220;Heilige&#8221; selbst in das Geschehen ein und lässt seine teuflische <a class="zem_slink" title="Maskerade" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Maskerade" rel="wikipedia">Maskerade</a> fallen, hinter der er sich die ganze Zeit versteckt hat. Doch Moritz Eisner stellt sich diesem ebenso brutalen wie eiskalten Anführer in den Weg und zwingt ihn so zu einer Entscheidung. Niemand kann ihm bei diesem Poker auf Leben und Tod helfen.</p>
<h2>Besetzung und Stab</h2>
<table>
<caption>Besetzung</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row">Rolle</th>
<th scope="row">Darsteller</th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Moritz Eisner</td>
<td>Harald Krassnitzer</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Bibi Fellner</td>
<td>Adele Neuhauser</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ernst Rauter</td>
<td>Hubert Kramar</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Karl Bindmayer</td>
<td>Johannes Silberschneider</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Tomalek</td>
<td>Stefan Puntigam</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Claudia Eisner</td>
<td>Tanja Raunig</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Franz Rinner</td>
<td>Alexander Strömer</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Andrea Schiemer</td>
<td>Therese Affolter</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Strasser</td>
<td>David Oberkogler</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Conni Seidl</td>
<td>Julia Kronenberg</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Mirko Gradic</td>
<td>Christoph Bach</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Elisabeth Müller</td>
<td>Monika Reyes</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Salic</td>
<td>Michael König</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Radovan Jurkic</td>
<td>Gennadi Vengerov</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Zeljko Jovanovic</td>
<td>Marco Pustisek</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Ante Stelic</td>
<td>Giorgi Gvinadze</td>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Cornelius Langhammer</td>
<td>Serge Falck</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<caption>Stab</caption>
<tbody>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Regie:</td>
<td>Fabian Eder</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Buch:</td>
<td>Lukas Sturm und Fabian Eder</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Kamera:</td>
<td>Fabian Eder</td>
</tr>
<tr>
<th scope="row"></th>
</tr>
<tr>
<td scope="row">Musik:</td>
<td>Roman Karolou</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab: <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/2012/kein-entkommen-102.html" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/03-filmwelt/'>03. Filmwelt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/adele-neuhauser/'>Adele Neuhauser</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/arzt/'>Arzt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/austria/'>Austria</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/arzte/'>Ärzte</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/bibi-fellner/'>Bibi Fellner</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/den-haag/'>Den Haag</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/felix-eisner/'>Felix Eisner</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/germany/'>Germany</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/hague/'>Hague</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/harald-krassnitzer/'>Harald Krassnitzer</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/kriegsschauplatz/'>Kriegsschauplatz</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/kriegsverbrecher/'>Kriegsverbrecher</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/leben/'>Leben</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/maske/'>Maske</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/maskerade/'>Maskerade</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/polizei/'>Polizei</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/serben/'>Serben</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/serbien/'>Serbien</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort/'>Tatort</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-wien/'>Tatort Wien</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/thema/'>Thema</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tod/'>Tod</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5163/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5163/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5163&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Willkommen in Köln &#8211; Tatort 371 / TatortAnthologie 129</title>
		<link>http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/03/willkommen-in-koln-tatort-371-tatortanthologie-129/</link>
		<comments>http://derwahlberliner.wordpress.com/2012/02/03/willkommen-in-koln-tatort-371-tatortanthologie-129/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 21:59:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[WDR 02.02.2012, ES 05.10.1997 / Titelfoto (c) WDR Das Foto zeigt die Schlussszene, in der Ballauf die Akte Schenk in der Hand hält und sie anschließend vernichtet Von Miami an die Currywurstbude Oder gab es die Bude im ersten Ballauf / Schenk-Tatort noch gar nicht? Zumindest war sie noch keine Institution, kein running gag, kein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5177&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="zem_slink" title="Westdeutscher Rundfunk" href="http://www.wdr.de" rel="homepage">WDR</a> 02.02.2012, ES 05.10.1997 / Titelfoto (c) WDR</p>
<p>Das Foto zeigt die Schlussszene, in der Ballauf die Akte Schenk in der Hand hält und sie anschließend vernichtet</p>
<h3>Von <a class="zem_slink" title="Miami" href="http://maps.google.com/maps?ll=25.7877777778,-80.2241666667&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=25.7877777778,-80.2241666667%20%28Miami%29&amp;t=h" rel="geolocation">Miami</a> an die Currywurstbude</h3>
<p>Oder gab es die Bude im ersten Ballauf / Schenk-<a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a> noch gar nicht? Zumindest war sie noch keine Institution, kein running gag, kein wiederkehrendes Motiv &#8211; wie auch.</p>
<p>Mit dem ersten Tatort des mittlerweile seit 15 Jahren aktiven Köln-Duos hatten sich die Macher erkennbar etwas vorgenommen. Die Inszenierung dürfte zu den damals modernsten zählen, die <a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a> ist so verzwickt und verrückt, dass man sie gar nicht nach logischen Gesichtspunkten bewerten kann.</p>
<p>Hinzu kommt, dass man staunend vor dem Wiedergabegerät sitzt, wenn man dem Rückkehrer Max Ballauf (<a class="zem_slink" title="Klaus J. Behrendt" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Klaus_J._Behrendt" rel="wikipedia">Klaus J. Behrendt</a>) und dem Novizen Alfred Schenk, genannt Freddy (<a class="zem_slink" title="Dietmar Bär" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dietmar_B%C3%A4r" rel="wikipedia">Dietmar Bär</a>) zuschaut, wie sie sich verhalten &#8211; und dann darüber grübelt, wie sich alles so entwickelt haben mag, wie man es heute sieht und wie es wenige Folgen später bereits etabliert war. Wie es kommen konnte, dass Schenk, der als Dienstperson einen solchen Fehlstart erlebt, zur zeitweilig dominierenden Figur dieses Teams werden konnte. Da hat er sich mächtig entwickelt. Ballauf ebenfalls. Und zwar in die andere Richtung. Von der emotionalen Souveränität, die er in &#8220;Willkommen in Köln&#8221; zeigen darf, ist in späteren Tatorten manchmal wenig übrig und er wirkt häufig so angekratzt.</p>
