4 Stunden Parade, 96 Gruppen, fast 5.000 Teilnehmer – und ganz Berlin auf den Beinen!
Den ersten Teil unseres Berichtes finden Sie hinter diesem Link!
Heute also der zweite Teil unseres Berichtes von der größten Berliner Parade seit dem Ende der Loveparade. Vielleicht ist der Karneval der Kulturen sogar das größere Ereignis. Weil Menschen aus 70 Nationen ganz hautnah zu erleben sind. Sinnliche Eindrücke, die begreiflich machen, warum mehr als 870.000 Berliner mit Migrationshintergrund eine neue Welt geschaffen haben, die uns alle bereichert und auf die wir uns einlassen sollten. Menschen aus den 70 teilnehmenden Nationen sind in Berlin ansässig und noch einige mehr, die keine eigene oder gemeinschaftliche Präsenz auf dem Karneval der Kulturen hatten. Für sie stehen die anderen stellvertretend.
Die Bilder werden größer durch Anklicken, außerdem haben wir sie direkt im betreffenden Text noch einmal für Sie verlinkt.
Heute zunächst etwas zum Hintergrund und zur Idee des Karnvals der Kulturen in Berlin und zu seinem Umzug!
Wir geben dazu den Text der Veranstalter gekürzt und redakionell bearbeitet wieder:
Erstmalig 1994 fand diese Veranstaltung statt. Das war wenig mehr als vier Jahre nach der Wende, in einer Zeit, in der Berlin sich rasant veränderte. Berlin wurde internationaler und Menschen aus allen Teilen der Welt wanderten zu, so dass man von einer wirklichen Weltstadt sprechen konnte.
Heute ist sie ein Mittelpunkt in Europa, mehr als 17 Millionen Menschen besuchten Berlin im Jahr 2010 und machten es nach London zur Touristenmetropolo Nummer 2 in Europa. Der Ausländeranteil liegt heute bei ca. 450.000 Menschen, einen Migrationshintergrund haben mit 872.000 fast doppelt wo viele Berliner. Also ist es an Berlin zu zeigen, dass Integration möglich ist. Wenn es hier funktioniert, dann funktioniert es überall.
Integration ist jedoch eine Frage des gegenseitigen Respektes, einer erfahrbaren Toleranz. Berlin als Vermittlerin zwischen den Kulturen, das ist auch die Idee des Karnevals der Kulturen. Seit 1996 wird er von der Werkstatt der Kulturen im City-Bezirk Berlin-Neukölln initiiert und veranstaltet. Die Werkstatt sieht sich als Ort des Dialogs und der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität, Kultur, Religion.
Karnevalselemente finden sich in beinahe allen Kulturen, das Kostümieren, das Maskieren, das Festlegen spezieller Rhythmen und Choreographien sind volkstümliche Bräuche, auch wenn sie nicht immer unter dem Label “Karneval” laufen. Karneval ist mehr als nur ein buntes Treiben. Es ist in vielen, besonders den ärmeren Ländern, Ausbrechen aus engen Verhältnissen. Es ist Stolz und Freude an der Selbstinszenierung im sozialen und kulturellen Kontext einer Gruppe.
Karneval fördert populäre Kunst und Kultur auf hohem Niveau und bietet Menschen die Chance sich einzubringen – unabhängig von ihrem gesellschaftlichen Status und im Bewusstsein ihrer kulturellen Wurzeln.
Karneval ist eine europäische Erfindung, aber dank seiner Adaptionsfähigkeit konnte er sich in Afrika, in der Karibik und in Südamerika etablieren – und gibt uns heute in verwandelter Form die Impulse zurück in ein ethnisch, kulturell und politisch neu strukturiertes Europa. Die Einwanderer zeigen durch den Karneval Präsenz, demonstrieren Zugehörigkeit und lassen Berlin seine eigene Internationalität erleben. Gerade Jugendliche in multiehtischen Projektgruppen widmen sich dem Thema Karneval mit Ausdauer und Begeisterung und sind sind Botschafter ihrer Herkunftskultur und ihrer Traditionen in der neuen Welt Berlin, in der sie leben.
Der Berliner Karneval der Kulturen reiht sich ein in die Tradition neuerer Karnevals in Europa – wie dem Notting Hill Carnival in London und dem Rotterdamer Zomercarnaval –, ist aber aufgrund der Anzahl der beteiligten Nationalitäten und des breiten kulturellen Spektrums seiner Akteure weltweit einzigartig.
