Häufige Suchanfragen von heute befassen sich mit der Suche nach den Ländern der Welt, die noch das höchste Bonitätsrating “AAA” genießen. Wie wir wissen, hat in einer historischen Entscheidung die führende Agentur “Standard & Poor’s” heute die USA erstmalig aus diesem Rating auf AA+ herabgestuft.
Aktualisierter Beitrag vom 1.12.2012.
Neuer Beitrag vom 08.08.2011: Die Bonität der Länder der Eurozone.
Wer sind nun die Glücklichen, die noch höchste Kreditwürdigkeit genießen? Wir listen alphabetisch die Länder, die sowohl von Standard & Poor’s als auch von Moody’s, der zweitwichtigsten Ratingagentur der Welt, das “AAA” für höchste Bonität zugewiesen bekommen und geben eine kurze Einschätzung zu all diesen Ländern ab. Die Einschätzung basiert auf der Annahme, dass es zumindest vorerst nicht zu einem Totalcrash der Weltwirtschaft kommt, von dem kein Land verschont bliebe.
Hier die Liste aller größeren Länder mit AAA-Bewertung:
Australien: Sehr sicheres AAA
Die Flutkatastrophe zu Beginn des Jahres hat das Land zwar in die Schlagzeilen gebracht, aber seine solide Verfassung nicht erschüttert. Viele Rohstoffe, kleine, aber wachsende Bevölkerung von derzeit ca. 22 Millionenen Einwohnern, die sich nicht in einem riesigen Land verlieren, sondern sich auf einige sehr prosperierende, sozial und von der Lebensqualität gesunde Städte konzentrieren, eine lächerlich geringe Schuldenquote von ca. 22-23 % des Bruttoinlandsproduktes. Wer nach Australien auswandert, wird vermutlich auf längere Sicht nichts von den Problemen zu spüren bekommen, die sich in Europa und den USA auftürmen.
Dänemark: Sehr sicheres AAA
Dänemark hat die Krone nicht gegen den Euro getauscht, verfügt, wie alle skandinavischen Länder, über einen hohen individuellen Wohlstand und eine sehr gute Arbeitsmarktpolitik. Die Bevölkerung ist erstklassig ausgebildet, die Staatsschulden liegen bei moderaten 47 % des BIP (2010). Derzeit sind die Immobilienpreise hoch, das Wirtschaftswachstum hingegen nur Mittelmaß. Aber die Entwicklung ist solide und wird es bleiben. Aufpassen an der Grenze, Dänemark hat ernst gemacht mit schengen-widrigen Kontrollen. Aber wenn man drüben ist, merkt man, wie gut die skandinavische Luft in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht ist – fährt man weiter Richtung Norden, nach Schweden und Norwegen, verstärkt sich der Effekt.
Deutschland: Noch sicheres AAA
Die Deutschen werden zwar nicht wirklich gemocht, dafür aber stark überschätzt. Das wird ihnen noch für einige Zeit günstige Zinsen bei der Staatsschuldenfinanzierung sichern. Als Kopf der Eurozone, deren Wohl stärker an Deutschlands Wirtschaftskraft gekoppelt ist als an die irgendeines anderen Landes, hängt die weitere Entwicklung Europas sehr stark von der hiesigen Politik ab. Lediglich Frankreich hat hier eine ähnlich wichtige Position. Dieser deutsche Einfluss macht uns skeptisch.
Strukturprobleme, demografische Probleme, Probleme durch die sehr unterschiedliche Wirtschaftskraft einzelner Regionen, Bildungsprobleme aufgrund mangelhafter Entwicklung des Potenzials großer Bevölkerungsgruppen, die Undurchlässigkeit der sozialen Schichten stehen einer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber, die kurzfristig durch hartes Lohndumping zurückgewonnen wurde, nicht in erster Linie durch technologische Wunder oder eine groß angelegte Bildungsoffensive. Technisch vor allem im Bereich der Investitionsgüter in vielen Bereichen noch führend, hat das Land enorme Probleme zu schultern, die es nach außen offenbar gut kaschiert, sonst würde die internationale Wirtschaftspresse nicht von einem langfristig sicheren AAA ausgehen. Die OECD-Vergleiche sprechen schon eine realistischere Sprache – beim Gesamt-Lebensstandard liegt Deutschland gerade noch im Mittelfeld der entwickelten Industrieländer.