<p>Was ist realistischer? Uns gefällt die heutige Darstellung seines Charakters nicht schlecht. Dass er im ersten Kölner Einsatz, kurz nach dem Tod seiner Freundin in Miami, schon mit Lissy Pütz (Anna Loos) busselt und überhaupt keine Zeichen von Traumatisierung zeigt hingegen, angesichts der dramatischen Ereignisse, die quasi zu seiner Ausbürgerung aus den <a class="zem_slink" title="The States" href="http://www.history.com/topics/states" rel="historycom">USA</a> führen, belegt, dass Tiefgang, Subtilität und Glaubwürdigkeit nicht ganz oben auf der Prioritätenliste von &#8220;Willkommen in Köln&#8221; standen.</p>
<p>Das gilt auch für die gesamte Story, die sich in Deutschland abspielt, in dem aktuelle und ehemalige Drogenpolizisten eine wichtige Rolle spielen und in dem Fisch zu Schnee wird und eine Männerfeindschaft, die sich gerade schön zu entwickeln begann, urplötzlich zerknüllt und in den Rhein geschmissen wird. Zeitweise beschlich uns das Gefühl, dass Ballauf und Schenk Glück hatten, dass sie die erste Folge als Kölsches Duo im Kölschen Klüngel überstanden haben.</p>
<p>Die Faszination der Zuschauer für diese damals im Tatortumfeld neue Art, Revierkämpfe aller Art darzustellen, wird wohl das Kopfschütteln über die vielen Fragwürdigkeiten dieses Tatortes überwogen haben. Glücklicherweise, denn später haben die beiden Kölner, die mittlerweile zu einer Institution des deutschen Fernsehkrimis geworden sind, einige sehr gute und viele immerhin ansehnliche Fälle gelöst.</p>
<h3>Handlung, Besetzung, Stab</h3>
<div id="lauftext"><strong><span style="text-decoration:underline;"> </span></strong>Nach 24 Jahren &#8211; damals ermittelte <a class="zem_slink" title="Sieghardt Rupp" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sieghardt_Rupp" rel="wikipedia">Sieghardt Rupp</a> als Zollfahnder Kressin &#8211; kehrt der WDR-Tatort nach Köln zurück. Und mit ihm Klaus J. Behrendt als Max Ballauf, ehemals Leichtfuß im Team von Hauptkommissar Flemming bei der <a class="zem_slink" title="Kriminalpolizei" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.5072222222,13.3825&amp;spn=0.01,0.01&amp;q=52.5072222222,13.3825%20%28Kriminalpolizei%29&amp;t=h" rel="geolocation">Kripo</a> Düsseldorf. Nach einer kurzen Aussteigerphase in Kanada wurde er als Kontakbeamter des BKA bei der Amerikanischen Drogenfahndung (<a class="zem_slink" title="Drug Enforcement Administration" href="http://www.usdoj.gov/dea/" rel="homepage">DEA</a>) wieder aktiv. Um viele Erfahrungen reicher kehrt er nun nach Deutschland zurück. Warum?Miami 1997. Ballauf ist Leiter eines <a class="zem_slink" title="Einsatzkommando" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Einsatzkommando" rel="wikipedia">Einsatzkommandos</a>, das zwei internationale Drogenbosse überführen soll. Köder ist die als Prostituierte getarnte Eileen, attraktive Kollegin und Geliebte von Ballauf. <a class="zem_slink" title="Die Aktion" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Die_Aktion" rel="wikipedia">Die Aktion</a> wird ein &#8220;Erfolg&#8221;, den Eileen mit dem Leben bezahlt. Der völlig verzweifelte Ballauf macht alles noch schlimmer. Angetrunken gerät er an einen Polizisten, der sich vom bewaffneten DEA-Mann in Zivil bedroht fühlt. Das Mißverständnis bleibt ungeklärt, der Deutsche muß binnen kürzester Frist die USA verlassen. Da tritt ein alter Freund, Kriminalrat Körber vom LKA Düsseldorf, auf den Plan: Er hatte Ballauf den Einstieg in die DEA ermöglicht und sorgt nun dafür, daß dieser die freigewordene Stelle eines Hauptkommissars im Mordkommissariat der Kripo Köln antreten kann. Was Ballauf nicht weiß: In seinem Kölner Büro hat sich bereits Oberkommissar Freddy Schenk eingerichtet. Schließlich war er monatelang kommissarischer Leiter der Mordkommission 3.</p>
<p>Die Überraschung hätte größer nicht sein können, als ihn Sekretärin Lissy über die Ankunft des &#8220;Supercops&#8221; aus den USA informiert. Schenk sieht rot. Vor dem Empfang am Flughafen Köln/Bonn kann er sich gerade noch drücken, denn Schenk wird zum Tatort gerufen: Im Rhein ist eine Leiche gefunden worden. Es handelt sich um Korff, einen ehemaligen Kollegen, der den Polizeidienst quittiert hatte und für einen privaten Wachdienst arbeitete. Die Vermutung liegt nahe, daß es sich bei dem Mord um einen Racheakt der Drogenszene handelt. Denn Garry Busch, Chef der Wachschutztruppe und ehemaliger Hauptkommissar im Drogenkommissariat, scheint einen Privatkrieg gegen die Drogenmafia zu führen. Die Busch-Truppe steht in Verdacht, sich besonders rüder Methoden zu bedienen. Ein Junkie soll in einem &#8220;Verhör&#8221; durch Buschs Leute umgekommen sein. Aber Busch genießt nach wie vor hohes Ansehen bei seinen ehemaligen Kollegen und hat noch viele Freunde im Präsidium&#8230;</p>
<p>Es ist ein kühles Willkommen, das Ballauf entgegenschlägt. Besonders seine Skepsis in bezug auf Busch macht ihn zum Außenseiter. Dabei findet Ballauf Freddy Schenk durchaus sympathisch. Und als er dann auch noch erfährt, warum Freddy so sauer ist, will er die Brocken am liebsten gleich wieder hinschmeißen. Aber Kriminalrat Körber weiß, warum er ihn unter allen Umständen halten will. Nun stellt Ballauf Bedingungen &#8211; und er macht eine verblüffende Entdeckung. Die Kollegen von der Kripo müssen schließlich zugeben, daß der Supercop nicht nur ein guter Polizist, sondern auch ein echter Kumpel ist.</p>
</div>
<table width="440" align="center">
<tbody>
<tr>
<td>
<div id="lauftext"><strong><span style="text-decoration:underline;">Besetzung:</span></strong>Max Ballauf &#8211; Klaus J. Behrendt<br />
Freddy Schenk &#8211; Dietmar Bär<br />
Körber &#8211; Peter Bongartz<br />
Garry Busch &#8211; Thomas Thieme<br />
Sekretärin Lissy &#8211; Anna Loos<br />
Assenbach &#8211; Paul Faßnacht<br />
Eva &#8211; Julia Grimpe<br />
Staatsanwalt von Prinz &#8211; Christian Tasche<br />
Eileen &#8211; Shellye D. Broughton-Maier<br />
und andere</p>
</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Stab:</span></strong></p>
<p>Musik &#8211; Kambis Giahi<br />
Kamera &#8211; Achim Poulheim<br />
Szenenbild &#8211; Frank Polosek<br />
Buch &#8211; Nikolaus Stein von Kamienski<br />
Regie &#8211; Kaspar Heidelbach</p>
<p>(Handlung, Besetzung, Stab:<a href="http://www.tatort-fundus.de/web/folgen/chrono/3/1997/371-willkommen-in-koeln.html" target="_blank"> TATORT-FUNDUS</a>)</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>Wichtig ist nicht immer richtig</strong></p>
<p><strong></strong>Das Schöne an der Betrachtung eines älteren Films ist, dass die Einordnung vergleichsweise leicht fällt. Ist die Folge 371 namens &#8220;Willkommen in Köln&#8221; wichtig? Natürlich, denn sie ist der Start eines der führenden Emittlerteams im weiten Tatort-Land. Ist sie auch ein Klassiker? Nicht, wenn man ihre Qualitäten als Krimi zugrunde legt. Aber auch aus einem anderen Grund. Die Charaktere von Ballauf und Schenk sind mittlerweile gegenüber diesem Erstling stark korrigiert worden. Schenk wurde aufgewertet, Ballauf zurückgenommen. Ersteres ist gut, Letzteres wohl die Konsequenz und auch ein Stück Einsicht in die Kapazitäten der beiden Schauspieler Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär.</p>
<p>Wir suchten während des Zuschauens nach einem Vorbild. Was wollte man mit dem neuen Team, worauf konnte man aufbauen? <a class="zem_slink" title="The Experiment" href="http://www.amazon.com/Experiment-Moritz-Bleibtreu/dp/B00009AVA8%3FSubscriptionId%3D0G81C5DAZ03ZR9WH9X82%26tag%3Dzemanta-20%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3DB00009AVA8" rel="amazon">Das Experiment</a> ging deutlich in Richtung actionreicher US-Serien, was angesichts des anfänglichen Austragungsortes dieser Partie zwischen BKA und Kripo Köln nahe liegt.</p>