Mit dem Karneval der Kulturen ist es gelungen, kulturelle Vielfalt bundesweit als einen bereichernden Charakterzug der Hauptstadt Berlin zu präsentieren.
Möchten sie sich für 2012 bewerben? Haben Sie Fragen? Ideen? Dann wenden Sie sich an diese Adresse:
Karneval der Kulturen, c/o Werkstatt der Kulturen
Nadja Mau, Stefanie Schatte & Vassiliki Gortsas
Wissmannstraße 32
D-12049 Berlin
fon: +49.30.60 97 70-0/-22
fax: +49.30.60 97 70-13
» info@karneval-berlin.de
» http://www.karneval-berlin.de
Nun weiter mit der Parade!
Nachdem wir uns ausführlich mit Wasser beschäftigt haben, nun die nächste Gruppe! RIOS PROFUNDOS kommen aus Peru und das Plakat, das sie vorneweg tragen, ist dem Anthropologen José María Arguedas gewidmet (Foto 1). Sein Geburtstag jährt sich zum hundersten Mal und seine Botschaft ist eindeutig:
Sein Werk als Anthropologe, Schriftsteller und Dichter lehrt uns die ethnische und kulturelle Vielfalt als einen unserer größten Reichtümer; und mit Toleranz und Respekt ist es möglich, diese mit Freude zu genießen. Heute, 100 Jahre nach seiner Geburt, ist seine Botschaft gültiger denn je (kursiver Text vom Veranstalter, Foto vom Wahlberliner).
Auf ihrer Webseite weisen Rios Profundos weiter auf 2011 als “Jahr des einhundertsten weltweiten Jahrestags von Machu Picchu” hin. Für uns ist Peru der Inbegriff der indianischen Hochkulturen der Zeit vor der Conquista, vor Christoph Kolumbus und der folgenden Entdeckung und Kolonisierung Amerikas.
Die prächtigen Kostüme haben der Gruppe zur Preisträgerschaft beim Karneval der Kulturen 2008 verholfen und steuern auch 2011 wieder einen großenn Anteil zum One-World-Feeling auf der Parade bei.
Peru hat einen hohen Anteil von 31 % indigener Bevölkerung (Foto 2, Foto 3), dazu kommen 44 % Einwohner mit sowohl indianischen als auch europäischen Wurzeln, nur 15 % sind europäischer Abstammung.
Heute haben sie ein reiches kulturelles Erbe gemeinsam zu verwalten und tragen ihre interkulturelle Botschaft auf die Straßen von Berlin – mit ihrer unterschiedlichen Herkunft, der Inka-Tracht und der Musik, die sie auf der Quena, der traditonellen Holzflöte spielen, die bereits in der vorkulumbianischen Zeit bekannt war (Foto 4, Foto 5).
Die Webseite der Gruppe zitiert den Entwicklungsbericht der Vereinten Nationen von 2004: «Demokratie und gerechtes Wachstum reichen nicht aus, um zunehmende Forderungen nach sozialer Einbeziehung und nach Respekt vor ethnischen, religiösen oder sprachlichen Besonderheiten ausreichend zu berücksichtigen.
Besondere multikulturelle Politikansätze sind nötig, um kulturelle Vielfalt zu verteidigen, Unterschiede anzuerkennen und kulturelle Freiheiten zu fördern mit dem Ziel, allen die Möglichkeit zu geben, sich in ihrer eigenen Muttersprache zu verständigen, und ihre Religion und Kultur zu praktizieren. Mit anderen Worten: damit wir alle die Freiheit haben zu entscheiden, wer wir sind.»
Peru hat einen hohen Anteil von 31 % indigener Bevölkerung, dazu kommen 44 % Einwohner mit sowohl indianischen als auch europäischen Wurzeln, nur 15 % sind europäischer Abstammung. Die lokale Geschäftswelt ist nicht selten kulturell verbunden – wir kennen diese Firma, verraten aber nicht, woher. Lust auf ein Eis hätten wir auch gehabt, aber der Inka hat auf dem Umzug leider keines verkauft (Foto 6).
Wir bleiben in Südamerika – die beiden folgenden Gruppen sind wieder Tanzschulen aus Brasilien. Man merkt es schnell, dieses große Land der beschwingten Rhythmen und der Karnevalstradition hat auch zum dem Karneval der Kulturen eine große Anzahl von Teilnehmern entsendet und trägt wesentlich zum Schwung der Veranstaltung bei.