Die Verschuldungsquote des Staates (nur Bund) liegt bei über 80 % des jährlichen BIP und ist durch die Bankenkrise stark angestiegen. Eine Rückkehr zur Maastricht-Quote von höchstens 60 % des BIP ist nicht zu erwarten, angesichts diverser Rettungsschirme und anderer Transferleistungen, an denen Deutschland sich bereits beteiligt und weiterer, die sich bereits abzeichnen. Die sehr hohe Exportquote macht das Land außerdem anfällig für Konjunkturschwankungen in anderen Weltregionen.
Jährlich verlassen rund 150.000 meist überdurchschnittlich gebildete und ausgebildete Personen das Land, weil sie woanders bessere Chancen sehen. Per Saldo verzeichnet Deutschland seit Jahren eine Minderung an Kompetenz und Humankapital durch eine zu geringe Geburtenrate und durch Abwanderung – die strukturellen Probleme zu beheben, würde erhebliche, kostenintensive Reformen erfordern, die aber derzeit wegen der europäischen Gesamtlage nicht machbar sind. Deutschland zehrt von seiner Substanz und das wird irgendwann auch auf seine Bonität durchschlagen.
Finnland: Gefährdetes AAA
Das einzige skandinavische Land, das sich ins Euro-Abenteuer hat einbinden lassen, zahlt jetzt dafür. Als man sich darauf einließ, hat man wohl an Nokia und den Export gedacht, aber genauso wenig wie in Deutschland ist der Euro auch in Finnland ein echtes Export-Triebmittel.
Noch ist Finnland nicht schlecht aufgestellt, die Verschuldungsquote des Staates ist mit ca. 52 % nicht einmal über dem Maastricht-Kriterium von 60 %, das von den meisten anderen Euroländern, auch von Deutschland, locker gerissen wird. Aber vor der Bankenkrise waren es nur 34 % und die Rezession von 2008-2009 hat in Finnland ein so tiefes Loch gerissen wie kaum in einem anderen Land weltweit.
Seitdem erholt sich die Wirtschaft zwar mit ähnlichen Raten wie in Deutschland, was für europäische Verhältnisse viel ist, aber der Stand von 2008 ist noch nicht erreicht. Trotz gemäß PISA-Studien hervorragender Bildungspolitik ist Finnland nicht so breit aufgestellt wie andere nordische Länder und anfälliger für Weltwirtschaftsrisiken.
Frankreich: Noch sicheres AAA
Wir schätzen Frankreich ähnlich ein wie Deutschland. In der Bankenkrise weniger Rezession, dafür jetzt langsamere Erholung, über die letzten Jahre etwa Gleichstand. Zuvor aber hatte sich Frankreich zäh an Deutschland herangearbeitet und alle diplomatischen Mittel genutzt, um sich einflussreich zu positionieren. Eine französische Stärke ist die professionelle ENA-geschulte Garde von Spitzenpolitikern, die dafür sorgt, dass das Land weltweit überrepräsentiert ist; fachlich sind französische Politiker deutschen weit überlegen und können damit die kleinere Volkswirtschaft locker ausgleichen, wenn es um die Durchsetzung von Interessen geht. Von Frankreich wird mehr als von jedem anderen Land das weitere Gelingen des Euros abhängen, nicht nur, weil der Chef der EZB derzeit Franzose ist.
Das heißt aber auch, dass Frankreich dank seines Einflusses viel falsch machen kann, wenn es zu sehr auf nationale Interessen setzt. Überdies ist es durch sein Bankensystem stark in die Schuldenpolitik anderer Länder verstrickt, auch in die der USA. Das heißt, eine weitere Degradierung der USA würde auch Frankreich treffen und dessen AAA gefährden. Der französische Schuldenstand und das Haushaltsdefizit sind von allen AAA-Ländern während der Bankenkrise am stärksten angestiegen, auch 2011 und 2012 ist nicht zu erwarten, dass die Neuverschuldung wieder die Maastricht-Kriterien von 3 % des jährlichen BIP wird einhalten können.
Das ist ein Disziplinmangel, der von den Ratingagenturen bestraft werden könnte. Zudem hat Frankreich einen noch größeren Reformstau als Deutschland und wie Deutschland kein effizientes System zur sozialen Integration. Einzig die Demografie ist für europäische Verhältnisse hoffnungsvoll: Frankreich hat die höchste Geburtenrate in der EU und kann etwas gelassener mit der Generationenfrage und der künftigen Finanzierung der Renten und des Gesundheitssystems umgehen als Deutschland.