<p>Sicher war nicht die Düsseldorfer Mordkommission mit Kommissar Flemming an der Spitze der Maßstab, auch wenn Max Ballauf dort als junger und etwas leichtfertiger Polizist dort seine Hörner abstoßen durfte. Nett, dass es diese Kontinuität gab, aber wir meinen, dass man nach sechs Jahren Pause eher Schimanski im Blick hatte, als man den Typ Schenk ins Leben rief, als man Action und eine eher rudimentäre Form der Polizeiarbeit der gewissenhaften und manchmal etwas drögen Tätigkeit klassischer Kripobeamter vorzog. Heute ist das alles wieder anders, aber man wollte einfach mehr. Eine Kombination aus allem, was man für Fernsehkrimis bis dahin entwickelt hatte &#8211; und dadurch wurde es von allem etwas zu viel.</p>
<p><strong>Mehr Handlungselemente</strong></p>
<p><strong></strong>Mehr davon als Spielminuten. So wirkt es zumindest. Die Handlungsstränge, falls man von solchen sprechen kann, laufen kreuz und quer und am Ende stinkt der Fisch zwar nicht vom Kopf, aber einige von der Polizei stehen ziemlich blöd da. Motive und Ausführungstatbestände von strafrechtlich relevanten Handlungen wirken roh gezimmert und haben einen Touch von Comic, manchmal auch von Komik, die möglicherweise an betreffender Stelle gar nicht beabsichtigt war.</p>
<p>Vor allem die überzogene, stellenweise vogelwilde Darstellung der Schenk-Figur hat Potenzial zur goldenen Himbeere. Wir danken dem WDR dafür, dass er mit und für Schenk einen Schwenk gemacht hat &#8211; vielleicht war&#8217;s auch von Anfang an so gedacht, dass nur die erste Folge mal so richtig ein Kracher sein sollte und dann &#8211; typisch Köln, April, April, im Grunde sind wir doch alle einigermaßen normal, sogar bei der Polizei.</p>
<p><strong>Sie sind etwas Besonderes geworden</strong></p>
<p>Allet wird jut. Alles wurde gut, so die Nachbetrachtung. Heute liefern sich Schenk und Ballauf eher dialektische Dialoge, mit denen man jedes wichtige soziale Thema primetimegerecht aufarbeiten kann und manchmal ist da eine ruhig-angespannte, melancholisch-dynamische Atmosphäre, die es so in keiner anderen Tatortstadt gibt. Max Ballauf ist zur Leidensfigur unter den Tatortermittlern geworden. Was sich schon in Düsseldorf und zu Beginn seiner kanadischen Eremitage abzeichnete, nämlich, dass ihm immer wieder wichtige Beziehungen abhanden kommen, das erhält eine Klimax in Miami und fortan ist Ballauf nicht mehr wirklich fähig zur Nähe. Das, muss man sagen, wirkt gut nach. Die Souveränität, die er während &#8220;Willkommen in Köln&#8221; zeigt, die ist weg, diese Sicherheit in Gefühlsdingen. Er verlässt sich mittlerweile geradezu auf den Pragmatiker Schenk, so kann er sich nicht komplett verlieren.</p>
<p>Doch wenn man will, kann man das aus diesen Erlebnissen ableiten, die sich vor  20, vor 15 Jahren ereignet haben. Jeder Wunsch nach dem alter ego endet fruchtlos oder mündet in einer Katastrophe. Schenk hingegen, der angeblich deshalb so häufig im Büro anzutreffen ist, weil sein Familienleben nicht zum Verweilen zuhause einlädt, kann viele Fälle deshalb persönlich nehmen, weil sie Familienthemen betreffen. Alle Morde und anderen Gewaltverbrechen, die mit Kindern zu tun haben, machen ihn wild und da ist wiederum Ballauf, der einsame Wolf, das Korrektiv. Wer sich nicht einlässt, kann diese Dinge mit Distanz betrachten.</p>
<p>Der Anfang, die Folge 371, macht nicht alles richtig, aber am Ende haben sie beim WDR mit den beiden sympathischen Gestalten Ballauf und Schenk das Meiste richtig gemacht. Ohne die beiden wäre die Tatort-Figurenlandschaft um zwei gute und nach wie vor interessante Typen ärmer. Und, wer weiß &#8211; seit zwei oder drei Folgen gibt es eine zarte, mit Anziehung und Rückzug spielende Verbindung zwischen Max Ballauf und der Polizeipsychologin Juliane Lydia Rosenberg (Juliane Köhler). Da alles andere in diesem Team festgefügt und Lissy Pütz seit langem durch Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) ersetzt ist, ohne dass die Balance zerstört wurde, kann man viel Spannung in kleine Zeichen dieser Affäre legen &#8211; mehr ist es ja gegenwärtig nicht.</p>
<p><strong>Ach ja, der Fall</strong></p>
<p><strong></strong>Den gab es auch noch, wir wollen es nicht verschweigen. Er blieb aber nicht sehr im Gedächtnis. Alle pfuschen sich hier irgendwie gegenseitig ins Handwerk. Der Sicherheitsdienst, der von einem Ex-Drogenpolizeichef namens Busch (Thomas Thieme) geleitet wird, greift in die Polizeiarbeit ein. Der Verdacht, hier entsteht ein Staat im Staat, drängt sich auf. Das ist eine der vielen Übertreibungen in &#8220;Willkommen in Köln&#8221;. Die Polizei in Person des frisch zum Dienststellenleiter beförderten Max Ballauf wiederum greift in die BKA-Arbeit ein, indem sie die Machenschaften des Sicherheitsdienstes anlässlich einer Wasserleiche, einem Mitarbeiter dieses Dienstes, aus dem Rhein gefischt, unter die Lupe nimmt.</p>
<p>Die innere Logik der Zusammenhänge ist schwer verbogen, jeder verhält sich suboptimal, auch der BKA-Mann Körber (Peter Bongartz), der die Fäden in der Hand hält und seinem Ex-Protegée Ballauf offenbar nicht zutraut, dass er offener Rede zugänglich ist, was die verdeckten Ermittlungen des toten Sicherheitsmannes und Expolizisten angeht. Schließlich war Ballauf selbst für das BKA in den Staaten tätig und weiß, dass dieser Dienst verdeckt arbeitet. Lieber als Ballauf ins Boot zu nehmen, lässt Körber es drauf ankommen, dass alles aus dem Ruder läuft, als ob es so abwegig wäre, dass Ballauf bei seinen Nachforschungen Unruhe in die geplante Chronologie des  Zugriffs auf einen Fisch- und Koksgrossisten bringt.</p>
<p>Busch hingegn wird von Thomas Thieme gut gespielt, aber auch seine Motivlage wirkt seltsam schräg, sein Ansinnen, einen Privatkrieg gegen die Drogenmafia zu führen und dabei schmiert er nebenbei den Schenk ein wenig, der als alter Kollege gilt, ebenso wie der jetzige Chef des Drogendezernats namens Assenbach (Paul Faßnacht). Allerdings geht man hier noch nicht so weit, die Drogenpolizisten als korrupt gegenüber den Dealern zu zeigen, wie in späteren Filmen aus München, aber auch aus Köln.</p>
<p>Es wird eine Menge geboten und es macht Spaß, dabei zuzuschauen, wie das Team Ballauf-Schenk aus den Eierschalen kommt.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Gewiss ist &#8220;Willkommen in Köln&#8221; nicht der beste von mitterweile 52 Ballauf-Schenk-Tatorten, aber er übt eine nicht geringe Faszination aus, weil er so rau und krawallig ist und weil Ballauf so sanft souverän und Schenk so rüpelhaft verstrickt daherkommt. Der WDR hat mit den beiden etwas gewagt und wohl deshalb mit ihnen gewonnen, weil er sie mittlerweile ausdifferenziert hat. Freunde sind sie geworden und können sich aufeinander verlassen. Meistens jedenfalls. Manchmal sind die alten Reflexe nämlich noch am Werk.</p>
<p>Dann geht Schenk schonmal auf Abwege und Ballauf weiß nicht, was der Kollege gerade tut &#8211; oder umgekehrt. Am Ende vernichten sie dann zusammen Beweismaterial, damit nicht der wirkliche Täter in die Hände der Justiz gelangt, sondern dem Gerechtigkeitsempfinden Genüge getan wird. Der Grundstein zu dieser zweifelhaften Praxis wird schon im Willkommenstatort gelegt: Ballauf lässt Belastungsmaterial gegen Schenk, das diesen als der Vorteilsannahme geneigt darstellt, verschwinden. Und ist das nicht ein Prachtkerl, dieser Ballauf?</p>
