Fußball – LIVETICKER – UEFA Champions League Finale 2012 – FC Bayern München : FC Chelsea

Geschrieben am 17. Mai 2012

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001 - Fußballkolumne

FC Bayern München – FC Chelsea 3 : 4 n. E.

Was ist jetzt zu analysieren? In Berlin freuen sich einige, das hören wir draußen an den Böllern. Die Legende ist vertagt. Wir hatten es im Gefühl, ehrlich geschrieben. Diese Abramowitsch-Boys sind Killer, und das sind die Bayern in dieser Eindeutigkeit nicht, wie man gegen Dortmund schon sah.

Die Bayern-Nationalspieler werden ohne einen einzigen Titel nach Polen und in die Ukraine zur EM fahren. Es lag etwas wie Scheitern in der Luft, spätestens in der zweiten Halbzeit. Dann das überraschende Müller-Tor zur richtigen Zeit, doch es hat nicht gereicht.

Das Positive ist, dass die meisten in der Bayern-Mannschaft noch jung genug sind, um es wieder zu versuchen. Aber Deutschland entwickelt sich langsam zum Vizititel-Land und über der EM hängt bereits ein Schatten. An anderer Stelle hatten wir geschrieben, wir glauben nicht, dass die Deutschen unter Löw einen Titel holen werden, denn die Fußballwelt gehört den Fußballverrückten. Und bei allem schönen Spiel, das die Deutschen mittlerweile zeigen, der letzte Biss in letzter Konsequenz, der fehlt seit längerem. Als die Deutschen weniger ansehnlich, aber effizient agierten, so wie jetzt der FC Chelsea, da klappte es auch mit den Titeln. Wir lassen uns aber gerne eines Besseren belehren und werden ab dem 9. Juni wieder ein Fußballfest feiern.

Hoeneß ist so ein Fußballverrückter, wie wir sie eben erwähnten, der außerdem auch noch sehr strategisch denkt. Für den FC Bayern ist die Welt nicht zu Ende, nächste Saison, neue Spiele. Aber es ist ein weiter Weg und ihn immer wieder zu gehen und ein einziges Mal zu Ende – daraus kann eine Legende werden. Wir warten auf die Saison 2012/2013. Es wird Zeit, dass Bayern die Verantwortung für internationale Spitzenleistungen nicht mehr allein schultern muss.

Die Bayern sollten sich jetzt endlich auch den Druck wegnehmen, immer etwas gewinnen zu müssen. In anderen Ländern, in denen es wirklich starke Ligen gibt, kann kein Verein so antreten, als habe er die Titel gepachtet. Vielleicht ist es für die Zukunft gut, dass es heuer nicht geklappt hat. Der FC Chelsea ist kein fußballerisches Role Model, man muss ihm nicht nacheifern, nur, um einen Tick erfolgreicher zu sein, denn Chelsea hat lange gebraucht, um endlich einen Titel zu holen. Dass man als Tabellensechster der aktuellen Premiere League-Saison nach der Krone Europas greifen kann, ist erstaunlich, aber wir sehen’s gelassen. Der Fußball ist unberechenbar, und das ist gut so, wie unser Berliner Stadtoberhaupt sich auszudrücken pflegt.

Chelsea ist ein äußerst unangenehmer Gegner, aber wir wagen zu prophezeien, dass es keine Ära wie die des FC Barcelona für den Oligarchenclub geben wird. Vielleicht wird sich auch das Financial Fair Play irgendwann durchsetzen, und das könnte in der Tat Vereine wie den FC Bayern München stärken, die seit vielen Jahren aus eigener Kraft wirtschaftlich erfolgreich sind. Irgendwann wird es einen fünften Stern auf der roten Brust geben, und wir werden es alle noch erleben.

Eine gewisse Unsicherheit besteht darin, ob die Bayern den langen Atem  haben, auch mal eine schwächere Phase zu akzeptieren, um einen grandiosen, vielleicht überwiegend aus eigenen Nachwuchsspielern gespeisten Neuaufbau vorzunehmen, wennn die gegenwärtige, noch nicht goldene Generation ihren Zenit überschritten haben wird. Wie wird das Bayern der Zukunft ausschauen, das die Champions League gewinnen kann?

