
Nachdem wir in den letzten Tagen und Wochen viele aktuelle Themen aller Art für Sie aufbereitet hatten, gehen wir heute wieder einmal in den Park, suchen und bieten Entspannung fürs Auge!

Wir hatten bereits dreimal über den Treptower Park berichtet – und sind am Ende auf dem Weg zur Insel Berlin (oder, wie viele Altberliner immer noch sagen: Insel der Jugend) gewesen. Heute werden wir uns von dieser kleinen Insel innmitten der Spree verzaubern lassen.
Vorweg ein paar Fakten, entnommen aus “Berlins grüne Seiten”: Die Insel der Jugend ist Teil des 160 ha großen Treptower Parks und besitzt mit der eisernen Bogenbrücke über die Spree ein markantes Wahrzeichen. Angebote: Café, Kneipe, Konzerte. Seit 1825 findet jährlich das beliebte Höhenfeuerwerk “Treptow in Flammen” statt. Adresse: Am Treptower Park 14, 12435 Berlin (030- 902975823). Öffnungszeiten: Garten frei zugänglich. Verkehrsverbindung: S 6,8,10, 45; Bus 104, 187, 194
Aber noch sind wir nicht auf der Insel, sondern gehen am Spreeufer entlang, inmitten von tausenden von Spaziergängern.

Wir legen jetzt einen Stopp ein und besuchen eines der Ausflugslokale, nehmmen eine Bratwurst und ein erfrischend kühles Wasser – und weiter geht’s. Man sieht jetzt schön das Wahrzeichen, das eben angesprochen wurde: die eisene Bogenbrücke (Foto 1).

Doch bevor wir sie erreichen, haben wir eine seltsame Begegnung. Direkt am Wanderweg, in allerbester Lage, mit einem idyllischen kleinen Kanal direkt an den Mauern, da steht ein altes, verfallenes Haus (Foto 2, Foto 3). Das ist etwas, das uns an Berlin immer wieder auffällt, obwohl es nicht mehr so ausgeprägt ist, wie vor einigen Jahren noch. Dieses plötzliche Eintauchen in eine verwunschene Vergangenheit, die sich in die Gegenwart stellt, ohne ihre Gründe offen darzulegen.
Wieso wird ein Haus in solch hervorragender Lage nicht genutzt? Was ist geschehen? Was müsste geschehen?


Auch im Plänterwald, durch den wir später noch gehen werden und den wir in einem kommenden Bericht beschreiben werden, sind wir auf Geheimnisse gestoßen und hatten wir den Eindruck, die Zeit sei stehen geblieben.
Die Insel Berlin erhielt erst vor kurzem ihren Namen, die Bezeichnung “Insel der Jugend” stammt hingegen aus der DDR-Zeit, als der Ort ein Jugendheim hatte – das auch noch dort steht, aber ebenso ein schönes Verfallsdokument darstellt wie das eben beschriebene Haus.
Ursprünglich wurde die Insel Berlin “Rohr-Insel” genannt. Auf einem Plan zur Berliner Gewerbeausstellung von 1896 im Treptower Park trägt sie den Namen Neu-Spreeland. Später hieß sie Abteiinsel, benannt nach dem Restaurant, das 1896 anlässlich der
Gewerbeausstellung im Sti
l einer schottischen Klosterruine (Abtei) dort errichtet wurde und 1914 abbrannte. 1949 wurde sie in Insel der Jugend umbenannt. Die Insel erreicht man über die Abteibrücke, einer 1915–1916 erbauten Fußgängerbrücke, der ersten Stahlverbundbrücke Deutschlands.
Dort stehen wir jetzt also, schauen nach vorne (Foto 4) und schnell noch einmal nach beiden Seiten (Foto 5, Foto 6) – Wasser, Boote im Sonnenschein und der Strom der Besucher, der sich ruhig, ohne Hast, am Ufer bewegt. Und dann gehen wir unter dem Torbogen durch (Foto 7).
Wir erleben die frühere Insel der Jugend in aller Frühjahrs-Jugendlichkeit. Junges Grün und tausend blühende Blüten. Afpel-, Birn- und Kirschbäume geben der Insel Farben, die sie nur während dieser wenigen Apriltage im Jahr hat – wer die Insel Berlin besuchen möchte, sollte es genau zu dieser Zeit tun wie wir (Foto 8, Foto 9.
Auch in Berlin kann man dann nämlich sehen, wie das Kirschblütenfest gefeiert wird. Die Gemeinschaft, die wir hier sehen, besteht eher aus 
Koreanern als aus Japanern, für welche die Kirschblüte ja eine besondere Bedeutung hat – aber unter dem blühenden Baum zu sitzen, ist ein Fest für die Sinne, da sind wir uns sicher (Foto 10, Foto 11).
Und weil wir schon einmal eine Insel mit so vielen blühenden Kirschbäumen haben, hier ein paar Informationen zum Kirschblütenfest aus der WIKIPEDIA).
Die japanische Kirschblüte (jap. 桜, sakura) ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Die Zeit der Kirschblüte markiert einen Höhepunkt im japanischen Kalender und den Anfang des Frühlings. Normalerweise bezieht man sich auf die Blüten des Yoshino-Kirschbaums (Prunus x yedoensis) und anderer in Japan heimischer Kirscharten. Die Kirschblüte ist auch die offizielle Pflanze von Tokio.
Die Kirschblüte beginnt in Japan Mitte oder Ende März in Kyūshū und „wandert“ dann nach Nordosten, bis sie etwa Anfang Mai in Hokkaidō ankommt. Während dieser Zeit wird im Rahmen der Wettervorhersage auch die „Kirschblütenfront“ (桜前線, sakura zensen) angekündigt. Das sonst so einförmig wirkende Japan wird durch ein Meer von Kirschblüten (fast die Hälfte aller Laubbäume in japanischen Städten sind Kirschbäume) in rosa und weiß getaucht und ist plötzlich unwirklich schön.
In den etwa zehn Tagen, in denen die Kirschen in der eigenen Gegend in Blüte stehen, feiern fast alle Bewohner Japans ein Hanami in einem Park oder einem anderen dafür ausgezeichneten Ort. O-Bentō und oft reichlich Bier oder Sake sowie eine Unterlage, um auf dem Boden zu sitzen, zählen zu den Utensilien, mit denen man sich bei und unter Kirschbäumen versammelt. Vor allem unter Kollegen und Studenten ist das abendlich-nächtliche Hanami nach Feierabend beliebt. In manchen Parks werden dafür die nächtlichen Kirschbäume (夜桜, yozakura) angestrahlt. So wie die Kirschblüte gewissermaßen den warmen Teil des Jahres einläutet, klingt dieser mit dem fallenden Herbstlaub (紅葉, momiji) aus. Die Kirschblüte ist in Japan ein Symbol für die weibliche Schönheit.
Wir verlassen nun die Kirschblütenbracht und verweilen am Wasser, wo gerade ein schön restauriertes Boot aus den 20er oder 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vorbeituckert (Foto 12). Im nächsten Teil des Berichts wanderen wir zum Plänterwald und freuen uns darauf, Ihnen weitere Fotos aus dem Frühlingsberlin zeigen zu dürfen!
Hier gibt es die bisherigen Berichte zur Treptower-Park-Tour Ostern 2011:
dWB/AP/11-06-16
Geschrieben am 16. Juni 2011
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