Frau ohne Gewissen (Double Indemnity, USA 1944) – Vorschau ARTE 16.01.2012, 21:45 Uhr

Geschrieben am 9. Januar 2012

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12-01-09 Double Indemnity

Der beste Film noir?

Der Frage werden wir in einer Woche nachgehen – ob der Mord mit integriertem Vesicherungsbetrug, den Billy Wilder mit Barbara Stanwyck, Fred MacMurray und Edward G. Robinson in den Hauptrollen verfilmt hat, der beste schwarze Krimi aller Zeiten ist.

Wenn Zigtausende von Filmfans aller Nationen, vereint als Nutzer der IMDb (Internet Movie Database) ihn beinahe 70 Jahre nach seinem Erscheinen zu den etwa 50 besten Filmen überhaupt zählen, muss er ein Klassiker sein.

ARTE strahlt den Film dankenswerterweise am 16. Januar 2012 aus. Der Dank ist uns auch deshalb wichtig, weil wir bekennen – wir haben diesen Film noch nie gesehen, was sich eigentlich nicht gehört, wenn man generell am großen Kino interessiert ist. Also werden wir die Rezension sofort nach unseren ersten Eindrücken schreiben. Oder am Tag danach, mit etwas Abstand, denn der Film wird für die Verhältnisse Berufstätiger doch etwas spät gezeigt.

Zuvor (um 20:15 Uhr) zeigt ARTE “Die Lady von Shanghai” von Orson Welles aus 1947 – das ist der Thriller mit der berühmten Schussszene im Spiegelkabinett und ebenfalls einer der großen Films noir. Allerdings bleibt er fragmentarisch. Auch die Version, die am 16. Januar zu sehen sein wird, ist in etwa die stark gekappte Version, die man seinerzeit in die Kinos gebracht hat (die ursprüngliche Fassung, der Director’s Cut, wenn man so will, war 150 Minuten lang!). Welles’ Filme sind ja beinahe alle auch Tragödien der Kunst, verstümmelt und entweiht, aber vermutlich auf diese Weise den Zuschauern etwas zugänglicher. Glaubten die Studioverantwortlichen jener Tage zumindest.

Die Ähnlichkeit der Plots des Welles- und des Wilder-Filmes sind unverkennbar (siehe unten) und haben zu ganz verschiedenen Ergebnissen geführt, atmosphärisch und stilistisch. Es ist hochinteressant, diese beiden wichtigen Filme direkt miteinander vergleichen zu können. Wir werden natürlich auch zu dem Welles-Film eine Rezension schreiben, vermutlich etwas später und dabei der Frage nachgehen, warum “Double Indemnity” ein Erfolg wurde und “The Lady from Shanghai” ein Flop, trotz des Superstars Rita Hayworth in der weiblichen Hauptrolle.

Wir empfehlen deshalb, sie tatsächlich als Double Feature auf ARTE anzusehen, auch wenn das ziemlich viel schweres Schicksal und düstere Atmosphäre für einen Abend ist. Man kann sie aber auch aufzeichnen und sich in jeweils halber Dosis zu Gemüte führen. So werden wir’s wohl aus Zeitgründen halten müssen.

Die Handlung von “Frau ohne Gewissen”:

Der Versicherungsvertreter Walter Neff schleppt sich in sein Büro, um dort ein Geständnis auf Tonband aufzuzeichnen. Er erzählt die Geschichte eines Versicherungsbetrugs, in den er selbst als Mörder verwickelt war:

Eines Tages besucht Neff das Haus von Mr. Dietrichson, damit dieser eine Autoversicherungspolice verlängert. Doch nur seine Frau, Phyllis Dietrichson, ist anwesend. Neff fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Bei einem zweiten Treffen – ihr Mann ist wieder nicht da – fragt sie ihn, ob sie eine Unfallversicherung für ihren Mann abschließen könne, ohne dass dieser davon erführe. Neff ahnt bereits, dass Mrs. Dietrichson Pläne haben könnte, sich ihren Mann vom Hals zu schaffen, und sagt ihr offen, dass er dafür nicht zu haben sei. Später besucht sie ihn zu Hause und überredet ihn, ihren ganzen Charme ausnutzend, dazu, sie bei ihrem Mordplan zu unterstützen. Neff springt darauf an und hat die Idee, einen Zugunfall zu inszenieren, weil die Versicherung in einem solchen Fall die doppelte Summe (engl.: double indemnity), nämlich 100.000 Dollar, zahlen würde.