Wir haben erstmalig seit dem verlorenen Viertelfinale der deutschen Fußballfrauen bei der WM 2011 im eigenen Land ein Spiel gesehen und kommentiert, in dem die Mannschaft verlor, der wir die Daumen gedrückt haben. Doch man kann nicht immer gewinnen und auch andere, heute die Fans des FC Chelsea, haben ein Recht darauf, sich zu freuen. Diese Erkenntnis könnte auch dem FC Bayern eine neue Lockerheit verschaffen, die heute eindeutig gefehlt hat, wie man an den vielen versemmelten Chancen sah. Sie zeugten davon, wie schwer die Verantwortung auf den Spielern lastete und wie sehr sie dies genau dort blockiert hat, wo es am wichtigsten ist – vor dem Tor.

Das mia san mia beim FC Bayern wird wieder zurückkommen, das Image des Vereins sich vorerst nur in Nuancen wandeln, die Herzen werden weiterhin andere erobern. Aber die Titel, die werden die Bayern wieder holen und sie werden dadurch stärker werden, dass es hoffentlich und endlich eine oder  zwei weitere Mannschaften gibt, die zu Dauerkonkurrenten für die Münchener werden können.

Wir verabschieden uns und bedanken uns bei unserern Lesern für ihr Interesse an unserem Bericht. Wenn die Zeitvorgaben es zulassen, gibt es den einen oder anderen Liveticker von der EM 2012.

Wir haben es befürchtet. Aus für den FC Bayern im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea.

Wenn Neuer jetzt nicht hält – und ausgerechnet gegen Drogba. Das wird so schwer. Das ist fast unmöglich. Und er hält nicht. Drogba verlädt Neuer locker und schiebt halblinks unten ein.

Schweinsteiger muss es erst einmal machen, wie in Madrid. Doch damals war Bayern eins vorne. Oh Gott, gerade ihm gönnen wir’s so sehr. Schweinsteiger schießt an den Pfosten.

Ashley Cole tritt gegen Neuer an. Cole trifft sicher.

Ivica Olic verschießt. Wie auch nicht.

Lampard, der Kapitän in Abwesenheit von John Terry gegen den eben Torschützen Neuer. Und er trifft. Bayern weiter eins vorne.

Wow, Neuer tritt an. Er tunnelt Cech beinahe. Was für ein Ding unter dem Körper hindurch. Der Ball ist drin! Neuer kommt immer mehr in Bayern an. Aber Cech ahnt jedesmal die Ecke.

David Luiz gegen Neuer. Ganz sicher rechts oben, Neuer fliegt ins falsche Eck.

Gomez für Bayern. Ganz sicher, sicher verwandelt, obwohl Cech schon wieder in die richtige Ecke fliegt!

Mata für Chelsea. Der Junge, der von Real Madrid kam – verschießt gegen Neuer! Schwach, schwach geschossen. Ähnlich wie zuvor Robben.

Philipp Lahm tritt an. Macht ihn. Aber Cech ist sogar bei diesem nicht üblen Schuss schon dran. Auweia. 2:1 Bayern.

Auf  zum Elfmeterschießen und auf zur Südseite der Arena!

Uns bleibt heute nichts erspart. Auch auf dieses Ding hatten viele Fachleute getippt und – die Mehrzahl sah dabei Chelsea vorne. Angesichts der Tatsache, wie das vorhin gelaufen ist, sehen wir sie auf jeden Fall im Vorteil. Ribéry als Topschütze ist draußen, Robben wird wohl nur noch einmal antreten, wenn’s unbedingt sein muss.

In Madrid war Bayern psychologisch im Vorteil, weil sie die Sensation auf dem Fuß hatten und sie haben es geschafft. Madrid konnte nur verlieren und hat verloren. Dieses Mal ist es umgekehrt, Chelsea ist die Mannschaft der Stunde.

Elfmeterschießen

Es gibt im Moment nicht viel zu berichten, obwohl Torres gerade ein Offensivfoul im Strafraum der Bayern gepfiffen bekommt. Die beiden Mannschaften neutralisieren sich weitgehend. Die 120 Minuten sind vorbei. Aus. Es gibt Elfmeterschießen!

115. Minute. Schweinsteiger wird gefoult, Robben tritt den Freistoß, Cech hält.

111. Minute. Heikle Situation im Strafraum von Chelsea. Cahill und Luiz retten gemeinsam vor dem einschussbereiten Gomez. Aber nicht per Hand, wie es einige Zuschauer gesehen haben wollen. Eckball, nichts wird daraus, Neuaufbau. Robben scchießt und verzieht weit links oben übers Tor.

Chelsea spielt auf Ankommen im Elfmeterschießen. Aber Bayern darf und will das nicht.