Die FURIOSA SAMBA Band und das TANGARÁ BRASIL TANZSTUDIO präsentierten sich gemeinschaftlich – Musik und Tanz aus Amazonien.
Zum Glück kam es nicht zum kulturellen Unfall, als verschiedenste Figuren aufeinander trafen. Aber manche Kollegen sind ja eine Art von Tänzern (Foto 7), auch wenn es sich nicht immer erkennbar um Samba handelt, was sie bewegt. Wir ließen uns von den beiden Gruppen mitreißen, hätten am liebsten von den amazonischen Früchten gegessen (Foto 8) und uns eingereiht und mitgetanzt (Foto 9)!.
“Die Band Furiosa existiert seit 1994. Brasilianer und Deutsch, Spaniern und Italiener treffen sich 2 mal wöchentlich zur Probe. Jedes Jahr ist die Band gewachsen und hat sich musikalisch weiterentwickelt.
Wir leben in Berlin und treten dort so wie auch in ganz Deutschland auf. Die explosive Mischung aus Profi-Musikern und Laien hat ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Das Handwerk stimmt, aber die Unterhaltung auch. Unsere Musik soll Fröhlichkeit verbreiten und Spaß machen. Derzeit besteht Furiosa in seiner Maximalbesetzung aus 25 Musikern, 2 Tänzern und einer Sängerin.”
Tangará besteht aus einem Tanzstudio und einer Show-Tanzgruppe: “Tangará BrasilDanceentstand im Jahr 2002 unter der Leitung der Choreographin Sonya Cipriano. Die Arbeit der Gruppe basiert auf traditionellen brasilianischen Tänzen. Das Repertoire reicht von afro-brasilianischem Tanz über Samba-Reggae bis hin zu den landestypischen Tänzen wie Forró, Lambada und Frevo. Es beinhaltet ebenfalls den sensationellen akrobatischen Kampftanz Capoeira und natürlich den berühmten Samba aus Rio de Janeiro.”
ODJADIKE & BALLET ZEBOLA aus dem Kongo waren die nächste Gruppe, die an uns vorbeizog. Odjadike ist ein Busch-Voodoo-Mann, gemeinsam mit dem Ballet-Zebola präsentiert er ein Ritual, das unterschiedliche Trommeln, Tanz und verschiedene Rhythmen zeigt.
Hier waren wir uns nicht ganz sicher – sind das schon die ECHT STREET PUPPETS? Ja, natürlich. Auch politische Puppen sind ja heutzutage keine Seltenheit mehr (Foto 10).
Da die englische Seite nicht aufrufbar war und wir leider kein Tschechisch verstehen, lassen wir den Text des Veranstalters sprechen: Die Echt Street Puppets gehören zum Hura Collective und gründeten sich 2007.
Sie sind auf die Inszenierung von Performances riesiger mechanischer Puppen im öffentlichen Raum spezialisiert. Die Gruppe entwickelt sich stetig weiter und hat auf zahlreichen europäischen und asiatischen Straßentheaterfestivals preisgekrönte Präsentationen aufgeführt.
Die Performances basieren auf Improvisation und Interaktion mit dem Publikum. Während sich die Riesenpuppen ihren Weg durch das Publikum bahnen, werden sie in den Augen des Betrachters zu lebenden Kreaturen, neuen Spezies – ontos mechanicus.
Wir haben versucht, die schätzungsweise bis zu 7 oder 8 Meter hohen Puppen, in denen immer ein Mensch für Bewegung und Balance sorgt, fotografisch einzufangen (Foto 11, Foto 12). Wie man auf dem Foto 12 rechts sieht, ist offensichtlich etwas dran, dass Mädchen von Puppen fasziniert sind. Und vielleicht ist es so: je größer, je lieber!
Die Jungs gehen weiter, mit einem glücklichen Lachen. Ganz anders die Kollegen, die sind kaum zu bändigen und da sieht man wieder, dass das Bub sein nie endet. Wir hatten nicht nur an dieser Stelle die Befürchtung, es könnte mal dazu kommen, dass eine genervte Karnevalsfigur einen Hobbyfotografen, der hineinkriechen will, ernst nimmt (Foto 13).
