Hinkebein – Tatort 831 / Vorschau ARD 11.03.2012, 20:15 Uhr

Geschrieben am 19. Februar 2012

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12-02-19 Tatort 831 Hinkebein

Titelfoto (c) WDR, Martin Menke

Die Rezension gibt es jetzt hier!

Es muss viel Spaß gemacht haben

Von den Dreharbeiten des neuen Münster-Tatortes gibt es im Netz eine stattliche Anzahl von Bildern, die suggeriert: Alle Teammitglieder hatten viel Spaß dabei. Auch das Publikum hat ja in der Regel an den Münster-Folgen viel Spaß. Wir haben als Titelfoto aber eines gewählt, das offenbar ein Still aus dem Film darstellt und das uns verblüfft hat.

Da steht Frank Thiel (Axel Prahl), offenbar am Tatort, in einem Dreireiher. Wenigstens fehlt die Krawatte, aber in diesem grauen Anzug, mit zurückgekämmten Haaren und ernstem Blick hat der Mann mit einem Mal eine andere Aura. Daraus könnte noch etwas werden, ihn auf diese Weise älter und seriöser wirken zu lassen – schon, um ihn gegenüber seinem Partner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) besser in Position zu bringen. Wir gehen aber davon aus, dass die Bekleidung in der bewussten Szene einen besonderen Grund hat und ansonsten alles beim alten bleibt, mit der Rollenverteilung: Für eine etwas aufgesetzte Art von Kultiviertheit ist der Rechtsmediziner zuständig, fürs sehr Bodenständige der Hauptkommissar.

Der Titel des 21. Falles von Thiel und Boerne wird gestellt von einem hinkenden Zuhälter und trotz der Tatsache, dass eine Polizistin ums Leben kommt, gehen die Mundwinkel gleich wieder in die Breite – wir erwarten skurrile Figuren, dieses Mal nicht aus Boernes Milieu der Akademiker und Unternehmer, sondern aus der Halbwelt. Ein Tatort aus Münster muss witzig sein. In besonders guten Folgen hat man es zwar verstanden, Humor und ernste Themen in eine sehr interessante Synthese zu bringen, aber meist dominiert der … soll man schreiben, Klamauk?

Die Drehbücher bzw. Fälle der Münsteraner sind in der Regel nicht am oberen Rand der Möglichkeiten angesiedelt, das Kriminalistische betreffend, weil Agieren der beiden Hauptdarsteller miteinander und mit ihren Teammitgliedern so viel Spielzeit in Anspruch nimmt. Da aber dieses Team als Komödiantentruppe erstklassig funktioniert, stört man sich nur dann an den Schwächen der Fälle, wenn eben das Komödiantische nicht so richtig funktioniert – selbstverständlich gibt es Schwankungen zwischen den Folgen.

“Herrenabend” war die erste Erstausstrahlung eines Münster-Tatortes, die wir für den Wahlberliner rezensiert haben und eine, die uns ins Nachdenken über die Weiterentwicklung des berühmten Ermittlerduos brachte. “Zwischen den Ohren” gefiel uns besser und wir freuen uns auf die Nummer 21. Ob die Fälle gut sind oder weniger, die beiden Premieren-Sonntagabende mit Thiel und Boerne zählen für uns zu den wichtigen Fernsehereignissen des Jahres. Wir werden am 11. März dabei sein und für unsere Leser berichten.

Handlung, Besetzung, Stab

Kommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne ermitteln im Fall einer ehemaligen Kripo-Beamtin, die auf offener Straße tot aufgefunden wurde – nur mit einem Slip bekleidet. Am Leichnam der Frau hat Boerne keine Spuren von Gewalt feststellen können.

Kommissar Frank Thiel von der Mordkommission übernimmt trotzdem: Denn warum ist Katja Braun fast nackt auf die Straße gelaufen und stirbt dann an Herzversagen? Bei der Kripo ist das Opfer keine Unbekannte. Früher war Katja Braun Polizistin. Jetzt weist ihr Tod Parallelen zu einem Fall auf, in dem sie selbst einmal ermittelt hatte. Eine Prostituierte war damals erdrosselt worden. Als dringend tatverdächtig galt deren Zuhälter Heinz Kock, wegen seiner Gehbehinderung in der Szene auch als Heinz Hinkebein bekannt. Kurz vor seiner Festnahme war er untergetaucht. Hat er sich nun an der ehemaligen Kommissarin gerächt? Oder ist Katja Brauns Tod doch mehr ihrem Alkoholproblem zuzuschreiben? Dadurch war auch das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann Jörg Braun und zu ihrer Tochter Marie offensichtlich sehr angespannt.

Derweil versucht sich eine Delegation russischer Polizeibeamten unter Aufsicht des Polizei-Pressesprechers Michael Hausner mit den hiesigen Ermittlungspraktiken vertraut zu machen.

Besetzung und Stab

Besetzung
Rolle Darsteller
Frank Thiel Axel Prahl
Prof. Karl-Friedrich Boerne Jan-Josef Liefers
Nadeshda Krusenstern Friederike Kempter
Silke Haller “Alberich Christine Urspruch
Staatsanwältin Klemm Mechthild Großmann
Herbert Thiel Claus D. Clausnitzer
Andrej Alexander Milo
Michael Hausner Arndt Schwering-Sohnrey
Marie Michelle Barthel
Braun Ole Puppe
Katja Braun Tanja Schleiff
Heinz Kock Wolfram Koch
Mutter Kock Ilse Strambowski
Spusi Ernst Ingo Tomi
Stab
Regie: Manfred Stelzer
Buch: Stefan Cantz und Jan Hinter
Kamera: Tomas Erhart

(Handlung, Besetzung, Stab: DAS ERSTE)

dWB/AP/12-02-19

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