107. Olic holt die gefühlt 100. Ecke für den FC Bayern. Im Nachsetzen bekommt Schweinsteiger den Ball, gibt ihn in die Mitte, Boateng erwischt ein Chelsea-Bein, Olic bekommt den Ball – und zieht knapp am rechten Pfosten vorbei. Ach ja. Sollen wir traurig sein? Eine Weltklassemannschaft muss in der Lage sein, noch einen reinzumachen.

Weiter geht’s. Bayern jetzt wieder von links nach rechts, vielleicht treffen sie ja aus dieser Richtung wieder ins Tor.

Pause in der Verlängerung / und auf geht’s in die letzten 15 Minuten!

105. Minute. Contento holt gegen Lampard einen Freistoß an der Grunlinie, Kroos führt aus, Drogba himself wuchtet das Ding raus aus der Gefahrenzone. Die Bayern sind willig, aber die Leute von Chelsea dermaßen aufgeweckt in der Abwehr, das ist phänomenal. Man erinnert sich an die großen Zeiten der italienischen Mannschaften, die diesen herrlichen Beton anrühren konnten. Niemand hat nach der Spielkultur gefragt, als sie damit Titel um Titel holten.

Die Bayern haben viel Kraft gelassen, das sieht man ihnen an. Sie sind nicht stehend K. O., aber sie stören nicht mehr so früh wie bisher.

102. Minute. Robben trennt Mata per Hand vom Ball, kriegt aber nicht Gelb dafür. Bei dem Mann liegen Wohl und Wehe auch oft dicht beieinander, weil er so ein sensibler Typ ist. Kurz darauf klärt Lahm vor den einschussbereiten Malouda und Drogba. Das Spiel ist jetzt ausgeglichen mit Vorteilen in der Gefährlichkeit für Chelsea.

100. Minute. Chelsea fängt die Bayern jetzt früher ab, die Feldüberlegenheit des Münchener FC ist nicht mehr so deutlich.

Wir atmen mal durch. Wenn die Bayern das jetzt gewinnen, sind sie fürwahr eine große Mannschaft.

Wer weiß, was der Petr Cech unter seiner seltsamen Maske trägt, die er seit Jahren während Spielen nicht mehr abnimmt – aber es muss mehr als ein Glücksbringer sein.

95. Minute. ROBBEN TRITT AN. UND CECH HÄLT. Nein, das läuft jetzt wirklich ungut für den FC Bayern. Robben hatte weiche Knie, scchoss Cech direkt in die Arme. Und Ribéry muss raus, Olic kommt. Wie schrieben wir gerade? Es läuft gegen die Bayern. Doch wer weiß, Olic hatte schon manche Sternstunde in wichtigen Spielen, während Ribéry gegen Chelsea zwar sehr aktiv, aber nicht sehr effizient war.

94. Ribéry ist noch auf dem Rasen, der Tritt von Drogba hat richtig weh getan. So gefährlich kam uns die Situation gar nicht vor, mit diesem Alleindurchwuseln kam Ribéry bisher nie durch.

93. BAYERN BEKOMMT EINEN ELFEMTER und Drogba sieht Gelb. Ja, Ribéry wird gefoult. So dramatisch kam’s uns gar nicht vor, aber jetzt kommt’s drauf an. Wer schießt?

92. Chelsea geht jetzt aufs Ganze, hat auch Fernando Torres gebracht. Das Spiel, das deutet sich sofort an, bekommt ein anderes Gepräge, die Blues setzen nun die Kräfte frei, die sie sich bisher aufgespart haben.

Los geht’s in die erste Hälfte der Verlängerung

Ja, ja, da kann man sich lange drüber aufregen, dass die Bayern das Spiel eigentlich hätten 4:1 oder 5:1 gewinnen müssen, Chelsea ist nun einmal eine Mannschaft, die hoch überlegen spielende Gegner am Ende alt aussehen lässt – zumindest international. Psychologisch sind die Blues jetzt im Vorteil.

Wir wollen lieber nicht darüber spekulieren, wie es im Elfmeterschießen aussehen würde – Neuer gegen Cech. Im Vergleich mit Iker Casillas hatte Neuer uns überrascht, aber unser Gefühl sagt uns, die Bayern sollten versuchen, die Sache in den 30 Minuten Verlängerung zu entscheiden.

Die Fachleute, die von einer Verlängerung ausgingen hatten recht, so viel lässt sich an dieser Stelle bereits festhalten.

Ende der regulären Spielzeit – Verlängerung.