Um den Vertrag unbemerkt abschließen zu können, legt Neff Mr. Dietrichson zunächst die Autoversicherungspolice und kurz danach eine Kopie vor, die er beide unterschreibt. Er weiß nicht, dass es sich bei der Kopie tatsächlich um seine Unfallversicherung handelt. Bei dieser Gelegenheit lernt Neff auch die Stieftochter von Phyllis, Lola Dietrichson, kennen und fährt sie ins Kino. Sie erzählt ihm, dass sie sich heimlich mit ihrem Freund Nino trifft.

Die weitere Planung des Mordes machen Neff und Phyllis unter Geheimhaltung – so treffen sie sich ausschließlich im Lebensmittelladen und telefonieren nur über Telefonzellen. Unerwarteterweise bricht sich Mr. Dietrichson das Bein, aber Phyllis hat dennoch einen Zug für ihn gebucht. Am Tag der Abreise sichert Neff zunächst sein Alibi ab und versteckt sich dann im Auto von Phyllis. Die beiden steigen ein, und kurz vor dem Ziel gibt Phyllis ein Hupzeichen, woraufhin Neff ihren Mann von hinten erdrosselt. Er zieht sich dessen Kleidung an, samt Krücken, und steigt unerkannt in den Zug. Auf der hinteren Plattform sitzt ein Mann, der das Gespräch mit Neff sucht, doch Neff wimmelt ihn ab. In einem unbemerkten Moment springt er dort vom Zug, wo Phyllis bereits auf ihn wartet. Sie legen die Leiche von Mr. Dietrichson auf die Schienen.

Nach Bekanntwerden des Falls wird ausgerechnet Neffs Kollege und Freund Barton Keyes mit der Untersuchung der näheren Umstände beauftragt. Er ist zunächst felsenfest davon überzeugt, dass es sich um einen Unfall handelte, während Norton, der Chef der Gesellschaft, Selbstmord vermutet. Neff fühlt sich sicher, bis Keyes auf einmal eine neue Vermutung hat: Mord. Von Lola, die im Büro des Versicherungsunternehmens erscheint, erfährt Neff, dass Phyllis die leibliche Mutter ihrer Stieftochter umgebracht habe, um deren Vater heiraten zu können. Als Keyes an einem anderen Tag Neff in sein Büro bittet, wird dieser mit einem neuen Problem konfrontiert: Der Mann, der ihn auf der Plattform des Zuges gesehen hatte, will aussagen. Er ist sich sicher, dass der Mann jünger war als Mr. Dietrichson, aber er erkennt Neff nicht. In einem geheimen Treffen erklärt Neff Phyllis den Ernst der Lage, außerdem konfrontiert er sie mit den Anschuldigungen ihrer Stieftochter. In der folgenden Zeit trifft sich Neff auch öfter mit Lola, dabei erzählt sie ihm, dass Phyllis sie mit Nino betrüge. Gleichzeitig ist Nino auch der Hauptverdächtige in den Augen der Ermittler, da er Phyllis täglich besucht haben soll. Langsam keimt in Neff der Wunsch, Phyllis loszuwerden.

Bei einem letzten Besuch, den er Phyllis zu Hause abstattet, will er sie umbringen. Doch auch sie hat einen Plan: Sie will zuerst Neff und dann ihre Stieftochter töten um schließlich Alleinerbin ihres toten Ehemanns zu werden. Sie schießt zuerst auf ihn, trifft ihn aber nicht tödlich. Plötzlich wirft sie sich ihm um den Arm, als würde sie ihn doch lieben. Kaltblütig erschießt Neff sie.

Am Ende des Geständnisses tritt Keyes ins Büro. Neff, der sein Schicksal nicht wahrhaben will, versucht die Flucht zu ergreifen, schafft es mit seiner Wunde jedoch gerade einmal bis zur Tür und bricht zusammen.

Die Handlung von “Die Lady von Shanghai”:

In New Yorks Central Park trifft der irische Matrose Michael O’Hara auf eine schöne wie geheimnisvolle Frau in einer Kutsche. Nachdem Diebe versuchen sie auszurauben und Michael ihr das Leben rettet, lässt sie sich von ihm ein Stück kutschieren. Sie heißt Elsa und ist mit dem bekannten Anwalt Arthur Bannister verheiratet. Am darauffolgenden Tag bietet Bannister, der aufgrund einer Behinderung stets mit Krücken läuft, Michael einen Job auf seiner Yacht an. Dieser zögert zunächst das Angebot anzunehmen, doch als auch Elsa ihn darum bittet, sagt er schließlich zu.

