Wir lösen heute den ersten Teil unseres Versprechen sein, über Berliner Projekte und (vor allem junge und kleinere) Unternehmen zu berichten. Von Ideen und ihrer Umsetzung. Von Hoffnungen, Aktionen und den von den vielen Stolpersteinen auf dem Weg zum Erfolg.
Gründerzeiten
Gegenüber Gründern zu anderen Zeiten hat sich manches verändert. Heute gibt es sicher noch genauso viele Ideen, aber deren Verwirklichungen ist an so viele äußere Voraussetzungen geknüpft, dass man nicht mehr einfach hingehen und loslegen kann, wie es mangels Alternativen die großen Erfinder und Unternehmer vergangener Jahrhunderte tun mussten. Vielleicht wären auch sie schneller vorangekommen, wenn man sie von Beginn an kompetent beraten, sie gefördert hätte und ihnen damit die Möglichkeit gegeben, sich einerseits wichtiges kaufmännisches und marketingtechnisches Wissen anzueignen. Wenn man sie damals begleitet hätte, ihnen bestimmte Entscheidungsfindungen erleichtert, Wege zum Erfolg kompetent aufgezeigt hätte.
Wir verfügen heute über viel mehr Wissen und in einer Wissensgessellschaft, die weitaus höhere Anforderungen an dieses Wissen stellt, sollten wir das teilen, was wir wissen. Damit Ideen schneller und besser umgesetzt werden können. Damit Ideenmenschen sich auf Ideen-Umsetzung konzentrieren können.
Kapital
Noch leben wir nicht in einer Mangelwirtschaft. Aber Geldmangel ist gerade bei Ideen-Inhabern ein großes Problem. Also müssen sie ihre Ideen so konzeptionieren und verkaufen, dass jemand sich dafür interessiert, diesem Geldmangel abzuhelfen. Dass Investoren gefunden werden. Seien es staatliche Förderstellen oder private Kapitalgeber. Entscheider, die davon überzeugt werden müssen, dass ihr Kapital eine Entgegnung findet: im Human- und Ideenkapital desjenigen, der eine Idee hat.
Manche Ideen sind auch recht günstig zu verwirklichen. Wenn man den Kapitaleinsatz für die Arbeitsmittel allein betrachtet. Aber der Ideenmensch selbst muss meistens unterstützt werden, solange er noch nicht von seiner Idee leben kann. Wir verbessern uns: Solange er nicht von der Umsetzung seiner Idee leben kann. Von einer Idee allein lebt sowieso niemand. Sie ist höchstens eine innere Bereicherung, bis sie das Licht der Welt erblickt und ein “Hallo, hier bin ich!” an alle potenziellen Abnehmer sendet.
Hilfe
Wir haben uns oft die Frage gestellt – geht es ohne jede Hilfe? Heute sicher nur dann, wenn man ohnehin auf der Sonnenseite steht. Wenn man schon Erfolge vorzuweisen hat. Oder Freunde und Verwandte. Ein stark unterstützendes Umfeld im Allgemeinen. Ein tragfähiges Netzwerk. Es gab in den letzten 30, 40 Jahren auch Menschen wie Bill Gates oder Steve Jobs. Vor ihnen verneigen wir uns. Doch sie sind Ausnahmeerscheinungen und werden es bleiben.
In unserer Zeit, in der die Arbeitswelt immer komplexer wird und geradezu ausfasert, in der es beinahe mehr individuelle Lebens- und Arbeitsmodelle gibt als Gemeinsamkeiten zwischen allen, die mit Arbeit ihr Geld verdienen, ist die Orientierung nicht einfach. Und die Umstände sind es auch nicht immer. Viele Menschen stehen vor der Frage, sich ein Leben lang mit minderwertigen Jobs zufrieden zu geben oder ganz die Waffen zu strecken – oder sich zu erheben und ihren eigenen Traum so zu verwirklichen, dass er zum für alle sichtbaren Willen wird.
Zum Willen, etwas zu schaffen, das für Kunden nützlich ist und die eigene Existenz nachhaltig sichert. Gerade in Berlin ist es besonders wichtig, solche Menschen zu unterstützen, denn hier gibt es viel Kreativität uns viel zu wenige konventionelle Arbeitsplätze.