93. Minute. Nochmal Freistoß für Chelsea aus guter Position. Drogba schießt weit übers Tor. Und wieder Verlängerung.

90. Minute. Erneut Eckball Bayern. Sie lassen nicht nach. Aber was für ein Aufwand und dann dieses unglückliche, wenn auch sehr gekonnte Gegentor!

Jetzt doch die Verlängerung? Wir denken an andere Spiele. Bayern gegen ManU, 1999 … nein, so jetzt aber nicht!

88. Minute! Die erste Ecke für Chelsea! Hoffentlich sind die Chelsea – Ecken … AUSGLEICH! AUSGLEICH!

Chelsea macht tatsächlich den Ausgleich mit der allerersten Ecke. Drogba haut ihn in die Maschen, löst sich, das Phantom ist da!

Luiz kriegt Gelb, weil er Robben foult. Und Müller geht vom Platz. Wahrscheintlich werden die Bayern etwas defensiver aufstellen. Ja, von Buyten kommt nach langer, langer Pause wieder!

Nee, während der regulären Spielzeit hatten wir’s nicht mehr auf dem Schirm. Verdient ist es natürlich, daran besteht kein Zweifel.

82. Minute! TOOOOOOOR FÜR BAYERN MÜNCHEN! WIR HABEN KAUM NOCH DRAN GEGLAUBT! MÜÜÜÜLLLER STOCHERT DEN BALL AN CECH VORBEI INS NETZ! Egal wie, die schönen haben nicht funktioniert, da kann auch ein seltsamer Kopfball mit dem Antlitz mal das endlich, endliche, so wichtige Tor bringen! Und was für ein guter Zeitpunkt.

81. Minute. Müller köpft aufs Chelsea-Tor, doch Cech steht immer dort, wo er stehen muss.

77. Ribéry auf Müller, der macht nix draus. Irgendwann, irgendwann wird dieser Mangel an Einschussgewalt bestraft werden. Auch wenn die Bayern komplett feldüberlegen sind, wenn Chelsea ein cleveres Last-Minute-Tor schießt, dann haben sie den Sieg auch verdient.

74. Cech klärt auf Querlattenhöhe gegen Ribéry und Eckball auf Eckball für München. Diese Einseitigkeit des Spiels hat etwas Fatales, die Bayern beißen sich hier wirklich die Zähne aus, so oft sie auch die Seiten wechseln. Sie rennen sich fest. Mittlerweile ist bei Chelsea Florent Malouda im Spiel, der alte Kämpe.

Robben geht mit gesenktem Kopf durch, Cahill vor Müller. Wieder einer der zahlreichen Eckbälle für die Münchener.

72. Minute. Ja, ja! Und jetzt ging’s schnell, Chelsea mit zwei Mann vor dem Bayerntor, Klärung in höchster Not vor der Linie! Und Neuer schiebt den Ball mit einer Hand weg, muss noch einmal zupacken!

71. Minute. Erst prüft Kalou Neuer, dann Robben Cech. Irgendwie imponiert uns das langsam, wie die Londoner mit ihren begrenzten Mitteln sich hier durchwursteln.

69. Minute. Jetzt bleibt Kroos hängen – wir sind nicht ganz sicher, ob die Chelsea-Spieler wirklich alle nur zwei Beine haben oder vielleicht doch ein paar mehr.

Eines ist sicher. Die Bayern müssen viel mehr laufen, um den Ball immer wieder dorthin zu tragen, wo das Tor von Petr Cech steht. Die Bayern stehen jetzt geradezu pausenlos im und am Chelsea-Strafraum, dürfen dort kombinieren, beinahe wie sie wollen – und doch, immer hat man das Gefühl, Chelsea stellt die Räume vor dem Tor gut zu.

65. Minute. Wenn es nicht ganz schnell und überfallartig gehen kann, ist es schon richtig, das Spiel in die Breite zu ziehen, wie die Bayern es ein ums andere Mal machen, auch jetzt wieder über Kroos und Lahm. Und wieder Eckball. Hektik, Lahm fällt im Chelsea-Strafraum, aber das war auch nicht elfmeterwürdig.

So ein richtig großer Finalhype ist es nicht, was insbesondere Chelsea spielt, die Bayern sind viel schneller, aber Bastian Schweinsteiger passt zu Cech anstatt zum Mitspieler, seufz – hoffentlich wird er während der EM wieder richtig fit.