<p>Die meisten hätten die Chance genutzt, sich den widerborstigen und enttäuschten Kollegen durch Meldung und das mit Sicherheit folgende Dienstaufsichtsverfahren mit ebenso sicher folgender Suspendierung vom Hals zu schaffen und sich ein unbelastetes Team mit der neuen Sekretärin und einem jungen Polizisten zu bauen, der nicht gekränkt ist, weil man ihn bei der Besetzung des Chefpostens bei den Straftaten gegen das Leben übergangen hat. Aber so sind sie eben nicht, diese Jungs aus Miami und Düsseldorf. Sie sind Helden, wie die Amerikaner sie lieben. Idealistisch und unrealistisch. Auch wir lieben sie längst dafür, dass sie nicht sind wie wir.</p>
<p><strong>7,0/10 inklusive ca. 0,5 Punkten Starter-Bonus.</strong></p>
<p><strong></strong>dWB/AP/12-02-03</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/03-filmwelt/'>03. Filmwelt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/category/2-kultur/'>2. Kultur</a> Tagged: <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/alfred-schenk/'>Alfred Schenk</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/bka/'>BKA</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/dietmar-bar/'>Dietmar Bär</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/drogendealer/'>Drogendealer</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/drogenmafia/'>Drogenmafia</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/einsatzkommando/'>Einsatzkommando</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/erstling/'>Erstling</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/florida/'>Florida</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/freddy-schenk/'>Freddy Schenk</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/klaus-j-behrendt/'>Klaus J. Behrendt</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/list-of-opera-genres/'>List of opera genres</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/mann/'>Mann</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/max-ballauf/'>Max Ballauf</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/miami/'>Miami</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/sieghardt-rupp/'>Sieghardt Rupp</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/sonderkommando/'>Sonderkommando</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/startfolge/'>Startfolge</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort/'>Tatort</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-koln/'>Tatort Köln</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/tatort-willkommen-in-koln/'>Tatort Willkommen in Köln</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/united-states/'>United States</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/usa/'>USA</a>, <a href='http://derwahlberliner.wordpress.com/tag/verdeckter-ermittler/'>verdeckter Ermittler</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/derwahlberliner.wordpress.com/5177/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/derwahlberliner.wordpress.com/5177/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5177&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schmuggler &#8211; Tatort 826 / TatortAnthologie 128</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:31:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ES 29.01.2012 / Titelfoto (c) SWR Darin muss man sich zurechtfinden Nein, es geht nicht um den Plot. Der ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber letztlich sauber konstruiert und inszeniert. Es geht ums System, das es den Menschen nicht einfach macht, sich darin klarzufinden. Hinter diesem Krimi steckt eine ganz große Frage an den Kapitalismus, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5165&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ES 29.01.2012 / Titelfoto (c) SWR</p>
<h3>Darin muss man sich zurechtfinden</h3>
<p>Nein, es geht nicht um den Plot. Der ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber letztlich sauber konstruiert und inszeniert. Es geht ums System, das es den Menschen nicht einfach macht, sich darin klarzufinden. Hinter diesem <a class="zem_slink" title="Films based on Edgar Wallace works" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Films_based_on_Edgar_Wallace_works" rel="wikipedia">Krimi</a> steckt eine ganz große Frage an den <a class="zem_slink" title="Capitalism" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Capitalism" rel="wikipedia">Kapitalismus</a>, aber auf die süddeutsche Art. Kein erhobener Zeigefinger in Form von prätentiösen Kommentaren seitens der Ermittler, sondern eine <a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a>, die kaum Interpretationsspielräume zulässt. Show, don&#8217;t tell. Und viele, nette oder böse Details werden in diesem Film mit dieser Frage verknüpft.</p>
<p>&#8220;Schmuggler&#8221; ist wieder einer jener <a class="zem_slink" title="Konstanz" href="http://www.konstanz.de/" rel="homepage">Konstanz</a>-Tatorte, die wir schätzen gelernt haben. Nicht ganz so grandios wie &#8220;Herz aus Eis&#8221;, einem von drei Neunern, die wir bisher vergeben haben. Aber auf einer Höhe mit den beiden Achtern, &#8220;Schlaraffenland&#8221; und &#8220;Der Kormorankrieg&#8221;. Die beiden Ermittler sind unspektakulär kapabel, die Handlung ist durchdacht und die Kritik an unserem Wirtscchaftssystem ist viel fundierter, tief- und hintergründiger als bei manchem Sozial-Rührstück im Tatortgewand. Dabei bleibt es ein richtiger Krimi. Der Anreicherung durch zwei Actionszenen, deren Letztere auch etwas gerafft wirkt, war okay, wäre aber nicht notwendig gewesen.</p>
<p>Eindringlichkeit erreicht man durch Konzentration aufs Wesentliche. Weitgehend hat &#8220;Schmuggler&#8221; das berücksichtigt, indem er sich viel mit der Figur der Zollbeamtin im mittleren Dienst namens Marie Schreiber (Julia Koschitz) befasst und sie gleichzeitig, wie alle anderen Figuren und Szenen, in den Dienst der Sache stellt. Die Sache ist vordergründig die, dass deutsche Steuerhinterzieher und die Schweiz als das Land, das sich an ihnen mästet, an den Pranger gestellt werden. Dahinter steckt aber mehr &#8211; wir werden das in der Rezension behandeln.</p>
<p>Uns hat &#8220;Schmuggler&#8221; als Konzept überzeugt, als ein geschlossenes System, in dem es bei genauem Hinsehen kaum Wackler gibt. Nur Perlmann darf ein wenig seinem Spieltrieb frönen, indem er Faxen in Richtung einer Überwachungskamera macht. Keinem nehmen wir das so gerne ab wie ihm, dem wohl sympathischsten unter allen männlichen Ermittlern der gegenwärtigen Tatortszene.</p>
<h3>Besetzung, Stab, Handlung</h3>
<p>Personen:</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>Klara Blum</td>
<td><a class="zem_slink" title="Eva Mattes" href="http://www.rottentomatoes.com/celebrity/eva_mattes" rel="rottentomatoes">Eva Mattes</a></td>
</tr>
<tr>
<td>Kai Perlmann</td>
<td>Sebastian Bezzel</td>
</tr>
<tr>
<td>Tanja Kraft</td>
<td>Alwara Höfels</td>
</tr>
<tr>
<td>Marie Schreiber</td>
<td>Julia Koschitz</td>
</tr>
<tr>
<td>Kevin Kümmerle</td>
<td>Florian Fischer</td>
</tr>
<tr>
<td>Neuerer</td>
<td>Falk Rockstroh</td>
</tr>
<tr>
<td>Röttli</td>
<td>Urs Jucker</td>
</tr>
<tr>
<td>Polzner</td>
<td>Thomas Bestvater</td>
</tr>
<tr>
<td>Isabel</td>
<td>Mala Emde</td>
</tr>
<tr>
<td>Boris Krämer</td>
<td>Florian Sonnefeld</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>und andere</p>
<p>Musik: Markus Lonardoni<br />
Szenenbild: Andreas C. Schmid<br />
Kamera: Jürgen Carle<br />
Buch: Leo P. Ard und Birgit Grosz<br />
Regie: Jürgen Bretzinger</p>