Gründerzentren: Eine Garage in Berlin
In Berlin gibt es auch sie, die Helfer, die konzeptionelle und umfassende Beratung für Ideenmenschen anbieten.
Gründerzentren, die umfassenden Service bieten und begleiten, können ihren Auftrag nur dann vollumfänglich erfüllen, wenn sie mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern zusammenwirken. Da geht es um Überzeugung, um Goodwill, aber, wie immer, auch ums Geld. Heute berichten wir über das Gründerzentrum .garage berlin.
Es konzentriert sich auf Menschen, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen wollen. Es prüft deren Ideen, hilft ihnen, Konzepte und Businesspläne zu entwickeln.
Die Atmosphäre, in denen hier über Monate hinweg zusammengearbeitet und dann gemeinsam präsentiert wird (wir werden in einem kommenden Artikel über eine solche Präsentation berichten), ist tatsächlich – Garage. Kleine Fabrik. Spartanisch und doch gemütlich. Hell, kommunikativ und gleichzeitig so gestaltet, dass konzentrierte Arbeit am eigenen Projekt möglich ist.
Garagies, wie sich die Teilnehmer an den Programmen liebevoll selbst nennen, sitzen zusammen an Tischen, mit Notizblock, Laptop und Fachliteratur. Es geht nicht in nur darum, ein Dach für die Idee über dem Kopf zu haben. Vielmehr werden Ideenmenschen in verschiedenen Programmen zu Gründern ausgebildet. Sie lernen kaufmännisches Denken, werden zu Marketingexperten in eigener Sache und für ihre Idee. Zudem können sie auf verschiedenen, regelmäßig durchgeführten Veranstaltungen Erfahrungsaustausch und Kontakte pflegen. Neue Menschen kennen lernen. Mitstreiter, Förderer, Kunden. Und den einen oder anderen Journalist, der zur Verbreitung von Ideen beitragen könnte.
Viele der Aufgaben, die ein Gründerzentrum wahrnimmt, könnte ein guter Einzelcoach tun. Der Arbeitsvermittler bei der zuständigen Agentur, beim Jobcenter könnte sich engagieren. Aber etwas können sie nicht oder es wäre viel zu teuer für einen der Gründer, wie wir sie im Wahlberliner beschreiben werden. Nämlich ein konsequentes, mehrmonatiges, tägliches Training mit den Ideenmenschen durchziehen. Steuerrecht. Urheberrecht. Kaufrecht. Marktbeobachtung. Umfeldanalyse. Buchführung. Mittelbeschaffung und -verwendung. Alleinstellungsmerkmale. Akquise. Akquise. Akquise.
Und immer wieder: Austausch, Fortschritt, eigene Ziele in gemeinsamem Arbeiten verwirklichen. Wir sehen gerade die soziale Komponente als enorm wichtig an. Die meisten Gründer sind keine eremitischen Erfindertypen, sondern Menschen, die Feedback benötigen und Ansprechpartner, die Ergebnisse begutachten und helfen, wenn’s irgendwo klemmt. Die im Ernstfall auch begleiten, wenn es an die ganz schwierigen Dinge geht. Sich auf die Straße zu stellen und die Idee unter die Leute zu bringen. Sich das Selbstvertrauen zurückzuholen, das möglicherweise durch unglückliche Jobbiografien und frustrierende Erfahrungen in bisherigen Arbeitsverhältnissen angekratzt wurde.
Einzelcoachings gehören ebenfalls zu verschiedenen Programmen, man verzichtet also nicht auf dieses Instrument gezielter Förderung, nur, weil man sich für die gruppenorientierte Form des Weges zur eigenen Firma entschieden hat.