60. Schön klären die Bayern und kontern im eigenen Stadion, doch dann wird das Tempo wieder rausgenommen und die Außen werden einbezogen – der mittlerweile zehnte Eckball für die Münchener folgt.

59. Robben zieht aus großer Nähe zum Chelsa-Tor ab, doch schon wieder – war es wieder der Luiz, der den Fuß hinhielt?

58. Minute. Jetzt etwas längerer Ballbesitz für Chelsea. Bis vors Bayerntor, doch beim Duell Contento-Cahill wird Offensivfoul gegen den Briten gepfiffen.

Bisher ein sehr faires Spiel, von der englischen Härte ist nicht viel zu spüren, aber Chelsea ist ja auch keine typisch englische Mannschaft, die vor allem durch robustes zuwerke gehen glänzt.

55. Minute. Neuer wird wieder ins Spiel einbezogen und bereinigt eine weniger gefährliche Situation.

53. Minute. Jetzt geht’s schnell, die Bayern sind sogar in Überzahl, erst Gomez, dann Ribéry – der Ball ist im Tor! Doch Abseits. Das ist wirklich schade, das war mal ein Dampfhammer-Spielzug, und dieses Mal auch bis vors Tor ausgeführt.

51. Chelsea in Ballbesitz. Aber sie spielen erstmal auf ihren Torhüter. Und nochmal. Das wirkt schon etwas bescheiden, aber noch ist nicht gesagt, dass es nicht doch hilft, wenn die erst eingelullt sind. Lahm geht durch, spielt auf Gomez, der legt sich in den Chelsea-Strafraum, doch da war nix.

48. Minute. Lahm stört Lampard, schon sind die Bayern wieder dort, wo sie sich tummeln, seit das Spiel begann: am gegnerischen Strafraum. Cech pflückt den Ball runter und das Spiel geht in die andere Richtung. Drogba zieht einfach mal ab, doch links am Tor von Neuer vorbei.

Jetzt lassen sie Chelsea mal über die Mittelline kommen, doch jetzt Robben, wieder wirft sich der quirlige David Luiz rein, wie schon eben. Cole hatten den Ball im Spiel nach vorne verloren, aber da fehlt der letzte, letzte konsequente Spielzug.

46. Minute. Bayern gleich wieder im Vorwärtsgang, Ribéry will auf Gomez flanken, doch wieder mal ist ein Chelsea-Bein im letzten Moment dazwischen.

Weiter geht’s mit der zweiten Halbzeit!

Es ist der erwartete zähe Kampf, kein Torfestival, kein Spiel zum Glänzen für Bayerns Ballartisten. Sie haben die Herausforderung angenommen und falls Chelsea gewinnt, dann wird es heißen: trotzdem! Doch wer will das schon, verlieren und attestiert bekommen, dass er im Grunde besser gespielt hat? Dafür konnte sich schon der FC Barcelona nichts kaufen.

Ein druckvolles und engagiertes Spiel der Bayern bisher. Kein Vergleich zur letzten Woche im Pokalfinale, aber da war der Gegner auch komplett anders unterwegs. Hätte Dortmund das heute besser gemacht, gegen die Verteidigungskünstler aus London, die in einigen Situationen viel Glück hatten, dass die Bayernspieler im Moment das Vollstrecker-Gen abgegeben haben? Wir sind nicht sicher. Chelsea hat einige Male riskant geklärt, einige Male nicht sehr hochwertig, nämlich zur Ecke. Spezialisten für Standards sind aber gerade die Dortmunder nicht.

Ein ganz zarter Geruch von Verlängerung weht schon jetzt durch die stimmungsvoll in Rot-Weiß und Blau-Weiß getauchte Allianz-Arena. Wir warten auf den Anpfiff zu Hälfte zwei!

Halbzeit!

Bayern hat derzeit ein Chancenverwertungsproblem und es wird nicht besser, wenn Ribéry sich allein gegen drei oder vier Mann versucht. Hintenrum ist auch nicht elegant, aber wenigstens würde der Ball in den eigenen Reihen bleiben. Klar ist Bayern besser, aber wir haben ein ungutes Gefühl, solange Bayern nicht mindestens 2:0 führt.

41. Gomez schießt in den Himmel, Mann, wieder eine gute Chance versiebt. Schnell, dynamisch, das ist er wirklich, aber manchmal fragt man sich, wie er so oft treffen konnte, angesichts seiner heute ziemlich steifen Motorik.

