Heute der zweite Teil des Rundganges durch die Markthalle auf dem 2. Gründerkongress der Garage (21. Mai 2011).
Heute:
Sebastian Donath photography & design auf www.neoncolour.com
Anne Bonnie Schindler, Sara Rodenhizer bjoerkshop auf www.bjoerk-shop.de
Außerdem: ein paar Worte zur CLIQUE – Wir im Süden Berlins
Nachdem wir der Preisverleihung zum Garage-Wettbewerb “Businessplan light” beigewohnt hatten (Bericht), uns bei Falko Schumann (Firma feinschlicht) verköstigen ließen und von Florian Szávay (Kraft-Werk) eine Einführung ins Coaching per Stukturaufstellung bekamen, nahm dieser uns gleich mit zum Nachbarstand.
Gemeinsam stellten vor: Sebastian Donath seine Firma neoncolour sowie Sara Rodenhizer und Anne Bonnie Schindler ihren bjoerkshop.
Neoncolour ist Teil eines bereits bestehenden Unternehmens von Sebastian Donath, das sich mit Design und Fotografie befasst. Regelmäßige Objektausstellungen mitten im Kreativzentrum von Berlin-Kreuzberg und Messen wie der Gründerkongress sind die Orte, an denen man Sebastian Donaths Arbeiten und Werkstücke bewundern kann. Als grundsätzliche Informationsbasis dient die Homepage, die uns ausgzeichnet gefallen hat.
Der erste Klick galt der Design-Sektion: Puristische Eleganz war das Stichwort, das sich nach wenigen Sekunden des Betrachtens formte.
Alte Fahrradteile haben es Sebastian Donath besonders angetan, darum heißt das Möbel-Kernprogramm “homage au velo”. Eine Huldigung an das Fahrrad sind alle die Lampen, Sitzgelegenheiten, Hängesysteme für Kleidungsstücke, die zu dekorativen, aber nicht aufdringlich wirkenden Elementen in einem jungen, sparsam und clever möblierten Wohnen werden.
Schlicht gekantetes, geradliniges Holz und altes Fahrrad-Eisen gehen harmonische Verbindungen ein, bei einigen Werkstücken sieht man erst auf den zweiten Blick, aus was die gelungene Symbiose tatsächlich besteht. Unser Favorit ist die Lampe Henri, eine ausgeklügelte Synthese aus Form, Funktion, Material und Statik.
Sebastian Donath ist aber nicht nur studierter Designer, sondern auch Fotograf. So gibt es ein passendes Poster zur Möbelserie “homage au velo” – und natürlich die Abteilung “photo” auf der Homepage, die von der Vielfalt seines Schaffens zeugt.
Keinen Schritt weiter!
Also bleiben wir stehen und informieren uns auf der linken Seite des Gemeinschaftsstandes über Sara Rodenhizers und Anne Bonnie Schindlers “bjoerkshop”. Die Sängerin Björk schießt uns in den Sinn. Irgendetwas mit Musik also? Nicht vorrangig zumindest. Die Webpräsenz ist noch im Entstehen begriffen, das Konzept schon sehr ausgefeilt.
Als “feministischen öko-alternativen Sexladen” bezeichnen die Gründerinnen ihr ungewöhnliches Projekt. Wir lesen uns ein wenig ein und merken, hier wird Pionierarbeit mit sehr viel Lust und Liebe gemacht. Und mehr als das. Das Unternehmen ist hat und ist eine Mission.
Sex ist einschließend, nicht ausgrenzend. Für alle sozialen Schichten und Altersklassen. Es gibt keine Diskiminierung in irgendiener Form. Die geführten Produkte sind strikt ökologisch unbedenklich, von der Hautfreundlichkeit über den CO2-Abdruck bis hin zu den Rechten der Angestellten in den Zulieferfirmen.
Die Gründerinnen sind überzeugt vom Konzept antisexistischer und frauenfreundlicher, mithin: besserer Pornografie. Sie wollen einen Raum schaffen, in dem Kunden sich wohlfühlen und über alles austauschen können, was Spaß macht. Sexspielzeuge, gute Sexfilme, Bücher und alles, was Spaß macht, versprechen die Gründerinnen und wir sind sehr gespannt auf die Eröffnung des Shops Ende August bzw. Anfang September 2011.
Keine Frage, dass dieses Konzept einen besonders hohen Innovationswert hat, denn es führt endlich eine Branche auf das Niveau der Bioläden, der Car-Sharing-Pools, der fair getradeten Kaffees und natürlich gewirkten Pullover, des ökologisch und ethisch getesteten Kinderspielzeuges heran, die bisher nicht gerade für ihre hohen Ansprüche ans soziale und der Unmwelt zugeneigte Gewissen bekannt war.
Kaufmännisch betrachtet, hat diese Idee nach unserer Ansicht das Potenzial, dem Ökobusiness anderer Branchen zu folgen, sich auszubreiten und in Serie zu gehen. Es gibt eine Menge Leute mit Spaß an Lust und Liebe, die nichts mit dem sexistischen Image traditioneller Sexshops und Pornos zu tun haben wollen.
Sozusagen als dritte Firma stellen wir heute Die CLIQUE – Wir im Süden (Berlins) vor. Eine große Stadt ist ein komplexes System. Wirtschaft, Politik, Interessen müssen innerhalb dieses Systems lokal auf eine Weise vermarktet werden, die Überschaubarkeit vermittelt – aber nicht so kleinteilig, dass sie einen zu sehr eingegrenzten Interessentenkreis hat.
Manche Straße in Berlin hat ihr eigenes Magazin (etwa die Friedrichstraße), da bietet sich die Bündelung interessanter Informationen über den Südwesten der Stadt geradezu an. Von Zehlendorf bis in die südlichen Teile von Neukölln reicht das Gebiet der CLIQUE, von Tipps über Magazinbeiträge (auch über die Garage wurde mehrfach berichtet) bis hin zu persönlichen Erfahrungsberichten wie diesem. Damit tritt ein engagiertes Magazin aus der Veranstaltungs-Berichterstattung heraus und gewinnt mehr Profil als ähnlich hübsch gestaltete, aber rein kommerziell wirkende Publikationen. Chefredakteurin des Magazins ist Anita Tusch (www.webjuwelen.de).
Wir setzen unseren Rundgang morgen fort. Es werden wieder pfiffige Geschäftsideen vorkommen. Aber auch Dienstleistungen: Letztere haben wir heute außen vor gelassen, weil der Gemeinschaftsstand zweier an Produkten orientierter Firmen es als sinnvoll erschienen ließ, ihnen den begrenzten Platz eines Beitrages nahezu exklusiv zu widmen.
dWB/AP/11-05-25





Mai 25th, 2011 → 17:37
[...] vom 25.05.2011: Den dritten Teil gibt es jetzt hier) Falko Schumann, Firma feinschlicht Firma feinschlicht: Gutes im Glas. Gutes im Glas – Details, [...]
Juli 2nd, 2011 → 14:51
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