Die zwölfte Gruppe ist das MARACATU-TREFFEN BERLIN, das sich der Förderung und Ausübung der brasilianischen Musik verschrieben hat Der Maracatu geht auf traditionelle afrikanische Musikformen zurück und fand durch die afrobrasilianischen Sklaven Verbreitung. Durch diese Tradition ist er dem Samba verwandt und ist am meisten im bransilianischen Bundesstaat Bahia verbreitet, der noch heute am deutlichsten von afrikanischer bzw. afroamerikanischer Kultur geprägt ist.
Seit 2004 organisiert die Perkussionistin Neide Alves aus Recife/Brasilien diese Treffen an jedem dritten Samstag im Monat in Kreuzberg, mit Teilnehmern aus vielen verschiedenen Städten und Ländern. Wer sich informieren möchte, tut dies hier. Wir lassen uns an diesem besonders geeigneten Ort des KdK-Umzuges vom Ryhthmus und der Begeisterung der Teilnehmer überzeugen lassen (Foto 14)!
Der Karneval der Kulturen kennt viele Choreographien – eine des sanften Überganges von Kulturen und Nationen gehört nicht dazu und das ist gut so, weil es für Überraschung sorgt. Die Gruppen 13 und 14 repräsentieren die traditionelle alemannische Fastnacht und ihre Masken bringen Thrill und Liebe zum Detail ins Spiel.
Texte vom Veranstalter: Der Dämon ist eine der ältesten Figuren der schwäbisch-alemannischen Fasnacht und diesen sowie auch die Kunst des » Karbatscheschnellens wollen wir Euch näher bringen. Tretet ein in das Reich der Fasnet und lasst Euch überraschen! / Gemeinsam werden wir die Besucher in unseren grausigen Bann ziehen! Aber wir verteilen auch fleißig Bonbons, weil das auch zur schwäbisch-alemannische Fasnacht gehört. Die auftretenden Dämonen sind den vier Elementen zugeordnet und man erkennt sie an ihren Masken und ihrem Verhalten. Das Grau der Hexe stellt das Grauen der stürmischen Nacht dar, sie hat eine blitzförmige Nase und ihr Blick verflucht alle, die ihr zu nahe kommen.
Die performenden Teilnehmer waren besonders um Interaktion mit dem Publikum bemüht und gutmütig stellen sie sich jedem zur Verfügung, der nicht gelenkig genug und fix genug mit dem Kameraauge ist, um sie in Bewegung abzulichten (Foto 15).
Es sind die KÖRSCHTALER HÖLLENWÄCHTER e. V und die OFERDINGER DÄMONEN UND DONNERHEXEN, die uns in magischen Bann ziehen.
Beide Gruppen erzählen uns etwas über die Sage von den Dämonen, wir geben hier verkürzt die Informationen der Oferdinger Dämonen wieder.
Die Rasse der Dämonen existiert seit etwa 14 Milliarden Jahren. Aus diesem Grund sind innere Überzeugungen, moralische und ethische Grundsätze sowie Praktiken und Rituale wesentlich tiefer in den Dämonen verwurzelt als in Menschen. Der Dämon entwickelt sich körperlich weiter bis er etwa das Aussehen einer 30jährigen Person hat, erst mit ca. 2000 Jahren beginnen sich die Anzeichen hohen Alters abzuzeichnen.
Dämonen sind eine eigenständige Spezies, die in ihrem eigenen Reich lebt. Erstaunlicherweise haben sie, obwohl sie völlig isoliert entstanden, überraschend viele Gemeinsamkeiten mit den Menschen. Dämonen haben zwar tatsächlich den ihnen nachgerufenen Hang zur Bosheit, haben aber dennoch zahlreiche Stärken und Schwächen sowie unterschiedliche Charaktereigenschaften. Eines zeichnet die Dämonen aus: Was sie machen, machen sie voll Leidenschaft.
Die Körschtalter Höllenwächter haben ihre eigene Sage, die fanden wir schön geschrieben und geben sie deswegen, ebenfalls nur leicht verkürzt, an Sie weiter:
Seit den ältesten Tagen existiert nahe der alten Reichstadt Esslingen ein Tor. Kein Gewöhnliches Tor! Nein, dieses war der Zugang zur Welt der gefallenen Engel und dunkelsten Dämonen.
Kein Mensch vermochte es je, dieses Tor zu schließen, wodurch die Diener des Gehörnten ungehindert in die Welt gelangen und den Menschen gar furchtbare Streiche antun konnten. So schien es, dass das Tor bis an der Welt Ende geöffnet bliebe, solange bis letztendlich die Dunklen Reiter der Apokalypse das Tor durchreiten und somit die letzten Tage der Menschen auf Erden einläuten würden.