Jetzt stehen die Bayern mal vielbeinig, bei einem Chelsea-Angriff – ja, auch auf der Seite kann man mit Klein-Klein nicht vorwärts kommen. Der schnelle Konter wird’s wohl bringen.

39. Minute. Wieder Aktion im Chelsea-Strafraum, ein verunglückter Schuss von Ribéry entwickelt sich zur Vorlage für Gomez, aber der ist nicht gedankenschnell genug, das Geschenk anzunehmen.

38. Minute. Neuer zum ersten Mal geprüft! Da war der schnelle und findige Konter über drei Stationen, doch Mata bleibt ebenso an Neuer hängen wie zuvor die Bayern einige Male an Cech. Doch Chelsea ist jetzt auf dem Platz, und zwar in der Bayernhälfte.

36. Minute. Müller ist tatsächlich mal frei – und verschießt ebenfalls. Er trifft noch nicht nach Belieben, wie einst im Jahr 2010, besonders während der WM. Das war keine schlechte Chance und langsam muss das mit dem Zielwasser mal klappen.

35. Ribéry versucht’s mal im Alleingang, verzieht aber etwas nach links.

34. Minute. Mata schießt den Freistoß übers Bayerntor. Die Mauer war auch gut postiert.

33. Minute. Oh je, Cahill holt einen Freistoß gegen Boateng, aber wer hat hier wem ein Bein verpasst? Was soll’s.

30. Minute. Jetzt spielt Chelsea mal schnell über Links nach vorne, doch Lahm passt auf. Bosingwa tritt Ribéry von hinten, kriegt kein Gelb. Ribéry ist der am meisten gefoulte Spieler in der Champions League.

28. Minute. Kroos und Robben stehen bereit zur Ausführung. Robben haut den Ball in die blauweiße Mauer.

27. Minute. Bayern durch die Mitte, aber da sind viele Blaue unterwegs, also wieder hintenrum. Müller kriegt einen Freistoß, nachdem er in Strafraumnähe Chelsea umfällt wie ein Sack.

Chelsea kommt nicht wirklich zu Spielzügen in der Bayernhälfte – Bayern wirkt beinahe so überlegen wie neulich Barcelona. Also kein Grund zur Entwarnung, nur weil Chelsea im Moment nicht gleichwertig wirkt. Trainer Die Matteo lässt bereits weitere Spieler warmlaufen. Vielleicht erstmal, um Druck auf diejenigen auszuüben, die auf dem Platz stehen und noch keinen Stich gemacht haben.

Die Bayern können sich in Nähe des Chelsea-Tores derzeit ganz gut vewirklichen, aber der geniale Spielzug, der zu Ende geführt wird, fehlt noch. Wieder klärt Chelsea zur Ecke – da führt Bayern schon fast uneinholbar mit 7:0. Wieder greift Cech nach der Pille und hat sie sicher.

22. Minute. Nach einem Tempogegenstoß von Chelsea, der im Abseits endet, sind die Bayern mit dem nächsten Eckball dran. Der bringt nichts, der Ball wird von beiden Mannschaften mit Kopfballstafetten beruhigt.

20. Minute. Erster Kracher! Robben prüft Cech, der mit dem rechten Bein abwehrt, ohne den Ball sehen zu können! Der Mann hat Reflexe der blinden Art! Der Ball knallt gegen das rechte Lattenkreuz. Kurios, aber auch gekonnt. Englische Mannschaften ohne englische Torhüter haben halt kein Torhüterproblem.

In der Abwehr der Briten wirken nicht alle sattelfest, aber trotzdem – ein schneller und gut ausgeführter Gegenstoß – siehe Barcelona. Trotzdem ist Bayern im Soll. Ballbesitz, Passgenauigkeit, Zug zum Tor, alles stimmt im Moment.

17. Cahill verursacht einen Eckball gegen Müller, Kroos führt aus, Robben kriegt den nächsten. Und wieder einer, nach Einsatz Gomez, dieses Mal kurz ausgeführt. Jetzt ist Chelsea unter Druck!

16. Bayern setzt sich wieder in der gegnerischen Hälfte fest. Dass Chelsea, wie schon gegen Barcelona, recht tief steht, ist für uns aber noch kein Beweis, dass sie nicht auch anders können, wenn’s drauf ankommt.

15. Rib und Rob schieben sich den Ball in der Hälfte von Chelsea zu. Der Konter der Bayern nach einem Angriff von Chelsea startete schnell, wurde dann aber statisch.