Großbritannien: Sehr gefährdetes AAA
Dass Großbritannien sein AAA durch die Bankenkrise hindurch halten konnte, die das Land härter traf als irgendeine anderer der großen europäischen Volkswirtschaften, hat es wohl vor allem der Tatsache zu verdanken, dass es nicht zur Eurozone gehört und damit eine unabhängige Währungspolitik fahren kann. Die Geldpolitik ist demgemäß, ähnlich wie in den USA, sehr expansiv, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, aber auch die Schulden sind dementsprechend gestiegen. Bei der Gesamtverschuldung in % des BIP hat das Vereinigte Königreich im Jahr 2010 sogar Deutschland überholt, vor der Bankenkrise lag es deutlich besser. Bedenklich aber ist vor allem das sehr hohe Haushaltsdefizit, das beinahe südeuropäische Ausmaße erreicht, Besserung nicht in Sicht. Ein Land, das es nicht schafft, seine jährlichen Fehlbeträge auf weniger als 7 % der Wirtschaftsleistung zu drücken, kann auf Dauer kein AAA behalten.
Zudem ist die Verflechtung mit den USA erheblich und da nun die USA herabgestuft wurden, wird Großbritannien wohl als nächstes Land sein AAA verlieren, wenn die Verhältnisse sich nicht insgesamt dramatisch verbessern, wonach es nicht aussieht.
Zudem holt das Land, das 2009 ähnlich tief in die Rezession gerutscht war wie Deutschland, nicht entsprechend auf. Die Wachstumsraten der ganz auf Finanzdienstleistungen ausgerichteten britischen Wirtschaft sind bescheiden. Was in den 80ern und 90ern ein Ausweg aus der damaligen Strukturkrise war, erweist sich jetzt als Menetekel: Die, nicht wie in Deutschland oder Frankreich, schrittweise, sondern radikal schnelle Preisgabe des Produktionssektors unter härtesten sozialen Einschnitten zugunsten der Finanzwirtschaft. Diese konsequente, aber einseitige Umorientierung ist jetzt, wo die Finanzwirtschaft weltweit unter Druck steht, die Schwäche des Landes. Vielleicht kann es unter dem Preis rigoroser Abwertung seiner Währung das AAA noch eine Zeit sichern, aber wir glauben nicht an eine dauerhafte Unabhängigkeit von den Entwicklungen in den USA.
Kanada: Sehr sicheres AAA
Eines der stabilsten Länder überhaupt, ähnlich wie Australien: Zweitgrößte Fläche weltweit, reich an Rohstoffen, viel Platz für die ca. 34 Millionen Einwohner. Sehr konsequent an Qualität ausgerichtete Einwanderungspolitik, hohe Eintrittshürden für die Einbürgerung. Zwar mit der US-Wirtschaft eng verknüpft, aber ohne deren Schuldenprobleme und ohne die Immobilienblase, die in den USA 2008 die Bankenkrise ausgelöst hat, dafür weitaus besseres soziales Netz als der südliche Nachbar und kaum Gewaltverbrechen. Gepflegte Schuldenquote von 34 % des BIP im Jahr 2010. Wer es schafft, da reinzukommen, der macht als Auswanderer nichts falsch, das Land ist eines der unabhängigsten der Welt. Einzig die zeitweiligen Abspaltungstendenzen der frankophonen Provinz Québec sorgen für ein wenig Spannung, aber wir glauben nicht, dass Kanada auseinanderbrechen wird.
Niederlande: Sicheres AAA
Solange das Meer nicht zu sehr ansteigt und die Deiche halten, kann Holland nicht viel passieren. Das Land ist sowohl als Technikexportnation wie auch im Dienstleistungssektor, besonders bei den Banken, sehr gut aufgestellt, die niederländische Finanzwirtschaft litt zudem etwas weniger unter der Rezession als z. B. diejenige in Großbritannien, wenngleich zwei Banken teilverstaatlicht werden mussten.
Die Bevölkerung gilt als gut ausgebildet und die Migranten sind weitaus besser integriert als zum Beispiel in Deutschland. Holland ist dort liberal, wo man es sich leisten kann. Umso erstaunlicher die Rechtstendenzen der jüngsten Zeit, die aber keinen Einfluss auf das AAA-Rating haben werden.
