Staatsschulden in Europa – Die Krise in Zahlen

Geschrieben am 8. August 2011

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07-10-12 Brandenburger Tor bea1 sw

Wir führen unsere Berichterstattung zur Schuldenkrise in Europa fort – mit Fakten zu den Schuldenständen in allen europäischen Ländern.

Die Länder sind gelistet nach den durchschnittlichen Haushaltsdefiziten der letzten zehn Jahre, die Bösen zuerst, die Guten stehen unten. Von den wirklich guten sind viele bezeichnenderweise keine Euroländer.

Wir weisen darauf hin, dass es sich hier z. B. in Deutschland nur um Schulden auf der “oberen Ebene”, also des Bundes, handelt. Was die übrigen Gliederungen, die Länder und Kommunen, noch zusätzlich angehäuft haben, ist nicht einmal Gegenstand dieser Betrachtungen .

Gerade der deutsche Staatsschuldenstand, der die Maastricht-Vorgabe von 60 % des jährlichen BIP (Bruttoinlandsprodukts) in 2010 bereits um mehr als 20 % überschritt, wäre unter Einbeziehung der schuldenbelasteten deutschen Länder und Kommunen noch einmal dramatisch höher, vermutlich um ca. 40 %.

Das heißt, zu den gegenwärtig ca. 2.05 Billionen Euro Bundesschulden kämen noch einmal mehr als 800 Milliarden Euro Schulden der Länder und Kommunen hinzu, insgesamt nähert sich Deutschland damit einer Staatsverschuldung von 3 Billionen Euro – das sind mehr als 100 % des BIP, das 2011 vermutlich erreicht werden wird.

Man darf davon ausgehen, dass auch in anderen Ländern die nachgeordneten Verwaltungsgliederungen eigene Schuldenberge angehäuft haben, die nicht als “Staatsschulden” in diese Tabelle einfließen und somit die wirklichen Schulden Europas noch einmal wesentlich höher liegen, als hier dargestellt. Zudem sind bekanntermaßen einige Freunde in Europa Meister darin, ihre Schuldenberge zu kaschieren. Die Deutschen müssen sich diesbezüglich allerdings nicht für besser halten.

Ungeheure Summen aus Bankenschulden und andere Subventionslasten werden grundsätzlich nicht in die offzielle Schuldenstatistik aufgenommen, sondern in groteskerweise “Sondervermögen” genannte Schattenhaushalte überführt, zu denen auch die Bad Banks gehören, welche durch die Bankenkrise erzeugt wurden. Die Gesamthöhe dieser tickenden Zeitbomben ist kaum zu recherchieren, und das ist gewollt. Würde man auch sie richtigerweise den Staatsschulden zuordnen, weil der Steuerzahler für sie aufkommen muss, wäre Deutschland nach allen vernünftigen Kriterien kein “AAA”-Land mehr, weil dieser Schuldenberg vermutlich niemals ohne einen Währungsschnitt, heißt, mit erheblichen Verlusten für die Gläubiger Deutschlands wird abgetragen werden können.

Zudem würde eine solche Maßnahme den überwiegenden Teil des deutschen Vermögens in privater, institutioneller und unternehmerischer Hand vernichten, mindestens seinen Anteil in eigener Währung. Das gab es im 20. Jahrhundert schon zweimal. Das letzte Mal ist über 60 Jahre her und mündete immerhin in eine außergewöhnlich stabile Währung. Diese Währung hat man ohne Not preisgegeben. Die gerechte Strafe dafür, auch für die Bürger, die das alles klaglos hingenommen haben, wäre der dritte Vermögensschnitt innerhalb von 90 Jahren. Am besten werden auch diesen Schnitt, wie jeden zuvor, die sehr Reichen überstehen, die weltweit in allen möglichen, auch sicheren Anlageformen investiert sind.

Hier nun die Tabelle der “offiziellen Staatsschulden auf oberster Ebene” aller europäischen Länder:

Quelle: Wikipedia (gemeinfrei) - durch Anklicken vergrößert sich die Darstellung

dWB/AP/11-08-08

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