14. Cahill klärt vor Gomez.

13. Gomez fliegt in den Strafraum nach Flanke von Ribéry, kriegt den Ball per Kopf aber nicht in die richtige Richtung aufs Tor gedrückt.

12. Chelsea hat die erste Angriffswelle der Bayern hinter sich, das Spiel wird ausgeglichener.

9. Dieser Ribéry ist es jetzt auch, der hinten aushilft und dabei Kalou berührt.

Das, was die ehrgeizigen Weltklassespieler Ribéry und Robben für sich als Maßstab ansehen, das können sie nun nicht in Madrid oder Barcelona verwirklichen – sondern in München: Das Finale der Champions League spielen zu dürfen.

7. Minute. Didier Drogba passt von rechts nach innen, doch der Ball kommt nicht präzise. Erstmals kommt der Ball in den bayerischen Strafraum. Kurz darauf die zweite Strafraumszene von Chelsea. Bayern kontert.

6. Minute. Chelsea erstmalig über der Mittellinie. Die Bayern haben den Ball gleich wieder.

5. Minute. Jetzt versucht es Kroos aus der zweiten Reihe – knapp links unten vorbei.

4. Minute. Ribéry trifft an der Grundlinie von Chelsea den Ball nicht richtig, der trudelt ins Aus und es gibt Abstoß. Kurz darauf schießt Schweinsteiger zum ersten Mal aufs Tor von Chelsea, doch ein Abwehrbein ist dazwischen.

2. Minute. Nee, jetzt, Schweinsteiger bekommt Gelb für Handspiel mitten im Feld und ohne Not.

1. Minute. Cole foult erstmal Kroos und Robben tritt den Freistoß. Der bleibt in Chelseas Abwehr hängen.

Anstoß!

Im nahen Olympiastadion sind neben den beinahe 70.000 Zuschauern in der Allianz-Arena noch einmal 65.000 zum Public Viewing versammelt.

Großer Aufgalopp mit CL-Hymne, gesungen von Tenor Jonas Kaufmann. Seitenwahl, Lahm gewinnt und will von rechts nach links spielen.

Die Mannschaften kommen auf den Platz!

Die Wettbüros sehen den FC Bayern als Favorit, viele Experten tippen hingegen auf ein enges Match, das den FC Chelsea als Sieger sieht. Bayern steht zum neunten Mal in einem Landesmeister-Finale und könnte zum fünften Mal gewinnen. Für Chelsea wäre der Sieg eine Premiere.

Noch eine Viertelstunde bis zum Anpfiff!

Sind Sie entspannt? Wir schon. Wir freuen uns, wenn Bayern gewinnt, aber wenn nicht, gibt es auch noch ein Morgen und eine nächste Saison. Alle Topspieler werden dabei bleiben und können auch 2013 beweisen, dass sie in Europa dauerhaft die spanischen Giganten, die Topclubs der Premier League und die wiedererstarkten Italiener herausfordern können.

Es wird dann natürlich kein “Finale dahoam” geben, wie dieses Endspiel mittlerweile überall genannt wird, weil es in der Münchener Allianz-Arena stattfindet. Die Kartenkontingente sind so verteilt, dass die Heimmannschaft weniger bevorzugt wird als etwa in Bundesligapartien – aber der Austragungsort ist trotzdem die Heimstätte des FC Bayern und wir meinen schon, das macht etwas aus – wäre es sonst so wichtig für Bayerns Präsident Uli Hoeneß und die anderen, gerade hier zu gewinnen? Der FC Bayern wäre erst der dritte Club, dem der Gewinn eines “Finale dahoam” gelingt.

Noch eine halbe Stunde bis zum Anpfiff!

Und hier die Mannschaftsaufstellungen – beide Teams spielen mit dem 4-2-3-1-System.

Bayern: Neuer / Lahm, Boateng, Timoschtschuk, Contento / Schweinsteiger, Kroos / Robben, Müller, Ribery / Gomez.

Chelsea: Cech / Bosingwa, Cahill, Luiz, Cole / Mikel, Lampard / Kalou, Mata, Bertrand / Drogba.

Neben den vier Stammkräften, die Chelsea zwangsläufig ersetzen muss, bringen sie mit Bertrand freiwillig einen Spieler, der noch nie in der Champions League gespielt hat. Die Bayern setzen alle ihre nicht gesperrten Topspieler von Beginn an ein.

Am Samstag, den 19. Mai, um 20:45 Uhr, ist es soweit. In der Münchener Allianz-Arena findet das Champions League-Endpsiel 2012 statt. Der FC Bayern ist dabei und kann den Traum vom zweiten CL-Titel nach 2001 wahrmachen. Das berühmte Finale “dahoam” gewinnen.