Die Niederlande gehören zur Euro-Zone, sind der wichtigste Handelspartner Deutschlands und haben eine Schuldenquote von ca. 65 % des BIP – über der ursprünglich vorgesehenen Grenze von 60 %, aber seit Jahren und trotz deutlicher Rezession in der Krise von 2009 hat sich der Schuldenstand beinahe stabil gehalten. Hohes BIP pro Kopf, für Eurozonen-Verhältnisse, Gründungsland der römischen Verträge von 1957 und eines der Länder, die mit Deutschland so kompatibel sind, dass eine Währungsunion auch ohne Wirtschafts- und Steuerunion weiterhin bestehen sollte, in dem Fall, dass andere Länder nicht mehr im Euro gehalten werden können.
Norwegen: Besonders sicheres AAA
Solange noch Öl fließt, wird Norwegen ein AAA haben. Das eigentlich karge Land ist eine der reichsten Nationen der Welt geworden, seit es die Nordsee angezapft. Und man denkt schon an die Zeit danach, indem man einen Staatsfonds anlegt, in den permanent eingezahlt wird und der weltweit investieren kann. Wir halten es für denkbar, dass Norwegen, von kleinen Steueroasen abgesehen, das erste Land sein wird, in dem die Menschen im Wesentlichen nur noch von Vermögen leben, nicht mehr von Arbeit.
Aber auch das einzige. Voraussetzung auch hierfür ist natürlich die Bewahrung eines vermögensbasierten Wirtschaftssystems. Laut HDI-Rang (Human Development Index) ist Norwegen vor Australien und Neuseeland das am besten entwickelte Land der Welt, führend in beinahe allen Fragen des Lebensstandards. Etwas kühles Klima, aber offen für deutsche Arbeitskräfte, die den hiesigen Niedriglohnbedingungen entkommen und erfahren möchten, wie schön es sein kann, in einem komplett funktionierenden und zukunftssicheren Sozialwesen zu leben.
Durch die Juli-Anschläge ist das erst 1905 von Schweden unabhängig gewordene Land erstmalig seit sehr langer Zeit in die Schlagzeilen geraten. Das beweist, dass auch Norwegen nicht vor Gefahren sicher ist und dass gute Zustände nicht automatisch dazu führen, dass es keine verblendeten Menschen gibt. Doch diese Ereignisse, so erschütternd sie sein mögen, werden weder das AAA beeinflussen, noch die Nation destabilisieren.
Österreich: Sicheres AAA
Starke Vernetzung nach Osteuropa, hohe Dienstleistungsorientierung – aber zum einen EURO-Land und ähnliche Bevölkerungsstrukturprobleme wie Deutschland, auch die Verschuldungsquote liegt ähnlich hoch. Das Triple A ist vermutlich an das von Deutschland gekoppelt. Sollte Deutschland seines verlieren, wäre auch Österreichs Bestbewertung in Gefahr, da die Wirtschaft sehr eng mit der deutschen verflochten ist. Österreich hat weniger Strukturprobleme als Deutschland, setzt Reformen oft schon vorauseilend um, die in Deutschland wesentlich notwendiger wären, hat bislang nicht die harten Einschnitte in den Lebensstandard der Bevölkerung hinnehmen müssen, welche die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren wieder wettbewerbsfähiger gemacht haben.
Das Risiko ist das gleiche wie bei allen EURO-Ländern, die zudem im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung zu den Einzahlern in die Rettungsschirme und sonstigen Transfers gehören. Kommt die europäische Schuldenkrise nicht in den Griff, hängt auch Österreich mit drin, daher nur ein “sicheres”, kein sehr sicheres AAA.
Singapur: Sehr sicheres AAA
Das einzige südostasiatische Land mit diesem Ranking – berüchtigt für seine penible Sauberkeit und Konformität, aber auch ein Stadtstaat von ca. 5 Millionen Einwohnern, der eine sehr sichere und als seriös geschätzte Businessplattform für ganz Asien darstellt. Beim BIP pro Kopf und beim HDI liegt Singapur knapp hinter Deutschland, ist sozial sehr ruhig, auffällig ist die scheinbar hohe Schuldenquote von ca. 113 % des jährlichen BIP – allerdings ist die Verschuldung nicht mit der zum Beispiel der europäischen Länder oder der USA zu vergleichen, weil das Kapital überwiegend im eigenen Land zirkuliert – gemäß CIA-Factbook hat Singapur seit den 1980er Jahren keine Auslandsschulden mehr gemacht. Das Risiko der sehr auf Dienstleistungsexport ausgelegten Wirtschaft liegt in der ökonomischen Entwicklung der asiatischen Partner und – wie überall in Südostasien darin, dass Naturkatastrophen einen nicht zu unterschätzenden Einflussfaktor bilden.