<p>Der Zollbeamte Robert Riebsahl wird ermordet. Die Zollstation ist erschüttert. Riebsahl galt als besonders korrekter <a class="zem_slink" title="Beamter" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Beamter" rel="wikipedia">Beamter</a>. Klara Blum und Kai Perlmann suchen nach einem Motiv für die Tat. Offenbar war Riebsahl auf der Spur von Unregelmäßigkeiten in der Zollstation. Angesichts der regen Schmuggelaktivitäten an der Grenze liegt es nahe, dass der ein oder andere Kollege in dunkle Geschäfte verstrickt ist. Zum Beispiel die jungen Zöllner Marie Schreiber und Kevin Kümmerle, die Riebsahl kurz vor seinem Tod heimlich bei der Arbeit fotografierte. Die beiden Kommissare stoßen auf ein Geflecht aus Korruption und Begünstigung. Aber ist dies tatsächlich das Motiv für den Mord oder haben sie es mit einem ganz anderen Drama zu tun?</p>
<p>Die Grenze der Stadt Konstanz zur Schweiz und ihren dem deutschen Fiskus entzogenen Banken bildet den Hintergrund für Klara Blums aktuellen Fall. Die Autoren Leo P. Ard und Birgit Grosz sowie Regisseur Jürgen Bretzinger erzählen von der erstaunlichen Unbekümmertheit, mit der kleine und große Steuerbetrüger Geld transferieren und von den Versuchen, mit Bestechung für reibungslosen Ablauf am Zoll zu sorgen. Dem einfallsreichen Verstecken der Geldschmuggler steht dabei die untrügliche Nase des Geldspürhundes Money gegenüber, der manchmal der einzige Unbestechliche am Zoll zu sein scheint &#8230;<br />
(Besetzung, Stab, Handlung: <a href="http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=8C9BAAC47D8EE6E845868A91CF1A732D" target="_blank">DAS ERSTE</a>)</p>
<h3>Rezension</h3>
<div><strong><a class="zem_slink" title="Switzerland" href="http://maps.google.com/maps?ll=46.8333333333,8.33333333333&amp;spn=10.0,10.0&amp;q=46.8333333333,8.33333333333%20%28Switzerland%29&amp;t=h" rel="geolocation">Die Schweiz</a>!</strong></p>
<p>Ein Schweizer Banker, den man damit foltern kann, dass man ihn in eine nicht ganz saubere Zelle steckt und ihm dann auch noch als Höchststrafe einen Clochard beigesellt &#8211; da packt er wirklich aus und verrät das Bankgeheimnis. Das ist so witzig und hinterfotzig zugleich, dass man schon für diese <a class="zem_slink" title="Idee" href="http://www.ideeinc.com/" rel="homepage">Idee</a> einen bis zwei Sonderpunkte vergeben müsste.Dass Schweizer unter einem Wasch- und Putzzwang leiden, könnte man weiterfrotzeln, liegt wohl daran, dass sie so viel mit Geldwäsche zu tun haben. Schon die Nazis haben angesichts dieser Mentalität dankbar zugegriffen und die Schweiz hat auf diese Weise dabei geholfen, den Krieg zu verlängern, denn dem aufgrund Überrüstung eigentlich bankrotten <a class="zem_slink" title="Germany" href="http://maps.google.com/maps?ll=52.5166666667,13.3833333333&amp;spn=10.0,10.0&amp;q=52.5166666667,13.3833333333%20%28Germany%29&amp;t=h" rel="geolocation">Deutschland</a>wäre früher die Puste ausgegangen, wenn nicht jüdisches und anderes Beutevermögen in der Schweiz in Devisen für Hitlers Kriegsmaschinerie hätte verwandelt werden können wie einst an anderer Stelle Wasser in Wein. Heute und schon seit vielen Jahren ist es die Steuerflucht. Aber ist es die Schweiz? Natürlich, auf eine Weise schon. Sie profitiert, ebenso wie andere Steueroasen, immer noch gewaltig von dem, was anderswo erwirtschaftet und dann am Fiskus vorbeigesteuert wird. Jedem Schweizer, der über schlechtere Standards in Deutschland und über soziale Probleme hierzulande die Nase rümpft, würden wir eine Diskussion liefern. Dabei ginge es sogar um Moral. Nach der Diskussion würden wir dann fragen, wie&#8217;s denn so mit den Aufnahmebedingungen aussieht. Weil wir Deutschland mit seinen Sparorgien im eigenen und in fremden Ländern, seinen frustrierenden Dauerproblemen, seiner ausgereizten Art zu leben und zu arbeiten, seiner Einbindung in alle möglichen übergeordneten Sachzwänge, manchmal ganz schön satt haben. Wir haben schon einmal im Ausland gelebt, in einem der Schweiz nicht ganz fremden Land &#8211; wir kennen uns ein wenig aus. Nicht so übel war&#8217;s.In gewisser Weise können wir Leute verstehen, die ihr Geld an einen anderen Ort bringen und hoffen, es ist wirklich sicher.</p>
<p><strong>Nicht nur die Schweiz</strong></p>
<p>Nur ein Wirtschaftssystem, das große Ungleichheiten zwischen Menschen erlaubt und sogar fördert, die ähnlich viel leisten oder deren ärmere Schichten, wie hier die einfachen&nbsp; Zollbeamten, sogar mehr fürs Ganze tun als zum Beispiel ein Politiker, der sich als Sparkommissar mit dummdreisten Sprüchen hervortut und gleichzeitig sein Geld auswandern lässt, nur ein solches System kann Länder wie die Schweiz so stellen, dass sie davon so stark profitieren. Die Leute dort waren ein mittelmäßig situiertes Bergvolk, bis sie auf die glorreiche Idee kamen, ihre berühmte Unabhängigkeit finanziell nutzbar zu machen. Wer sich darüber echauffiert, begeht kein Unrecht, denkt aber zu kurz. Denn letztlich ist es eine Systemfrage, ob die einen so auf Kosten der anderen leben können. Nur vagabundierendes Kapital kann dies ermöglichen.</p>
<p>&#8220;Schmuggler&#8221; beschreibt die vertrackte Situation hervorragend. Die Zöllnerin Marie, die Finanzprobleme sozusagen geerbt hat, ist hin- und hergerissen und eine Opfertäterin ersten Ranges. Wir fanden&#8217;s schade, dass sie am Ende ihren Kollegen auf dem Gewissen hat, da sitzt sie dann am Ufer des Bodensees und schaut zu, wie zwei stolze Schwäne auf dem Wasser ziehen: Sinnbild ihrer gescheiterten Träume von einem integeren Leben und einem Leben mit dem Kollegen Robert Riebsal (André Berndorff), der zunächst wirkt wie ein Saubermann, dann wieder nicht &#8211; und es am Ende doch ist. So sehr, dass er seine Freundin Marie in ärgste Nöte stößt, woraufhin sich während einer Auseindersetzung ein Schuss löste, der ihn niederstreckt.</p>
<p>Tragisches Ende, für Menschen mit Gerechtigkeitssinn nicht leicht zu verdauen. Aber man hat sich das getraut, in diesem Tatort. Dass jemand, der sich verfängt in seinen Problemen, bitter dafür büßen muss, das hat man gezeigt. Das ist die ganze Konsequenz, denn es ist das System, das Marie beschädigt. Sie muss es qua Dienstauftrag erhalten und wird von ihm angenagt, Tag für Tag. Sie widersteht lange, aber als der Gerichtsvollzieher zum zweiten Mal vor der&nbsp; Tür steht, wird sie schwach. Wer würde das nicht, wenn er als alleinerziehende Frau eine Tochter durchbringen muss und gleichzeitig die Möglichkeit hat, ein ganz kleines Krümelchen vom großen Schweizer Kuchen zu ergattern und sich damit vor der Pfändung zu retten? </p>
<p>Perlmann nennt die Zahlen: 175 Milliarden Euro haben sich mittlerweile auf unrechtmäßige Weise aus Deutschland in die Schweiz davongemacht. Was sind dagegen die Fünftausend, die sich Marie in ihrer Not zurückholen will?</p>
<p>Sie wird korrumpiert, ebenso wie ihr Chef, der seit langem und regelmäßig geschmiert wird, damit die Autos, die das Geld transportieren, an der Grenze nicht kontrolliert werden. Selbst der Schweizer Banker, der das alles organisiert, ist ein Opfer seiner Provisionszahlungen, mithin seiner Zwänge und seiner Gier. Im Vertrieb sind die Leute genauso unter Druck wie beim Zoll. Nur der Politiker Krämer (Florian Sonnefeld), der ist ein echter Heuchler, der den Kommissaren eine halbe Assistentenstelle wegstreichen will und gleichzeitig mit illegalen Transfers von eigenem Geld in die Schweiz dafür sorgt, dass solche Sparzwänge erst entstehen.</p>