Nicht nur der FC Bayern, auch wir sind wieder live von der Partie – nach dem Pokalfinale am letzten Samstag in unserer Wahlstadt Berlin.

Wir werden dieses Mal den Bayern die Daumen drücken, und wem wir die Daumen drücken, der gewinnt eigentlich immer. So war’s zumindest bei allen LIVE-Übertragungen, die wir uns dieses Jahr angeschaut haben, auch letzte Woche. Es kann also nichts schiefgehen, in der Bayern-Heimstätte, wenn der reiche, aber international nicht sehr beliebte FC Chelsea aus  London zum Duell mit dem immer noch führenden deutschen Club antritt.

Es ist das nicht erwartete Treffen, zu sehr war auch die Fachwelt  davon ausgegangen, dass mindestens eine, vermutlich aber zwei spanischen Mannschaften im Finale stehen würden. In vier sehr unterschiedlichen Spielen haben die Londoner mit dem FC Barcelona die spielstärkste Mannschaft überhaupt ausgeschaltet, aber insbesondere haben die Bayern gezeigt, wie man’s gegen die teuerste Truppe der Welt richten kann. Dafür gebührt ihnen unsere Anerkennung und deswegen setzen wir uns am Samstag zwei oder drei Stunden hin und kommentieren das Club-Ereignis des Jahrzehnts.

Die jetzige Generation des FC Bayern, die Spieler, die allesamt noch keinen internationalen Titel gewonnen haben, können sich unsterblich machen. Uli Hoeneß, der profilierteste Manager im deutschen Fußball, kann eine bisher enttäuschende Saison mit einem Knaller abschließen und sich einen Lebenstraum erfüllen. Auch wenn er uns manchmal auf den Zeiger geht, wir gönnen es ihm nicht nur, wir wünschen es ihm.

Und wär’s nicht ein klasse Aufgalopp für die EM in Polen und der Ukraine, wenn die Bayern-Nationalspieler mit dem CL-Titel hinfahren würden? Ähnlich wie die Dortmunder Kollgen, die mit dem Double im Rücken sehr selbstbewusst auftreten und viel aus ihrer grandiosen Saison mitnehmen werden, wenn es in der schwierigen Gruppe B zur Sache geht.

Insbesondere hoffen wir, dass die Bayern die Klatsche des letzten Wochenendes verdaut haben. Vielleicht sind sie ja doch nicht voll gegangen, bewusst oder unbewusst. Die individuellen Fehler einiger Spieler im Pokalfinale zeugten zumindest nicht von maximaler Konzentration. Spätestens nach dem 1:3 werden einige innerlich einen Gang zurückgeschaltet haben, eben doch das CL-Finale und die kommende EM im Kopf, zu der man möglichst unverletzt fahren möchte. Dass ausgerechnet Spieler, die am 19. Mai nicht dabei sein werden, nicht sehr gut aussahen, gegen die Dortmunder Offensive, steht auf einem anderen Blatt.

Die Bayern haben eine große Mannschaft, die an guten Tagen alles kann, wie wir in besonderen Spielen gesehen haben – die sich im Liga-Alltag aber manchmal überraschend schwer tut. Offensichtlich ist dieses Ensemble nicht immer in der Lage, die Spannung hochzuhalten. Genauso offensichtlich ist aber, dass am Samstag ein besonderes Spiel ansteht und dass wir den Auftritt im Pokalfinale deswegen nicht als Referenz  und auch nicht als Anlass zur Sorge ansehen. Denn am Samstag werden sie motiviert sein bis in die Haarspitzen.

Wir erwarten, dass die Bayern das Spiel machen, das ist normalerweise ihre Art. Chelsea wird clever verteidigen und kontern, davon sind wir überzeugt. Spannend wird es sein zu sehen, wie die Münchener die drei gesperrten Stammkräfte in der Defensive ersetzen werden, doch der FC Chelsea ist nicht besser dran (vier gesperrte Akteure).

Obwohl wir Chelsea eine Menge zutrauen, obwohl auch die Londoner offenbar eine Turniermannschaft sind, die in der Liga eher dezent zu Werke geht, um es international richtig krachen zu lassen, glauben wir an einen Sieg des FC Bayern München. Es muss und kann gar nicht anders sein, dahoam.

dWB/AP/12-05-17

Veröffentlicht unter: 6. Sport