Schweden: Sehr sicheres AAA
Eine deutsche Königin, aber eine eigene, solide Währung, nur 40 % Staatsdefizit-Quote, kaum Arbeitslosigkeit und auch nach der einen oder anderen konservativen Revision immer noch eines der besten Sozialsysteme der Welt. Auch wenn Schweden nicht ganz die extrem guten Kennzahlen des Nachbarn Norwegen erreicht – oder gerade deswegen – ist es einer unserer absoluten Favoriten als Land mit erstklassiger Bontität und sympathisches Auswanderungsziel für Deutsche, die gerne gutes Geld für ihre Arbeit verdienen und in einem funktionierenden Gemeinwesen leben wollen, dessen Mentalität der deutschen zudem nicht ganz unähnlich ist.
Schweden schafft ohne Bodenschätze beinahe die Zahlen, die Norwegen ölgetrieben erreicht hat, ist seit vielen Jahren eine Art Gesamtkunstwerk an Qualität und erstklassiger Administration. Die Tradition als Exportland ist ebenso stark wie die soziale Ausstrahlung, der Gesamt-Lebensstandard in Schweden ist einer der höchsten weltweit. Wie in vielen Ländern mit sicherer Aufstellung, sind Arbeitsklima und Umgang mit Humankapital im Allgemeinen weitaus besser als in Deutschland. Ein Land, das sich nach unserer Ansicht gut an veränderte Bedingungen der Weltwirtschaft anpassen wird, wie es das bisher auch getan hat und ein Modell dafür, wie ein freiheitlich-demokratisches System mit grundsätzlich kapitalistischer Wirtschaftsordnung dennoch Wohlstand für beinahe alle Einwohner schaffen kann.
Schweiz: Sehr sicheres AAA
Was Deutschland nicht konnte, ist für die Schweiz nach wie vor wichtig und richtig: die Neutralität zu wahren. Sich nicht in Dinge hineinziehen zu lassen, die unüberschaubar werden können. Das Geld der Welt einsammeln und nebenbei Präzisionsmechanik bauen, das ist das Bild, das man von der Schweiz hat – und es stimmt weitgehend, zumindest, wenn man die deutsche Schweiz als Vorbild nimmt, in der es kaum Arbeitslosigkeit, aber sehr viele gut ausgebildete und gut verdienende Menschen gibt.
Es wäre logisch für Deutsche, die etwas erreichen wollen, dorthin auszuwandern, wenn es nicht Grenzen der Aufnahmefähigkeit gäbe und der höhere Lebensstandard seit einiger Zeit auch mit hohen Preisen für die Lebenshaltungskosten einhergeht. Die Schweiz war einmal das reichste Land der Welt, das ist Vergangenheit, man hat sich die Neutralität durchaus etwas kosten lassen. Aber die Verschuldungsquote des Staates ist gerade einmal halb so hoch wie in Deutschland und es gibt keine wirklichen Strukturprobleme, weil das Sozialwesen extrem integrationsorientiert ist – und die uralte Tradition der direkten Demokratie zwar für manch seltsames Einzelergebnis, im Ganzen aber dafür sorgt, dass das Land auf eine gesunde Weise seine eigenen Interessen wahren kann.
Kein Politiker käme auch nur in die Position, über die Köpfe der Bevölkerung hinweg Milliardentransfers an Länder anzuweisen, die erkennbar keine adäquaten Gegenleistungen erbringen werden. Die Schweizer, die auf ihren ökonomischen Sachverstand traditionell angewiesen sind, würden sich niemals so kontraproduktiv zu ihren kaufmännischen Interessen verhalten. Das sehr hohe weltweite Vertrauen in die Schweiz ist auf Kompetenz, Sicherheit – und Diskretion aufgebaut.