<p>Wer wollte die Hand dafür ins Feuer legen, dass es nicht Politiker gibt, die Wasser predigen und Wein trinken? Eigentlich tun es alle, denn ihre Bezüge liegen in der Regel so hoch, dass sie gar nicht spüren, wie das Normalvolk rein gar nichts vom Wirtschaftswunder der neuesten Generation hat, das zudem mit steigender Staatsverschuldung einhergeht. Der Tag wird kommen, an dem die Rechnung aufgemacht wird, und bezahlen werden sie die einfachen Menschen, die nichts absetzen können &#8211; schon gar nicht sich selbst. Menschen wie Marie Schreiber, die als kleine Beamtin lediglich ca. 1.800,00 € brutto im Monat verdient und sich und ihre Tochter und die Schulden ihres Exmannes damit durchbringen muss. Eine Frau, welche die Schweiz als Neubürgerin gar nicht aufnehmen würde, weil sie nicht das erforderliche Kapital mitbringen könnte. </p>
<p><strong>Keine mildernden Umstände und die Entdeckung der Langsamkeit<br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Dadurch, dass auf Schweizer Seite keine Polizisten beim Ermitteln helfen (müssen), verschärft sich die Kritik, die in diesem Tatort steckt, noch einmal. Kein Reto Flückiger, der verständnisvoll hilft und damit beweist, dass man doch im Grunde auf demselben Planeten lebt. Keine Entschuldigungen und keine Relativierungen. So ist es richtig und gut. Da kommt schon ein wenig Schadenfreude auf, als die Beck-Vertretung Tanja Kraft (Alwara Höfels) mit ihrer gemächlichen Art &#8211; absichtlich &#8211; dafür sorgt, dass der Anwalt des in seiner schmutzigen Zelle ausharrenden Scheizer Bankers nicht beizubringen ist, weil sie so lange trödelt, bis der Rechtsbeistand nach Mallorca entschwunden ist.</p>
<p>Ist das ein zusätzlicher kleiner Tritt ans Schienbein der Schweiz, die so langsam wirkt und in Finanzdingen so quick ist wie kaum ein anderes Land dieser Erde? Vielleicht verstecken sich die Schweizer ja auch nur hinter ihrer langsamen Spreche und ihrer etwas provinziell wirkenden Art. Meister ihres Faches sind immer auch Meister der Tarnung. Wer wirklich was kann, ist diskret. Diskretion, das ist die Geschäftsgrundlage, wie es der Banker (Urs Jucker) gegenüber Perlmann an einer Stelle klischeehaft und doch so wahr ausdrückt. Wie sollten illegale Geschäfte auch ohne Diskretion funktionieren? Das Verschwiegenheitsgebot gilt für alle Ganoven dieser Welt. Überhaupt ist die Schweiz ein Symbol für einen globalisierten Kapitalismus ohne Fesseln. </p>
<p>Klar macht es dann wieder Spaß zu sehen, wie auch die Sparwut an sich durch den Kakao gezogen wird, festgemacht an diesem Bewegungsmelder, der das Licht im Kommissarsbüro steuern soll, und der am Ende nicht mehr funktioniert, weil niemand sich bewegt. Wehe dem, der angesichts dieser Technik still im Zimmer sitzen und eine Akte lesen will. Apropos Akte: Wir glauben nicht, dass ein rein nach Buchstaben angelegtes System Ordner spart, das sagt uns unser siebter Bürokratensinn. Es sind ja immer noch genausoviele Schriftstücke wie bei der logisch- chronologischen Ablage nach Fällen bzw. Aktenzeichen. Auch das ist sicher nicht zufällig &#8211; dass hier eine gutwillige Erfüllungsgehilfin der heuchlerischen Sparkommissare Blödsinn fabriziert, nur um einen Präsentkorb von ebenjenem Effizienzheuchler für die Abteilung zu gewinnen, die am meisten einspart. Erinnert uns alles ein wenig an KVP-Programme im Verwaltungsbereich, aber man soll es mit der Böswilligkeit auch nicht übertreiben. Wer so langsam ist wie Tanja Kraft, muss hingegen auf jeden Fall versuchen, effizient zu arbeiten.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ein wenig hängt es sicher davon ab, welche Stellung man zu den im Film gezeigten Problemen einnimmt, ob man &#8220;Schmuggler&#8221; durchschnittlich oder richtig gut findet. Schlecht ist er objektiv aber nicht gemacht und wir mögen ihn, weil vieles darin der Realität sehr gut abgeschaut ist. Damit meinen wir nicht, dass der halbe Zoll in Bestechungen verstrickt ist, so ausgeprägt ist der Lockruf des Geldes, der an die Beamten dort ausgesendet wird, in der Wirklichkeit vielleicht auch nicht &#8211; erstens wird es andere Transportwege geben, außerdem sind ja erst Summen ab 10.000 € angabepflichtig. Es steht also jedem frei, einmal pro Woche in die Schweiz zu fahren und jedesmal 9.999 €&nbsp;zum Shoppen mitzunehmen. Da kommt übers Jahr auch ganz schön was zusammen, wenn man es dann auf die Bank trägt, anstatt es auszugeben.</p>
<p>Realität bedeutet für uns vielmehr die Systemwirklichkeit. Die Steuerflucht ist nur eines von vielen Symptomen dafür, dass diese Form der Wirklichkeit nicht auf ewig wird Bestand haben können. Die Reibungsverluste allerorten sind viel zu groß, der Ressourcenverbrauch ist zu hoch und der Ertrag an echtem Glück viel zu niedrig im Vergleich mit dem Stress, dem Risiko, der Angst. Auch das zeigt das Schicksal von Marie Schreiber. Um ein kleines bisschen Glück zu gewinnen, geht sie einmal ein für ihre Verhältnisse hohes Wagnis ein und verliert, nachdem sie sich lange gewehrt hat. Nachdem sie sich zwar etwas holen will, aber sich im engeren Sinne damit nicht einmal korrumpiert. Nicht zuletzt dieser differenziert angelegte Charakter und der eher monolithische, aber herrliche Schweizer Banker Röttli sind Nebenrollen, die uns auf unterschiedliche Weise gefallen haben.</p>
<p>Sie stehen für zwei Pole einer Welt von vorgeblichen Gewinnern und Verlierern und verlieren doch beide. Tröstlich ist das nicht. Denn es gibt tatsächlich nur eine Welt, und in der müssen Schweizer, Deutsche und andere langfristig gemeinsame Lösungen zum Nutzen aller und mit Rücksicht auf andere finden, wenn sie darin weiterhin einigermaßen gemütlich leben wollen. So wie Perlmann, der einen Salat auf Kosten des Hauses zu sich nimmt und mal nicht an der Vertragstankstelle tankt, ohne dass er dies mit seinem sonnigen Gemüt als Vorteilsannahme oder als Verstoß gegen eine Dienstanweisung wahrnimmt.</p>
<p><strong>Wir geben 8,0/10 für&nbsp; die &#8220;Schmuggler&#8221;.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-01-29</p>
</div>
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		<title>Eine Leiche zu viel &#8211; Tatort 582 / TatortAnthologie 127</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 17:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wahlberliner</dc:creator>
				<category><![CDATA[03. Filmwelt]]></category>
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		<description><![CDATA[ARD 27.01.2009, ES 05.12.2004 / Titelfoto (c) WDR, Jürgen Thiele Eine Blumenvase zum Dekantieren Auf eine Weise ist &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; ein sparsamer Tatort. Natürlich nicht, was die Anzahl der Leichen angeht, es gibt im Verlauf deren drei, und das ist über dem Durchschnitt. Es sind eher die typischen Münster-Zutaten, die ein wenig vernachlässigt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=derwahlberliner.wordpress.com&amp;blog=21615386&amp;post=5158&amp;subd=derwahlberliner&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ARD 27.01.2009, ES 05.12.2004 / Titelfoto (c) WDR, Jürgen Thiele</p>
<h3>Eine Blumenvase zum Dekantieren</h3>
<p>Auf eine Weise ist &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; ein sparsamer <a class="zem_slink" title="Tatort" href="http://www.daserste.de/tatort" rel="homepage">Tatort</a>. Natürlich nicht, was die Anzahl der Leichen angeht, es gibt im Verlauf deren drei, und das ist über dem Durchschnitt.</p>
<p>Es sind eher die typischen Münster-Zutaten, die ein wenig vernachlässigt werden. Nadeshda Krusenstern (Friedrike Kempter), die Assistentin von Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) hat wenig Spielzeit, ebenso gilt dies für <a class="zem_slink" title="Alberich" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alberich" rel="wikipedia">Alberich</a> alias Silke Haller (Christine Urspruch), die Assistentin des Gerichtsmediziners Karl-Friedrich <a class="zem_slink" title="Boerne, Texas" href="http://maps.google.com/maps?ll=29.794445,-98.731483&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=29.794445,-98.731483%20%28Boerne%2C%20Texas%29&amp;t=h" rel="geolocation">Boerne</a> (Jan Josef Liefers).</p>