Ein Gründerzentrum ist aber kein gruppentherapeutischer Ort, an dem Menschen beschäftigungsintensiv geparkt werden können. Mentale Grundvoraussetzungen fürs Unternehmertum werden von der .garage berlin in Einzelgesprächen geprüft, bevor diese an die Arbeitsagenturen herantritt und einen Bildungsgutschein beantragt. Und während der ersten Zeit, in der ein Gründer mit seiner Idee von der Garage angenommen wird, findet eine so genannte Tragfähigkeitsprüfung statt. Die Idee wird auf Chancen am Markt durchleuchtet. Insofern ist der Gang in die Selbstständigkeit unter Begleitung durch ein Gründerzentrum nicht für jedermann geeignet, sondern nur für denjenigen, der Ausdauer und eine erfolgsgeneigte Grundeinstellung zu Arbeit und Akquise mitbringt.
Programme
Um verschiedene Anforderungen abzudecken, sind unterschiedliche Programme erforderlich. Nicht jeder Gründer hat dieselben zeitlichen und inhaltlichen Voraussetzungen und denselben Bedarf an Begleitung.
Klassische, mehrtägige Existenzgründerseminare sind bei der .garage berlin ein neues Angebot, das zeitlich unterhalb der Anforderungen der längerfristigen, bisherigen Programme liegt. Dieses intensive Kurztraining nennt sich Intensivstation und wir lernen, dass Garagen durchaus mit Notfallkliniken Gemeinsamkeiten haben. Es geht aber glücklicherweise bei diesem Programm nicht um Leben und Tod, sondern darum, gründungswillige oder schon in eigenen Firmen arbeitende Menschen nach vorne zu bringen. In konzentrierter, mehrtägiger Klausur. Wie bei allen Programmen der .garage berlin ist Förderung möglich.
Ein Kernprogramm ist Job & Company, das in ca. 2 Monaten intensiv mit Menschen zusammenarbeitet. Es besteht aus den Modulen Checkout (im wesentlichen eine Persönlichkeitsanalyse), Ideengenerator (Brainstorming, Fokussierung, Marketing, Sicht des Kunden) sowie angewandte Betriebswirtschaftslehre für diejenigen, die schon konkrete Modelle und Ziele zur Hand haben. Jedes der Module ist einzeln buchbar und kann gefördert werden, bis hin zur Kostenfreiheit durch Einsatz eines Bildungsgutscheins.
Das Flagschiff ist der .garage inkubator, ein sechsmonatiges Programm, in dem Gründer sämtliche Stationen von der Idee, mit der sie vorstellig werden, bis hin zur Gründung des Unternehmens durchlaufen. Gemeinsam besuchen die Gruppen von 8-15 Teilnehmern Seminare zu allen wichtigen Themen der Selbstständigkeit, die längere Phase der individuellen Betreuung bis zum konkreten Businessplan schließt sich an. Für das Programm müssen sich Interessierte bewerben wie für einen Arbeitsplatz in einem Unternehmen.
Es steht ausschließlich Menschen zur Verfügung, die arbeitslos gemeldet sind.
Die .garage berlin verfügt in ihren Räumen über ein Gründercafé, veranstaltet Gründerkongresse und Stammtische, die stets Vorträge zu relevanten Themen der Selbstständigkeit beinhalten – und als Basis fürs Netzwerken gedacht sind.
Nicht zuletzt stellt in Abständen von vier Wochen, immer an einem Freitag, eine Gruppe, die zusammen die Ausbildung durch das Programm Inkubator begonnen hat, die Ergebnisse ihrer Arbeit dem Publikum vor. Eine sehr spannende Veranstaltung, von einer solchen im April 2011 wir im folgenden Artikel berichten.
dWB/AP/11-04-28



Mai 5th, 2011 → 11:59
[...] Veranstaltung der .garageberlin.de. Die .garage ist ein Berliner Gründerzentrum, über das wir in diesem Artikel erstmalig geschrieben [...]
Mai 5th, 2011 → 12:42
[...] liegt uns seit dem 19. April vor. Wir werden uns bemühen, unseren Service für Projekte, über die wir aus Überzeugung berichten, weiter zu [...]
Mai 21st, 2011 → 18:00
[...] werden kann! Weitere Berichte über die Garage in Steglitz beim Wahlberliner: In der Garage 2. Gründerkongress am 20./21. Mai 2. Gründerkongress am 20./21.. Mai – Der Wettbeweb [...]