Zwei Risiken ergeben sich allerdings aus der Zwitterstellung der Schweiz als Bankhafen und als Exportland. Wenn andere Währungen schwächeln, wird der Franken auf eine Weise stark, die irgendwann exportschädlich ist, und die Schweiz ist zu klein, um dagegen ansteuern zu können. Sollte es gar zu einer Systemkrise kommen, ist die Schweiz, die zwar politisch neutral, aber wirtschaftlich ganz eng ins Weltfinanzwesen eingebunden ist, davon in erheblichem Maß betroffen. Die Schwierigkeiten der UBS in der Bankenkrise waren ein erstes Anzeichen dafür, dass auch die Schweiz keine Insel der Seligen ist. Doch eine der seriösesten Adressen in einer Welt, in der es drunter und drüber geht, ist sie allemal und daher ein klassisches AAA-Land.
Weitere AAA-Länder sind Luxemburg, Liechtenstein und die Cayman-Inseln.
Man merkt direkt: Es handelt sich um Steueroasen. Luxemburg hat unter ihnen eine Sonderstellung, weil es EU-Mitglied ist und erheblichen Einfluss Europa hat. Es ist vor allem durch die Steuerflucht deutscher Staatsbürger reich geworden. Sein Einfluss auf dem Entwicklungweg zum Euro hin ist weitaus größer als das Land selbst und eng mit der Person von Jean-Claude Juncker verbunden, der diese Entwicklung in engster Abstimmung mit Frankreich vorangetrieben hat – aber ob der Zwergstaat AAA-Status behält oder nicht, hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Weltwirtschaft und wird nicht unabhängig zu dem Schicksal des AAA-Ratings von Frankreich und Deutschland zu sehen sein.
Kein AAA haben zum Beispiel Japan, Neuseeland, die Ölstaaten des vorderen Orients, China und Indien.
dWB/AP/11-08-06
Stefan Wehmeier
7. August 2011
“Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, ein brauchbares Programm zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.
…Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird”: http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf
Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik
Wirtschaftswachstum ist nichts Schlimmes; ist jedoch ein Wachstum von 5 Prozent pro Jahr erforderlich, um Vollbeschäftigung erhalten zu können, sollten sogar “Spitzenpolitiker” und “Wirtschaftsexperten” begreifen, dass es keine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik gibt, die eine Volkswirtschaft vor dem Zusammenbruch (Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes) bewahren kann, wenn das Geld selbst fehlerhaft ist. Aber niemand will sich gern überflüssig machen:
“Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”
(Profile der Zukunft – Über die Grenzen des Möglichen)
Diese Vorhersage aus dem Standardwerk der Futuristik von 1984 bezieht sich nicht etwa auf die ferne Zukunft, sondern wäre sogar schon vor der Geburt von Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008) mit der Erstveröffentlichung von “Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld” (Silvio Gesell, 1916) zu verwirklichen gewesen!
Machtausübung ist Dummheit, und allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden sind selbstverständlich. Die Menschheit muss nur damit aufhören, mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft (Politik) etwas “regeln” zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt.
Dass der “Normalbürger” bis heute glaubt, die Beschäftigung mit Kinderkram könnte sich lohnen, beruht auf einer uralten Programmierung des kollektiv Unbewussten, die es der halbwegs zivilisierten Menschheit seit jeher unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das zivilisierte Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft.
Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
http://www.deweles.de/willkommen.html
ego
7. August 2011
Da hat Obama Mist gebaut. Wieder werden nur die Kleinen zur Finanzierung der Krise herangezogen. Steuererhöhungen für die Gutverdienenden und Reichen würden die Wirtschaft nicht so stark treffen, da sie große Teile ihres Einkommens sowieso nicht verkonsumieren, sondern sparen. Die Wohlhabenden werden jedoch vollkommen aus der Verantwortung für die nach der Finanzkrise stark angestiegene US-Schuld genommen. Stattdessen sind deutliche Einschnitte bei den staatlichen Sozialleistungen geplant. Die Einkommensschere wird sich in den USA so weiter öffnen. Ich hoffe das ist kein Muster für Deutschland.
franz strohsack
9. August 2011
zur erinnerung
obama ist nur das aushaengeschild, dass die usa herzeigen. er macht keine politik!
er sagt wie jedes kleine kind, was er sich wuenscht, und so der senat will, geht sein wunsch in erfuellung. im grunde genommen ist obama ein armes schwein, der nur die entscheidungen die andere (pro oder gegen seine wuensche) treffen, der welt und “seinem volk” verlautbaren darf.
man muss im aber zugute halten, alleine das tilgungsaufkommen fuer die schulden die ihm sein (lustiger) vorgaenger ueberlassen hat, haette schon seiner gesundheitspolitik sehr gut getan.
mfg
dr. nuderl