Von New York aus sticht die Yacht mit Namen Circe in Richtung San Francisco in See. Unterwegs kommt auch Bannisters Geschäftspartner George Grisby mit an Bord. Während der Fahrt verfällt Michael zunehmend den Reizen von Elsa, die, wie er später erfährt, den verkrüppelten und weit älteren Bannister einst nur geheiratet hatte, weil dieser drohte, ihre zweifelhafte Vergangenheit in Shanghai zu enthüllen. Elsa lässt sich zwar auf eine Liaison mit Michael ein, schließt aber aus finanziellen Gründen eine Scheidung von ihrem wohlhabenden Mann aus. Kurz nachdem die Yacht vor der mexikanischen Küste vor Anker geht, bemerken Michael und Elsa, dass sie von Sidney Broome, dem Steward der Yacht, beobachtet werden. Dieser wurde von Bannister engagiert, um ein Auge auf Elsa zu werfen.

In Acapulco zieht Grisby Michael ins Vertrauen und erzählt ihm, dass er auf der Reise seinen eigenen Mord vortäuschen will, damit er das Geld seiner Lebensversicherung kassieren und anschließend verschwinden kann. Er erklärt Michael alle Einzelheiten und bietet ihm 5.000 Dollar an, wenn er sich der Polizei gegenüber als Mörder ausgibt. Grisby versichert Michael, dass er nicht für Mord verurteilt werden kann, wenn keine Leiche gefunden wird. Michael unterschreibt schließlich das Geständnis, um mit dem Geld ein neues Leben zusammen mit Elsa zu beginnen. Doch Broome kommt Grisby auf die Schliche und ist überzeugt, dass dessen Vorhaben als Teil eines mörderischen Komplotts gegen Bannister, seinen Auftraggeber, geplant ist. Grisby erschießt daraufhin Broome, der tödlich verletzt Elsa mitteilt, dass Grisby ihren Gatten töten will.

Michael führt derweil seinen Teil des Plans aus und schießt im Hafen drei Schüsse in die Luft, während Grisby in einem Motorboot davonfährt. Doch kurz darauf wird tatsächlich Grisbys Leiche gefunden. Durch sein schriftliches Geständnis wird Michael unverzüglich von der Polizei festgenommen. Als ihn Elsa in seiner Gefängniszelle besucht, erzählt sie ihm, dass Bannister bereit sei, ihn vor Gericht zu verteidigen. Obwohl Michael Bannister nicht vertraut, bleibt ihm keine andere Wahl. Bannister will den Fall jedoch absichtlich verlieren, damit Michael in der Todeszelle landet. Als er dies seinem Mandanten offenbart, sorgt Michael für einen Tumult im Gericht, indem er eine Handvoll Schlaftabletten schluckt, wodurch es ihm gelingt zu fliehen. In einem Theater in Chinatown versucht er sich anschließend zu verstecken. Elsa, die ihm gefolgt ist, findet ihn zwischen den Sitzreihen und bietet ihm ihre Hilfe an. Doch dann entdeckt Michael in Elsas Handtasche einen Revolver und schlussfolgert, dass Elsa die wahre Mörderin sein muss. Als die Wirkung der Schlaftabletten einsetzt und Michael bewusstlos wird, bringen ihn Elsas chinesische Gefolgsleute in einen Vergnügungspark, wo sie ihn beseitigen will. Als er sein Bewusstsein wiedererlangt, wird ihm klar, in was für ein Mordkomplett er geraten ist: Grisby und Elsa planten den Mord an ihrem Mann, um sich daraufhin das Erbe zu teilen. Doch Grisby brauchte ein Alibi, um Bannister zu töten, weshalb er mit Michaels Hilfe seinen eigenen Tod inszenieren wollte. Doch als Broome Grisbys Absichten durchschaute und Elsa befürchten musste, dass Broome die Polizei verständigt und die Spur damit auch zu ihr führen würde, beschloss sie Grisby umzubringen.

In einem Spiegelkabinett wird Michael daraufhin Zeuge, wie sich Elsa und Bannister gegenseitig erschießen. Zuvor hatte Bannister dafür gesorgt, dass der Staatsanwalt einen Brief erhält, in dem er ihm alles über Elsas Schuld und ihre Vergangenheit berichtet und damit Michael entlastet. Mit ihren letzten Worten ruft Elsa Michael verzweifelt hinterher, als dieser im Begriff ist, den Vergnügungspark zu verlassen.

(Beide Handlungen aus WIKIPEDIA – Der Wahlberliner unterstützt WIKIPEDIA).

dWB/AP/12-01-09

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