<p>Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann) kommt dieses Mal gar nicht vor und Herbert Thiel, des Kommissars weniger konventioneller Vater (Claus Dieter Clausnitzer) beschränkt sich ausnahmsweise weitgehend aufs Taxi fahren.</p>
<p>Selbst der Humor ist zurückhaltend, wenn man ihn mit anderen Folgen vergleicht. Mancher Moment ist wirklich witzig. Zum Beispiel, als Boerne einen Flaschenöffner verlangt (ein Instrument zum Dekantieren) und Thiel ihm eine Blumenvase gibt, in dieser Situation vollkommen sinnfrei, aber eben typisch die Gegensatzwelten des Bonvivants Boerne und von Thiel beleuchtend, der gemäß Boerne &#8220;etwas einfach gestrickt ist, aber dafür freiwillig nicht mehr als drei Sätze am Tag spricht&#8221;.</p>
<p>Da also dieser Tatort weniger Zeit für teaminterne Komik benötigt als andere in Münster, wäre es logisch, wenn der Fall besonders im Vordergrund stünde. Es geht um Machenschaften im Medizinwissenschaftler-Milieu an der Universität der Stadt, die eine perfide Mordserie auslösen. Doch  &#8220;eine Leiche zu viel&#8221; wirkt überraschend langsam und dünn inszeniert. Beinahe so, als ob das Team ursprünglich mehr Szenen haben sollte, diese aber gestrichen wurden, ohne dass man dafür dem Fall mehr Elemente oder mehr Atmosphäre geschenkt hätte.</p>
<p>Vielleicht war es auch so, dass der forsche Franzose Thierry Blanc (Silvain-Pierre Leirich) als Füllmaterial eingefügt wurde, denn wirklich passend wirkt er nicht, in der gezeigten Konstellation, sondern eher wie eine Karikatur. Karikaturen anderer <a class="zem_slink" title="Nationen" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Nationen" rel="wikipedia">Nationen</a> und ihrer Menschen gibt es normalerweise im Tatort nicht, aber auch hier stellt Münster ja eine Ausnahme dar. Wir erinnern uns an einen abgefahrenen Engländer, der für Boerne ein fundamental modernes Computerprogramm zur Rekonstruktion von Gesichtszügen einer Mumie gebastelt hat und dabei immer auf Droge war.</p>
<h3><a class="zem_slink" title="List of opera genres" href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_opera_genres" rel="wikipedia">Handlung</a>, Besetzung, Stab</h3>
<div id="lauftext"><strong></strong>Eine tote Kollegin im Seziersaal der Anatomie: Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne ist schockiert. Die im Präparationskurs von Professor Gregor Härtling entdeckte Leiche ist Amélie Blanc. Noch bis vor einigen Wochen arbeitete die französische Chemikerin als Hospitantin bei einer angesehenen Forschergruppe der Münsteraner Universität. Da die Leiche professionell konserviert wurde, vermutet Frank Thiel, den Täter im Institutsumfeld. Er veranlasst eine <a class="zem_slink" title="DNA" href="http://en.wikipedia.org/wiki/DNA" rel="wikipedia">DNA</a>-Analyse für alle wichtigen <a class="zem_slink" title="Mitarbeiter (NSDAP)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mitarbeiter_%28NSDAP%29" rel="wikipedia">Mitarbeiter</a> des Instituts von <a class="zem_slink" title="Professor" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Professor" rel="wikipedia">Prof</a>. Härtling einschließlich des Professors selbst. Diese Untersuchung ist Prof. Boerne sehr unangenehm, schließlich sind die Härtlings freundschaftlich mit ihm und seiner Mutter verbunden. Auch die übrigen Kollegen wie Carla Hanke und Dr. Schroth sind anerkannte Wissenschaftler: Was könnte sie zu einem Mord an dem attraktiven Gast von der Pariser Sorbonne veranlasst haben? War Eifersucht im Spiel? Da erscheint der aufgebrachte Ehemann der Toten, Thierry, auf der Bildfläche und sorgt für <a class="zem_slink" title="Unruhe" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Unruhe" rel="wikipedia">Unruhe</a>.</div>
<div></div>
<table width="440" align="center">
<tbody>
<tr>
<td>
<div id="lauftext"><strong><span style="text-decoration:underline;">Besetzung:</span></strong>Frank Thiel &#8211; Axel Prahl<br />
Professor Karl-Friedrich Boerne &#8211; Jan Josef Liefers<br />
Nadeshda Krusenstern &#8211; Friederike Kempter<br />
Silke Haller &#8211; ChrisTine Urspruch<br />
Herbert Thiel &#8211; Claus D. Clausnitzer<br />
Professor Gregor Härtling &#8211; Jürgen Hentsch<br />
Marlis Härtling &#8211; Petra Hinze<br />
Dr. Carla Hank &#8211; Nele Mueller-Stöfen<br />
Dr. Schroth &#8211; Stefan Gebelhoff<br />
Dr. Kehl &#8211; Lars Gärtner<br />
Erika Boerne &#8211; Carola Regnier<br />
Thierry Blanc &#8211; Silvan-Pierre Leirich<br />
Staatsanwältin Dorn &#8211; Ute Willing<br />
und andere</p>
</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Stab:</span></strong></p>
<p>Musik &#8211; Arno Steffen<br />
Kamera &#8211; Clemens Messow<br />
Buch &#8211; Dorothee Schön<br />
Buch &#8211; Georg Schott<br />
Regie &#8211; Kaspar Heidelbach</p>
<p>(Handlung, Besetzung und Stab aus: <a href="http://www.tatort-fundus.de/web/folgen/chrono/2000-bis-2009/2004/582-eine-leiche-zuviel.html" target="_blank">TATORT-FUNDUS</a>)</p>
<h3>Rezension</h3>
<p><strong>Schematatorte</strong></p>
<p>Kein anderer Tatort folgt so sehr einem bestimmten Schema wie der aus Münster. Da die Folge &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; auf manches Beiwerk weitgehend verzichtet, wird das besonders deutlich, er ist sozusagen ein Proto- oder Archetyp der Thiel-und-Boerne-Serie von Kriminalkomödien.</p>
<p>Jedes Mal fährt Boerne ein anderes, auch angesichts von C4 ein wenig überdimensioniert wirkendes Auto, vornehmlich eines mit Klappverdeck. Anders nur bei Münster-Fällen, die sich eindeutig im Winter ereignen. In &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; ist es ein Porsche Carrera 4 S-Cabrio, möglicherweise auch ein Turbo, so genau haben wir nun auch wieder nicht aufgepasst, zumal wir diese Folge während einer Dienstreise angeschaut haben, mit einem kleinen Fernseher auf dem Hotelzimmer, und nicht zuhause.</p>
<p>Das wirkt schon ein wenig seltsam, dass so ein Mensch im Öffentlichen Dienst wirkt, als habe er ein Journalisten-Abo auf Testwagen aller deutschen Premiummarken und auch mancher ausländischen (Jaguar, Maserati). Aber es scheint zum System, mithin zum Schema zu gehören. Noch kurioser wirkt es, dass Thiel und Boerne zwar generell unter einem Dach leben, nämlich als Mieter und Hauseigentümer, aber das Dach beinahe in jedem Fall ein anderes ist. Offenbar wird immer jeweils eines der sicher nicht sehr zahlreichen Häuser in der Münsteraner Altstadt genommen, in dem zur Drehzeit gerade zwei Wohnungen frei sind. Zwei oder drei Wohnungen dauerhaft zu belegen, kann sich der <a class="zem_slink" title="Westdeutscher Rundfunk" href="http://www.wdr.de" rel="homepage">WDR</a> angesichts zweier Tatort-Standorte (Köln und eben Münster) offenbar nicht leisten. Wie ja überhaupt manche Lokalität, die in Münster situiert sein soll, in Wirklichkeit in der Sender-Heimatstadt Köln zu finden ist.</p>
<p>Wichtiger als die beiden genannten Schemata, die auf den ersten <a class="zem_slink" title="Blick" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blick" rel="wikipedia">Blick</a> ja gerade nicht schematisch, sondern wie inszenierte Abwechslung daherkommen &#8211; die allerdings auf Dauer ermüdend wirkt &#8211; ist ein anderes, das man sofort als solches erkennen kann.</p>
<p><strong>Milieustudien</strong></p>
