Die Berlin-Wahl in 38 Fragen – Nr. 16: Verlängerung der A100?

Geschrieben am 18. September 2011

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11-09-10 Wahlomat 2

In 38 Fragen gemäß dem “Wahlomat”, den die deutschen Leitmedien in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt haben, wollen wir unseren Lesern bis zur Wahl am Sonntag in einer Woche, dem 18. September 2011, die Positionen der wichtigsten Parteien zu wichtigen Wahlfragen erläutern – und gleichzeitig unsere eigene Haltung offenbaren.

Unser Gesamtergebnis nach der Auswertung des “Wahlomats” und unsere Haltung zu diesem Ergebnis haben wir bereits in diesem Beitrag erläutert. Das Titelfoto des vorliegenden Beitrages gibt das Gesamtergebnis grafisch wieder. Und hier die nächste von 38 Fragen:

Die Meinung der Parteien und unsere Ansicht:
Unsere Meinung neutral
DIE GRÜNEN nein
DIE LINKE nein
PIRATEN nein
SPD ja
FDP ja
CDU ja

Hinweis: Leider müssen wir aus Zeitgründen jetzt auf die farbige, foto-grafische Wiedergabe der Ja/Nein-Tabelle verzichten, dafür bitten wir um Verständnis!

Die Originalforderung lautet: Die Stadtautobahn (A100) soll verlängert werden!

Es stimmt schon, der “innere Ring”, also die Autobahnen A 103, 113, 111, 100, ist von einer Vollständigkeit weit entfernt. Zudem fahren wir in letzter Zeit wieder dienstlich und wohnen in einer Ecke von  Berlin, in welcher die Verlängerung der A100 tatsächlich einen Vorteil und wesentlich entspannteres Fahren mit sich bringen würde. Es wäre eine echte Entlastung nicht nur für uns, sondern auch für die vielbefahrenen Bundesstaßen 1 und 96, würde man den Ring schließen. Zeitvorteile, weniger Stress beim Fahren, weniger Belastung für die Anwohner der Bundesstraßen und deren Nebenstraßen  sowie verbrauchsökologische Vorteile einer Entzerrung liegen auf der Hand.

Dem stehen die Argumente der Natur- und Anwohnerschützer entgegen, die sich in Form einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, die Argumente gibt es hinter diesem Link.

Dort ist die Haltung der SPD im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg allerdings anders angegeben, als wir sie in unserer Übersicht gelistet haben. Der Unterschied dürfte zwischen Bezirks- und Landesebene liegen, ist aber auch nicht ganz untypisch für die in den letzten Jahren vermehrt zu beobachtende Fähigkeit der SPD, sich genau dorthin zu stellen, wo gerade die Sonne der Wählergunst scheint. Aber das Wetter wird immer unberechenbarer und hektische Bewegungen aus opportunistischen Gründen fallen dadurch schnell auf. Dass eine Bezirksgliederung anderer Ansicht ist als der Landesverband, ist nicht per se verwerflich, aber man sollte schon so realistisch sein, den Menschen zu sagen, dass sich selbstverständlich die Landespartei im Ernstfall durchsetzen wird.

Wir verbleiben neutral. Persönlich brächte uns die Verlängerung der A100 erhebliche Vorteile. Wir finden es gar nicht so schick, per Navigation wegen der vielen Baustellen in Berlin durch Wohngebiete geführt zu werden, weil’s dort selbst mit Tempo 30 noch schneller vorangeht als auf den Hauptstraßen, von denen gefühlte 25 % derzeit aufgerissen sind. Da wäre eine konsequent zum Ring ausgebaute Autobahn doch das Richtige (ein solch kompletter Ausbau ist unseres Wissens z. B. im Norden von Berlin noch gar nicht vorgesehen). Aber zunächst einmal. Fertigstellungstellung wäre 2017. Und bis dahin gerade in unserer Gegend bzw. etwas südöstlich davon, jedenfalls dort,  wo wir oft hin oder durch müssen, das blanke Chaos, wie immer, wenn in Berlin eine Baustelle aufgemacht wird.

Dennoch sehen das Thema auch langfristig. Wir meinen, dass der Individualverkehr nicht mehr ansteigen sollte, mit der Hintertür, dass Menschen wie wir, die dienstlich doch wesentlich schneller mit dem Auto als mit jedem anderen Verkehrsmittel vorankommen (auch, weil sie oft ins Umland müssen), keinen Individualverkehr privater Natur  produzieren. Wir fahren privat innerhalb von Berlin immer U-Bahn, S-Bahn und auch mal mit dem Bus. Tendenziell sollte mit weiter steigendem Umweltbewusstsein also der Individualverkehr nicht mehr zunehmen. Berlin hat heute schon die mit Abstand geringste Autodichte pro Einwohner im gesamten Bundesgebiet, diese Quote stieg in den letzten Jahren nicht oder nur wenig an.

Bleibt der gewerbliche Verkehr in Form von Gütertransporten. Die Frage der Relation Kosten und Nutzen haben wir uns nicht gestellt, deshalb ja auch unsere neutrale Haltung. Wir verstehen die Argumente beider Seiten gut und sind froh, nicht in einer Position zu sein, in der wir über das Projekt A100-Verlängerung entscheiden müssen.

dWB/AP/11-09-18

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