Als aller Hoffnung verloren war und die Menschheit durch die schwarze Saat der Hölle unterzugehen drohte, sandte der Himmel eine Schar Auserwählter, welche Ihre früheren Missetaten in der Welt nun wieder gut machen sollten. So wurde Ihnen aufgetragen auf die Erde zurück zu fahren und das Böse, das sich wie Getier aus den Tiefen des Körschtals ausbreitete Einhalt zu gebieten.
” Werfet die Saat des Bösen zurück und bewachet das Tor zur Unterwelt so lange Ihr könnt, denn solange Ihr existiert wird die Sonne erstrahlen und sich der jüngste Tag verschieben lassen “, lautete ihr Auftrag!
Von diesem Zeitpunkt an war es die Aufgabe dieser Wesen, das Körschtal und sein dunkles Tor zu bewachen. So schleichen sie Tag und Nacht lautstark durch die Wälder des Körschtals und führen den ewigen Kampf um den Erhalt alles Gute auf dieser Welt gegen das Königreich des Gehörnten fort.
Den jüngsten Tag mit den schwarzen Reitern zu verhindern und alles Gute dieser Welt zu schützen solange es geht, ist Ihre Aufgabe. So gehorchen sie dem Allmächtigen bis heute und nennen sich seit diesem Tage – die Körschtaler Höllenwächter.
Man sieht, nicht jeder Dämon ist wirklich böse. Wollen wir hoffen, dass das Tor zur Unterwelt noch lange gut bewacht wird, trotz der Tatsache, dass so viele der Torwächter gerade einen Ausflug nach Berlin machen! Wir haben auch etwas gemacht: die Fotos 16, 17, 18 und 19!
Wir gehen mal einfach durch das Körschtaler Höllentor – werden aber nicht gegrillt, sondern landen beim TSCHERKESSISCHER KULTURVEREIN BERLIN E.V. Die Terschkessen haben keinen eigenen Staat. Ursprünglich im Nord-Kaukasus beheimatet, wurden sie nach langjährigen Kriegen Opfer des russischen Expansionsdranges. Als Tag, an dem die Niederlage besiegelt wurde, gilt der 21. Mai 1864. Danach setzten Deportation und Vertreibung ein, heute sind die Tscherkessen in alle Winde verstreut und vom Untergang ihrer Kultur und Traditionen bedroht. Assimilierung und fehlende Sprachkenntnisse der jüngeren Generationen tragen dazu bei.
Es ist die Aufgabe von Organisationen wie dem Tscherkessischen Kulturverein Berlin, die alten Traditionen zu erhalten und, wenn möglich, wiederzubeleben.
Aus dem Text der Veranstalter: In den Narten-sagen weist die Mythologie Parallelen zu Achilles und Prometheus auf. Die Frau (Setenay Guashe) hat hier eine wegweisende Rolle. In der Folklore erkennt man die Stärke und die Sensibilität des Miteinander. Impulsive Bewegungen wechseln sich ab mit geschmeidigem Schritt. Wir haben uns gerne von diesen Eigenschaften verzaubern lassen und für Sie die Fotos 20, 21, 22 und 23vom tscherkessischen Kulturverein geschossen.
Numero 24, unser letzte Foto für heute gehört diesem Überraschungsgast. Nein, das ist nicht der Berliner Polizei-Traditionsverein, aber jedenfalls ein Uniformierter in echtem Preußisch-Blau. Und wir finden, das ist ein schöner Abschluss für den heutigen Artikel. Auch wenn Berlin sich ständig wandelt und viele der heutigen Einwohner überhaupt keinen Bezug zur preußischen Tradition der Stadt haben – sie ist durchaus noch gegenwärtig und auch im Selbstbild vieler Urberlinerr durchaus noch verankert.
Wir setzen unseren Bericht morgen fort mit vielen Fotos und Infos zu weiteren Gruppen der KdK-Parade am Pingstsonntag 2011!
dWB/AP/11-06-14
























Juni 14th, 2011 → 21:52
[...] zweiten Teil gibt es jetzt hinter diesem Link! Erste Berührungen: U 7 Richtung Rudow, kurz vor dem Bahnhof [...]