<p><strong></strong>Gibt es überhaupt einen Münster-Fall, der nicht im akademischen Milieu spielt, und zwar in dem Segment, in dem Prof. Dr. Karl Friedrich Boerne mehr Leute kennt als nicht kennt? Doch, manchmal ist es auch die Geschäftswelt, zuweilen eine Kombination aus beiden Welten, die einander so fremd ja nicht sind. Aber natürlich geht Boerne auch bei den Unternehmern ein und aus, irgendeine Verbindung in die gehobenen Kreise gibt&#8217;s bei ihm immer. Thiel, der nicht nur aus Hamburg eingewandert ist, sondern aus <a class="zem_slink" title="St. Pauli" href="http://maps.google.com/maps?ll=53.5569444444,9.96388888889&amp;spn=0.1,0.1&amp;q=53.5569444444,9.96388888889%20%28St.%20Pauli%29&amp;t=h" rel="geolocation">Sankt Pauli</a>, kennt keine Sau und ist schon deshalb im Grunde die arme Sau. Wie schön passt auch dies ins Schema von Gesellschaftslöwe kontra Einzelgänger.</p>
<p>Es ist überdies klar, dass auch im Kampf der medizinischen Wissenschaftler um neue Verfahren zur Krebsbekämpfung, also einem im Grunde sehr hohen Ziel, sich die Elite nicht entblödet, alles zu einem Egotrip auf niedrigstem ethischen Niveau werden zu lassen. Das ist das nächste Schema. Die Sozialkritik wird in Münster nicht in Form eines &#8220;Thesenkrimis&#8221; vorgetragen, wie bei den Kollegen aus Köln (siehe bei Falk Schreiber), die jene These dialektisch auf- und abarbeiten, sondern durch das Zeigen entgleister Charaktere, die sämtliche edlen Dinge pervertieren, an welche sie die Finger legen. Hinzu kommt, dass die ARD es sich offenbar auf die Fahnen geschrieben hat, zur Primetime die Götter in Weiß zu demolieren, die sie in Vorabendserien so kitschig hofiert und sich auf diese Weise selbst Absolution zu erteilen &#8211; anders kann man die gruselige Darstellung von Ärzten in vielen Tatortfolgen kaum deuten. Nur Rechtsanwälte kommen noch schlechter weg, aber die haben&#8217;s sowieso verdient.</p>
<p>Weitere Schemata sind: Thiel und Boerne streiten sich und finden sich, die Ermittlungsarbeit hält mit dem Humor manchmal Schritt, aber die Logik knirscht fast immer in den Fugen, weil sie auch nicht so wichtig genommen wird. Dass der offzielle Ermittler Thiel und / oder der heimliche Intuitions-Star Boerne, der auf diese Weise die Ärzteschaft doch noch auf subtile Weise rettet, selbst in Gefahr geraten, kommt hingegen nicht immer vor, wohl aber in &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221;. Beinahe hätte es Boerne erwischt, im eigenen Institut und auf eine Art, die von ihm selbst hätte stammen können.</p>
<p><strong>Vom Schema zum Einzelfall</strong></p>
<p><strong></strong>Die Praxis der Schemata könnte ein Vorteil sein, wenn man bedenkt, um wie viele Dinge sich die Tatortschreiber in Münster keine Gedanken machen müssen, weil sie vorgegeben sind. Konsistente und sehr tragfähige Figuren, für die es sicher Charaktertableaus gibt, von denen die Regisseure und Autoren nicht abweichen dürfen, was ja auch sinnvoll ist. Sozialmilieus, in denen der Zündstoff offenbar offenbar in jedem Aktenschrank steht. Skurrile Gags, für die sicher ein eigener Stab oder doch wenigstens ein professioneller Gagschreiber zuständig ist. Münster-Tatorte schreiben scheint also einfach.</p>
<p>Warum aber sind dann Fälle wie &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; so seltsam disfunktional? Wieso hat man das Gefühl, da passt nichts wirklich zusammen? Was zum Teufel hat den unnötigen Mord an Professor Härtling (Jürgen Hentsch), Boernes einstigen Examensprüfer, ausgelöst; was war es, was Dr. Carla Hank (Nele Müller-Stöfen) dazu getrieben hat? War er hinter ihre Manipulation der Datenreihen des Forschungsteam-Mitglieds Amélie Blanc gekommen? Oder war es doch Selbstmord? Nein, nein, obwohl die Methode mit dem Leiten von Abgasen ins Auto so von Frau Dr. Hanks Schema des Injizierens von toxischen Mitteln, die zur Leichenfixierung in der Rechtsmedizin eingesetzt werden (wir hoffen, wir haben das jetzt einigermaßen richtig wiedergegeben, als Nichtmediziner). Bei dem Franzosen Thierry Blanc ist schon eher klar, warum sie gehandelt hat: eben deswegen. Dafür ist dessen Agieren kompletter Unsinn. Was will er mit seinen Nachforschungen bezwecken, wenn er nicht die deutschen Behörden kontaktiert, die als einzige den Mord an seiner Frau sanktionieren können?</p>
<p>Dass diese Frau offensichtlich untreu war, stört den heißblütigen Südfranzosen, der ein wenig wie ein Frosschenkelfresser-Abziehbild wirkt, nicht im Geringsten. So, wie er gestrickt ist, hätte er sich vor allem den Professor Härtling vorknöpfen müssen. Oder tat er das etwa? Nein, wenn wir die Handlung richtig im Kopf behalten haben, war&#8217;s anders und auch nicht so, dass der Professor nicht verschmerzen konnte, dass ihm seine Geliebte abhanden gekommen war. Hingegen verschmerzt es Professor Boerne recht leicht, dass ihm sein früherer Doyen vergiftet wurde. Da muss sogar Silke Haller zugeben, dass ihr Chef etwas Unheimliches hat, wie er damit rein professionell umgeht.</p>
<p>Diese Anmerkung repariert aber nicht den Drehbuch-Schaden, denn in Wirklichkeit ist Boerne eben nicht indolent, sondern die Seele des Ganzen und von allem, was Münster-Tatorte so reizend und manchmal charmant macht. Das steht auch gewiss so in seinem vorgegebenen Charaktermodell. Wie sagt seine Mutter dazu, die in dieser Folge überraschend auftritt? Wir haben leider den Begriff vergessen und weil wir diesen Tatort nicht aufgezeichnet haben, können wir ihm auch nicht mehr nachspüren. Jedenfalls hat sie unrecht. Eltern verkennen an Kindern ja manchmal gerade das, was diese auszeichnet, jenseits dessen, was sie erreicht haben oder haben könnten.</p>
<p>Klar, alles ist wieder überzeichnet, auch die Täterin Dr. Hank, die für die Forschung über Leichen geht. Nicht die Hilfe der Medizin für Menschen, sondern die eigene Karriere steht im Vordergrund. Eifersüchteleien gibt es deshalb auch im Forschungsteam &#8211; und, wenn man von dem übertriebenen Handeln Dr. Hanks absieht, ist das überraschend realistisch gezeichnet und nicht auf eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern beschränkt, die sich einer bestimmten Arbeit verschrieben hat. Strömungen gibt es in jedem Team, besonders dann, wenn dieses weitgehend abgeschottet vor sich hin tüftelt. Die schwierige soziale Balance ist schnell zerstört und kaum je zu reparieren.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Trotz des auch diesmal gut aufspielenden Teams Thiel / Boerne und einer damit zwangsläufig verbundenen Anzahl an Szenen, die respektabel humoristisch ausgearbeitet sind, fehlt bei &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; etwas von allem, und all dieses Fehlen zusammen führt für uns dazu, dass wir den Tatort 582 für Münsteraner Verhältnisse als unterdurchschnittlich bewerten. Er ist nicht wirklich schlecht, aber langsam müssen wir auch die Mängel an Logik und dramaturgischer Konsequenz ein wenig in den Vordergrund rücken, insofern also hinter die Kulisse der bunten T &amp; B-Welt blicken. Dazu eignet sich &#8220;Eine Leiche zu viel&#8221; deshalb so gut, weil er mangels Feuerwerk an grandiosen Dialogen mit Klemm, Alberich und den anderen Schwächen offener zeigt als andere Münster-Folgen.</p>
<p>Der Community gilt er als einer der besseren von Thiel und Boerne. Er stammt aber auch aus 2004, als das Team sich bereits einen enormen Sympathiewert aufgebaut hatte und die kritischen Seiten der Konstruktion noch nicht so deutlich erkannt oder benannt wurden wie heute. Auch für diese beiden Stars unter den Tatort-Ermittlern muss man gute Fälle schreiben, damit es Top-Bewertungen geben kann. <strong>Dennoch, auch bei uns wirkt zugegebenermaßen der Bonus dieses Duos, und der macht mindestens einen halben Bewertungspunkt aus, so dass wir auf 7,0/10 kommen.</strong></p>
<p>dWB/AP/12-01-29</p>
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