Arbeitslosigkeit und Hartz IV in Berlin – Juli 2011 / Arbeitsmarkt 8

Geschrieben am 5. August 2011

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11-08-05 ALS Berlin Juli 2011

Berliner Report

Wir ziehen die Berliner Zahlen als Wahlberliner ab Juli 2011 vor den großen Deutschland-Report und bauen unseren Bericht zur Arbeitslosigkeit, wie angekündigt, weiter aus. Der erste dieser Schritte ist die Aufnahme der Personen in die Statistik, die in Berlin ALG II und Sozialgeld beziehen, vom Juli 2011 rückwirkend bis Januar 2011, adäquat der Wiedergabe der Arbeitslosenzahlen.

(Zum Juni-Report für Berlin)

Dauerschlusslicht Berlin

Wir beginnen aber bescheiden mit der Wiedergabe der grundsätzlichen Zahlen, wie die Statistik der Bundesagentur für Arbeit sie ausweist. Wir ziehen bezüglich der Arbeitslostenquote auch den Vergleich mit Deutschland und stellen fest, die Arbeitslosigkeit in Berlin ist beinahe doppelt so hoch wie in Deutschland insgesamt – und höher als in allen anderen Bundesländern, die östlichen eingeschlossen, die vor nicht allzu langer Zeit zum Teil deutlich höhere Quoten aufwiesen als Berlin.

Wie wir schon im Juni-Report feststellen mussten, tut sich in Berlin nicht viel. Es mag schon sein, dass zum Beispiel die tendenziell abnehmende Zahl von Maßnahmeteilnehmern etwas dazu beiträgt, dass die Arbeitslosigkeit in der Hauptstadt partout nicht sinkt, aber dass sie im Juli im Vergleich zum Vormonat sogar um 3.004 Personen gestiegen ist, hat uns überrascht, denn unser subjektives Empfinden war, dass eine gewisse Bewegung in die Dinge gekommen ist, dass insgesamt ein Hauch von Dynamik durch die nach wie vor sozialschwächste deutsche Großstadt weht.

Wer die sich nicht bessernden Zahlen der Arbeitslosenstatistik mit Änderungen der Arbeitsmarktpolitik erklären will, muss wohl ein Interesse an dieser Auslegung haben.

Jeder Fünfte in Berlin unter 65 bezieht ALG II oder Sozialgeld

Um die Wirklichkeit etwas mehr zu beleuchten, haben wir deshalb die Zahl der von ALG II und Sozialgeld betroffenen Personen jetzt ebenfalls in den Report aufgenommen. Auch hier hat sich in Berlin während des Jahres 2011 überhaupt nichts zum Positiven verändert, es gab im Vergleich Juli-Januar sogar einen leichten Anstieg der Zahl der Bedürftigen und die Bezugsquote liegt mehr als doppelt so hoch wie im deutschen Durchschnitt.

Bisher hat man das Jahr 2011 auf Bundesebene ja zu einer Erfolgsstory erklärt, besonders auf dem Arbeitsmarkt. Aber die Börsen wackeln gerade, die Schuldenkrisen kommen nicht in den Griff, das kann sich alles in Windeseile wieder zu einer Realkrise auswachsen.. Es wäre die zweite innerhalb von drei Jahren und alles, was sich zwischenzeitlich verbessert hat, wäre zunichte.

Für Berlin, wo sich ohnehin kaum etwas zum Guten gewendet hat, könnte dies auch bedeuten, dass die Arbeitslosenzahlen und die Zahlen derer, die staatlicher Unterstützung bedürfen, auf neue Höhen steigen. Viele der Arbeitsplätze, die zuletzt geschaffen wurden, stehen noch nicht auf festen Füßen und könnten rasch wieder abgebaut werden, wenn die Konjunktur nachlässt – auch die Konjunktur in jenen Gegenden, für die Berliner Dienstleister aufgrund des bekanntermaßen niedrigen Lohnniveaus sehr günstig arbeiten.

Die Arbeitslosenstatistik zeigt nur die Kernarbeitslosigkeit gemäß Definition der Bundesagentur für Arbeit, nicht die erweiterte Arbeitslosigkeit oder die Unterbeschäftigung in Berlin, auch in diese Richtung werden wir aber unseren Report, dem Beispiel des Deutschland-Berichtes folgend, künftig erweitern.

Die Statistiken für Berlin im Jahr 2011

dWB/AP/11-08-05

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